Sind Sie ein Klimaretter?

Jeder kann etwas gegen den Klimawandel tun.

Anfang November treffen sie sich wieder zur Klimakonferenz – die Mächtigen der Welt. Allein der logistische Aufwand: Hunderte Flugreisen der Teilnehmer aus aller Welt (da sind ohne Weiteres fünf Tonnen CO2-Ausstoß pro Langstreckenflug drin), eine vermutlich sehr fleischlastige Verpflegung (Man kann ja wichtigen Gästen nicht nur Gemüsesticks hinstellen?!), eine Papierschlacht von Dokumenten (ob diese wohl aus Recyclingpapier sind?). Schon die Veranstaltung selbst ist eine Herausforderung für das Weltklima. Und viele Regierungen, die die Wirtschaftsinteressen über alles andere stellen.

Den Klimawandel aufhalten, das muss eh die Weltpolitik richten?

Was kann ich als Einzelner schon tun gegen so ein gigantisches Problem wie die Erderwärmung? Ich als kleines Rädchen? Bringt doch eh alles nix… Sind Ihnen solche Gedanken und Argumente auch schon mal begegnet? Und wie oft ertappt man sich selbst als Klimasünder: Den leckeren Schokoriegel gekauft – upps, trotz Palmöl drin. Doch wieder  mit dem Auto statt Fahrrad gefahren, weil das Wetter so schlecht war. Aus Bequemlichkeit. Aus Gedankenlosigkeit. Unwissenheit ist jedenfalls fast nie der Grund…

Klimawandel - jeder kann etwas dagegen tun

Natürlich kann ein einzelner Bürger nicht das Abschmelzen der Polkappen aufhalten. Aber damit machen wir es uns zu einfach! Jeder Konsument trifft tagtäglich dutzende Entscheidungen, mit denen er den Klimawandel beschleunigt – oder eben nicht. Was kommt auf mein Frühstücksbrot? Was in den Einkaufswagen? Jeder Einzelne kann und muss seinen Beitrag leisten.

Wie viele ermüdende Diskussionen müssen Vegetarier und Veganer über sich ergehen lassen – weil diese Lebensweise bei vielen Fleischessern sofort Verteidigungsreflexe auslöst (ich weiß, wovon ich rede). Dabei wäre ja schon viel erreicht, wenn der Trend zurück zum Sonntagsbraten ginge – einmal die Woche Fleisch, so wie es unsere Großeltern und Urgroßeltern nicht anders kannten. Nicht morgens schon das Salami-Brot, mittags ein Salat mit Putenstreifen (alleine das Wort!) und abends ein Schnitzel. Fleisch – wenn überhaupt – muss wieder etwas Besonderes werden, das wäre heute wichtiger denn je: Aus Achtung vor dem Lebewesen und aus Tierschutzgründen (die industrielle Massentierhaltung ist unerträglich und unverantwortlich), aber auch der Umwelt zuliebe. Denn Fleischesser tragen maßgeblich zum Klimawandel bei: Die Waldrodungen für Weideflächen und Futteranbau, der Methan-Ausstoß von Kühen, die vielen Transporte, um nur drei Beispiele zu nennen: Betrachtet man die gesamte Produktionskette, fallen pro Kilo Fleisch durchschnittlich 335 kg Kohlendioxid an. Dabei gibt es so viele fleischlose Alternativen wie nie zuvor und kein Restaurant kann es sich noch leisten, nicht mindest ein paar vegetarische Gerichte anzubieten. Da kommt zwar gerne das Argument, dass Regenwald in Brasilien ja auch für den Soja-Anbau gerodet wird – stimmt, aber das allermeiste Soja landet nicht im fleischlosen Gericht, sondern als Viehfutter.

Der Fleischkonsum ist jedoch nur einer von vielen Bereichen im Klimaschutz, in dem jeder Einzelne Verantwortung trägt. Papierverbrauch, Wasserverbrauch, Strom, Reisen, Einkauf: Brauchen wir wirklich Erdbeeren und Spargel im Dezember? (besonders zynisch, wenn „Bio aus Chile“ darauf steht). Wann ging das überhaupt los, dass Bananen und Salatgurken in Plastik eingeschweißt werden? Dass so etwas überhaupt gekauft wird – schließlich stellt hier die Natur die beste Öko-Verpackung ganz von allein. Es reicht auch nicht, dass wir im Hotel die Handtücher zweimal benutzen und uns dabei sehr umweltbewusst fühlen – wenn zuhause ein Wäschetrockner steht, obwohl Leine oder Wäscheständer Null komma Null Energie bräuchten. Warum sind ausgerechnet Kreuzfahrten der letzte Schrei und dank Dumpingpreisen auch inzwischen für Jedermann bezahlbar? Laut NABU stößt eine Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen PKW! Und warum bitte sind die Nerv- und Kleintier-tötenden Laubbläser nicht längst verboten?

Nicht ärgern. Handeln! Nein sagen zu umweltfeindlichen Produkten und Aktivitäten. Nehmen wir deshalb doch die Weltklimakonferenz zum Anlass, nochmal den eigenen Alltag einem Klima-Tauglichkeitscheck zu unterziehen. Da geht doch noch was, oder???

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Wir alle können Klimaretter sein - jeden Tag

Wir alle können Klimaretter sein – jeden Tag!

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