Nummer 41 muss überleben!

Schon wieder ein Opfer der Gier nach Elfenbein.

Ausgezehrt und völlig entkräftet – so wurde Mulisani (zunächst Nr. 41 genannt) im Zambesi-Nationalpark aufgefunden. Nr. 41 hieß der zweieinhalbjährige Elefantenbulle deshalb, weil er der 41. Schützling ist, den unser Partner Game Rangers International retten konnten. Er ist allein zurück geblieben, weil skrupellose Jäger seine Mutter getötet haben.

Wenn ich solche Bilder sehe, bin ich überwältigt von Wut, Trauer und Mitleid. Wie können Menschen diesen wundervollen Tieren nur so grausam mitspielen? Auf der Jagd nach Profit gehen Wilderer und Elfenbeinhändler über Leichen und riskieren damit sogar, dass Elefanten in 20 Jahren ausgestorben sein könnten.

Sind wir nicht alle mit Elefanten aufgewachsen? Sie sind die liebenswerten Helden aus Kindertagen: Benjamin Blümchen, Dumbo und der kleine blaue Elefant aus der „Sendung mit der Maus“. Mein erstes Kuscheltier war ein grauer Elefant mit rosa Schleifchen – er steht immer noch auf meinem Nachttisch, verknuddelt und verschmust. Elefanten gehören zu unserem Weltbild wie Hunde oder Katzen. Für mich ist es unvorstellbar, dass diese sensiblen Riesen vielleicht schon bald aufhören zu exisitieren. Dass wir alle dieses schreckliche Ereignis möglicherweise sogar noch erleben.

Elefant © Game Rangers International

Nur noch Haut und Knochen © Game Rangers International

Seinem schlimmen Zustand nach zu urteilen, scheint der Kleine seit Tagen ohne Mutter unterwegs zu sein. Er hat verzweifelt versucht, den Anschluss an die Herde zu halten – was für ein Elefantenkind alleine nicht zu schaffen ist. Wäre er nicht gefunden worden, hätte dies seinen sicheren Tod bedeutet. Alles deutet darauf hin, dass seine Mutter von Wilderern getötet wurde: Der Zambesi-Nationalpark in Sambia ist einer der größten „Hot Spots“ der Wilderei in Afrika.

Ein neues Leben für Mulisani

Im Elefantenwaisenhaus angekommen, wurde der Kleine zunächst mit Wasser, Spezialmilch und Aufbauspritzen versorgt. Doch er ist so extrem geschwächt, dass er kaum auf die Beine kommt – die Pfleger müssen ihn zum Trinken hochheben und stützen, manchmal schafft er es nur auf seine Knie. Besonders zu schaffen macht ihm zudem eine Augeninfektion, die nicht nur sehr schmerzhaft ist, sondern auch sein Sehvermögen stark beeinträchtigt. Hinzu kommt eine tiefe Entzündung in seinem Kiefer…

Der kleine Elefant wird nun liebevoll rund um die Uhr versorgt. Er macht bereits kleine Fortschritte und die Hoffnung ist groß, dass Mulisani es schaffen wird.

Elefant © Game Rangers International

Liebevoll umsorgt © Game Rangers International

Update:

Mulisani hat sich von den Strapazen erholt und da die Pfleger nun davon ausgehen, dass der kleine Bulle überlebt, haben sie ihm seinen richtigen Namen gegeben. Er hat die Pfleger als seine Beschützer akzeptiert und frisst im Moment noch lieber bei ihnen als gemeinsam mit den anderen Waisen. Es wird zwar noch ein lange Zeit dauern, bis Mulisani zurück in die Wildnis entlassen werden kann. Doch die Prognosen sehen im Moment dank der aufopferungsvollen Pflege im Waisenhaus gut aus.

Mulisani im Waisenhaus Sambia © GRI

Mulisani im Waisenhaus Sambia © GRI

Die Wilderei auf Elefanten hat in den letzten Jahren Besorgnis erregende Ausmaße angenommen. Jährlich werden etwa 20.000 Elefanten getötet. Unzählige Elefantenbabys werden zu Waisen. Alleine können die Kleinen nicht überleben - im Elefantenwaisenhaus werden sie mit ärztlicher Hilfe versorgt und aufgepäppelt.

Mehr Informationen:

» Spenden Sie für Nr. 41 und seine Leidensgenossen

» Elefantenwaisenhaus Sambia

» Pro Wildlife Elefantenschutzprogramm

» Petition: Elfenbeinhandel stoppen!

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