Elfenbein zerstören statt verkaufen
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11. August 2017

Warum es sinnvoll ist, beschlagnahmtes Elfenbein zu vernichten.

Es war ein Bild, das um die Welt ging: In Nairobi wurden 2016 mehr als 100 Tonnen Elfenbein verbrannt, die Flammen schlugen meterhoch. Erst vergangene Woche vernichtete der Staat New York im Central Park zwei Tonnen Elfenbein. Sie waren in Antiquitätenläden in der Stadt beschlagnahmt worden.

Die brennenden und zerstörten Elfenbeintürme waren mehr als ein schlichtes Symbol. Diese Elefantenzähne werden nie auf den Markt gelangen! Jedes Stück Elfenbein, das nicht verkauft wird, ist ein kleiner Erfolg, denn es wird nie auf einem Tisch stehen oder an einer Wand hängen und so Begehrlichkeiten wecken und die Nachfrage anheizen.

Elfenbein Zerstörung Kenia © Ofir Drori

Elfenbein Zerstörung Kenia © Ofir Drori

Warum wird Elfenbein vernichtet und nicht, wie so oft gefordert, gewinnbringend verkauft? Zum einen sind Elefanten durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (englisch CITES) streng geschützt. Der Verkauf von gewildertem, beschlagnahmtem Elfenbein ist also verboten. Zum anderen gab es in der Vergangenheit bereits Bemühungen, einen geregelten Handel mit Elfenbein aus legaler Quelle zu erlauben – diese Experimente sind klar gescheitert. Es trat genau das ein, was Tier- und Artenschützer befürchtet hatten: Der legale Handel hat den illegalen angeheizt. Insbesondere in China sind unter dem Deckmantel des legalen Handels Elfenbeinläden und – Werkstätten aus dem Boden geschossen, von denen viele auch gewildertes Elfenbein verkauften. Dem Elfenbein sieht man schließlich nicht an, woher es kommt und ob der Elefant legal oder illegal getötet wurde. Verkaufen ist keine Option. Die Wilderei in Afrika erreichte neue Höchstwerte. Zehntausende Elefanten bezahlten mit ihrem Leben.
Zusätzlich geht es um Sicherheit und Kosten. Dauerhaft tonnenweise Elfenbein, das aufgrund seines Werts auch als weißes Gold bezeichnet wird, sicher zu lagern, ist extrem teuer und aufwändig. Hinzu kommt, dass immer wieder Elfenbein aus staatlichen Lagerbeständen illegal auf dem Schwarzmarkt verkauft wird.

Elfenbeinhandel

Elfenbein © ANCE

Hunderte Tonnen Elfenbein lagern weltweit in staatlichen Archiven. Sie sind ein enormes Risiko für lebende Elefanten, denn sie wecken Begehrlichkeiten, halten die Nachfrage am Leben, befeuern Spekulation und Korruption. Immer mehr Staaten erkennen dies an, in den vergangenen Jahren haben deshalb mehr als 20 Staaten mit der Zerstörung von Elfenbein ein klares Zeichen gegen Elfenbeinhandel und Wilderei gesetzt.

In Afrika spielt sich derzeit die schlimmste Wildereikrise seit Jahren ab. Täglich gibt es Meldungen über illegal getötete Wildtiere. Die Folgen sind gravierend: Die Bestände der Savannenelefanten wurden in nur sieben Jahren um ein Drittel dezimiert, etwa 415.000 Elefanten leben noch auf dem gesamten Kontinent. Diese Zahlen sollten uns allen klar machen: Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um die Elefanten zu retten.

Mehr Informationen

Afrikanischer Elefant

Afrikanischer Elefant

Zehntausende Elefanten werden jedes Jahr für den Elfenbeinhandel abgeschlachtet. Verantwortlich dafür sind unter anderem Schlupflöcher, die einen legalen Elfenbeinhandel erlauben. Auch die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten erlauben noch immer den kommerziellen Handel mit Elfenbein. » Petition: Elfenbeinhandel stoppen
Jagd

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Durch Wilderei gefährdet: Mit bis zu 60.000 US-Dollar pro Kilo ist das Horn von Nashörnern mehr wert als Gold. » Jagd und Wilderei bedroht Wildtiere
Rohelfenbein © privat

Rohelfenbein © privat

Pro Wildlife fordert das Ende des Elfenbeinhandels. » Stoppt den Elfenbeinhandel
Nashorn

Nashörner bedroht

Alle fünf noch lebenden Nashorn-Arten sind durch Wilderei für den lukrativen Nashorn-Handel bedroht. In Afrika lassen kriminell organisierte Syndikate im großen Stil Nashörner wildern und deren Horn als Wunderheilmittel und Statussymbol nach Südostasien schmuggeln. » Wilderei: Das Horn wird zum Verhängnis aller Nashorn-Arten.
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