Urlaubstipps

Tierschutzfallen im Urlaub

Ein Elefantenritt, ein Delfinariumsbesuch, ein Foto mit einem Äffchen am Strand, eine Schildkröte retten oder eine Riesenmuschel als Reisesouvenir: Vieles, was Urlauber aus vermeintlicher Tier- und Naturliebe heraus unternehmen, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen oft als das Gegenteil. Wer Mitbringsel aus geschützten Tieren oder Pflanzen kauft, kann leicht gegen Artenschutzbestimmungen verstoßen.

Tipps für tierfreundliche Ferien

  • Beobachten Sie Wildtiere dort, wo sie hingehören: in freier Natur bei verantwortungsvollen Safaris oder Wal- und Delfinbeobachtungstouren. Geben Sie kein Geld für Fotos mit Wildtieren, bettelnde Tiere oder Tiershows.
  • Bringen Sie keine Souvenirs aus Wildtieren und Pflanzen und keine lebenden Tiere aus dem Urlaub mit. Dies heizt die Plünderung der Wildbestände an. Viele Arten sind international geschützt und werden vom Zoll beschlagnahmt. Es drohen Geldbußen und Strafverfahren.
  • Meiden Sie Tierschutzfallen auf dem Teller: Probieren Sie keine Gerichte mit Wildtieren wie Walfleisch, Haifisch oder Froschschenkel.

Urlaubstipps(frei)

Keine Fotos oder Shows mit Wildtieren

An Urlaubsorten in südlichen Ländern werden Touristen gegen Geld Erinnerungsfotos mit exotischen Wildtieren angeboten – oft mit Affen, Papageien oder Raubkatzen. Beliebte Attraktion für  Touristen sind auch Tiershows, zum Teil sogar in Zoos oder Safariparks: Tanzbären, boxende Orang-Utans, Elefanten und Affen die Kunststücke vorführen. Die Tiere sind die Leidtragenden: Viele wurden illegal aus ihrem Lebensraum gerissen, die meisten Tiere leben unter miserablen Haltungsbedingungen. Die Dressurmethoden sind brutal.

Elefantenreiten: Kein Spaß für die Tiere

In vielen asiatischen und einigen afrikanischen Ländern boomen Attraktionen mit Elefanten in Gefangenschaft. Bei Urlaubern sind sie beliebt, für die Tiere bedeuten Elefantenreiten und Shows aber schlimme Quälerei: Elefanten werden brutal unterworfen und dressiert, um sie gefügig zu machen. Das gilt auch für dubiose Elefantencamps, Baden mit Elefanten und alle Angebote, die Besuchern hautnahen Kontakt zu Wildtieren versprechen. Elefanten, die als Touristenattraktion herhalten müssen, fristen in der Regel ein trauriges Dasein in Ketten. Obwohl es verboten ist, werden Jungtiere für den Tourismus illegal aus freier Wildbahn gefangen.

Delfinarien

In Reiseländern wie der Türkei, den USA und der Dominikanischen Republik bieten Reiseveranstalter Ausflüge in Delfinarien an. Dort müssen Delfine und Kleinwale Tricks vorführen oder für „Schwimmen-mit-Delfinen“-Programme herhalten. Die Tiere leiden unter dem Leben in kleinen Becken, in denen sie ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht ausleben können. Sie verstummen, denn  in Gefangenschaft können sie ihr Echolot nicht einsetzen. Noch immer stammen viele Tiere in Delfinarien aus freier Natur: Manche werden bei grausamen Treibjagden eingefangen, während der Rest ihrer Familien brutal getötet wird.

Keine Wildtiere auf dem Teller

Walfleisch: In Island, Norwegen, Japan, Grönland und den dänischen Färöer-Inseln werden weiterhin Wale getötet, obwohl die Nachfrage nach Walfleisch stark zurückgegangen ist. Um einen neuen Absatzmarkt zu finden, bieten Restaurants neugierigen Touristen Walfleisch als regionale Spezialität an.

Froschschenkel: In Frankreich und Belgien sind auf vielen Speisekarten Froschschenkel zu finden. Kaum ein Gourmet weiß, dass die Frösche in Indonesien millionenfach eingefangen werden und einen grausamen Tod sterben. In Europa dürfen keine Frösche mehr gefangen werden, doch der Import asiatischer Wildfänge ist legal.

Haifisch: In der asiatischen Küche gelten Haiflossen als Delikatesse. Dafür werden Haien bei lebendigem Leib ihre Flossen abgetrennt. Die Tiere werden wieder zurück ins Meer geworfen. Sie sinken auf den Meeresgrund, wo sie ersticken. Auch in Euopa wird trotz der Bedrohung vieler Haibestände noch immer Haifisch angeboten, in Deutschland z.B. unter der Beeichnung Schillerlocke.

Nautilus-Gehaeuse(c)PW

Finger weg von tierischen Souvenirs

Jedes Jahr beschlagnahmt der Zoll in Deutschland unzählige Souvenirs aus geschützten Tier- oder Pflanzenarten. Es gilt: Unwissenheit schützt vor Verantwortung nicht – ebenso wenig wie  vor Bußgeld oder Strafanzeige. Deswegen sollten Sie sich für Mitbringsel entscheiden, die nicht von Wildtieren oder -pflanzen stammen.

Reptilien-Leder: Geldbörsen, Taschen, Gürtel und Schuhe aus Reptilleder stehen für Tierquälerei:  Für Schlangen- und Waranleder werden Tiere meist aus der Natur gefangen und manchmal sogar lebend gehäutet.

Hai- oder Stachelrochenleder: Hinter Boroso-Leder verbirgt sich poliertes Hai-Leder. Es wird für Uhrenarmbänder, Geldbeutel, Gürtel oder Ledermappen verwendet. Besonders perfide: Die Lederbranche verlangt ganze Haikörper mit intakter Haut. Von den Tieren wird nur die Haut verwendet, der Rest des Hais landet auf dem Müll.

Elfenbein, Elefantenleder und Elefantenhaar: Schnitzereien aus Elfenbein, Geldbörsen aus Elefantenleder oder Schmuck aus Elefantenhaar werden auf Märkten und in Raritätengeschäften in Afrika und Asien offen angeboten. Zehntausende Elefanten werden jedes Jahr gewildert, die Einfuhr von Elefantenprodukten ist verboten.

Souvenirs aus dem Meer: Korallen, Muscheln und Haizähne: Millionen Meerestiere sterben jährlich für das Geschäft mit Souvenirs. Schmuck aus Haizähnen oder Korallen wird in Andenken-Shops ebenso angeboten wie Schneckenhäuser, Muscheln und getrocknete Seepferdchen. Viele dieser Arten sind bedroht und international geschützt. Wer sie kauft, läuft Gefahr, dass die Mitbringsel auf der Rückreise vom Zoll beschlagnahmt werden. Besonders bedroht vom Souvenirhandel ist das Perlboot (Nautilus) –  eines der letzten lebenden Fossilien.

Tropenhölzer und lebende Pflanzen: Holzprodukte und Schnitzereien gehören zu beliebten Urlaubsandenken aus Afrika. Häufig werden hierfür jedoch gefährdete Holzarten wie Meranti, Sipo, Sapelli, Iroko oder Ebenholz verwendet. Beliebt sind auch Kakteen und andere sukkulente Pflanzen, die jedoch Ausfuhrbeschränkungen unterliegen.

Naturfreundliche und soziale Alternativen: Kaufen Sie  Kunsthandwerk und andere Souvenirs, die nicht aus Wildtieren und -pflanzen produziert wurden. Kunsthandwerk aus Recycling-Materialien schont die Natur und kann gleichzeitig soziale Projekte unterstützen.

Weitere Informationen:

» Elefantenreiten

» Delfinarien