Reptilleder – ein grausamer Luxus

Leiden für den Luxus

Das Leder exotischer Reptilien ist wieder en vogue: In den Kollektionen von Luxuslabels wie Gucci, Prada, Bally und Victoria Beckham finden sich Taschen, Schuhe und Gürtel aus Reptilleder. Wie grausam die Herstellung von Leder aus Python, Kroko oder Waran ist scheint nicht zu interessieren.

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Lebend gehäutet

Waranen werden ihre Beine auf dem Rücken zusammengebunden, sie werden in Plastiksäcke gestopft, auf Lastwägen geworfen und in das Schlachthaus gebracht. Dort angekommen wirft man die Tiere achtlos in Ecken. Ein Schlag auf den Kopf soll Warane und Schlangen töten, viele überleben aber und erleben die folgende Prozedur bei vollem Bewusstsein: Ein Schnitt auf der Bauchseite und die Haut wird dem Waran bei lebendigem Leib abgezogen. Schlangen werden am Kopf aufgehängt und mit einem Schlauch Wasser in ihre Körper gefüllt, um die pralle Haut besser abziehen zu können. Die Tiere ertrinken erbärmlich oder erleben sogar noch ihre Häutung. Jedes Jahr erleiden mehrere hunderttausend Tiere dieses unfassbar grausame Schicksal.

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Tiere aus freier Natur

Bei den Tieren handelt es sich in der Regel um Wildfänge aus der Natur. Sowohl die asiatischen Warane als auch Pythons und Tejus, eine Echsenart aus Lateinamerika, sind nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geschützt und dürfen nur begrenzt gehandelt werden. Viele Hersteller geben an, dass sie Schlangenleder aus Zuchtfarmen beziehen: Zum Teil existieren diese angeblichen Zuchtfarmen allerdings nicht, oder diese bedienen sich weiterhin aus der Natur. Ausgewachsene Wildfänge sind leider billiger und schneller erhältlich als Nachzuchten. Den offiziellen CITES-Handelsdaten zufolge stammen nur 0,5% der Tejus aus Zuchtfarmen. Auch die großen Pythons aus Südostasien sind meist Wildfänge. Die Folgen für das ökologische Gleichgewicht sind bereits zu beobachten: Wo die Schlangen nahezu ausgestorben sind, vermehren sich Ratten, weil deren natürlicher Feind fehlt.

Luxuslabels unter Druck

Die amerikanischen Artenschutzbehörden führen seit 2010 immer wieder Beschlagnahmen bei Luxuslabels durch: Über 600 Artikel bei LVHM, dem Dachlabel von z.B. Louis Vuitton und Christian Dior, wurden eingezogen und Geldstrafen verhängt. Designer Tom Ford wurde zu einer Strafe von 9.000 US$ verurteilt, nachdem er Reptilleder-Taschen ohne  erforderliche Genehmigungen importiert hatte. Ende 2015 beschlagnahmten US-Behörden 276 Paar Schuhe von Manolo Blahnik – die Schuhe, gefertigt aus dem Leder asiatischer Wasserschlangen, waren falsch deklariert gewesen.

Was können Sie gegen den grausamen Handel mit Reptilleder tun?

1) Teilen Sie unsere Informationen in den Social Media: in Internetforen, unter Freunden, auf Facebook und Twitter!

2) Halten Sie die Augen offen nach Reptilleder (erkennbar an den leicht abstehenden Hautschuppen). Informieren Sie Verkäufer und Träger von Reptillederprodukten höflich und sachlich über die Tier- und Artenschutzproblematik, vielen ist dies bisher unbekannt.

 

Was tut Pro Wildlife?

Pro Wildlife verhandelt aktiv bei CITES mit, um die Handelsquoten möglichst klein zu halten. Wichtigster Punkt ist für uns jedoch die Aufklärung der Verbraucher, um die Nachfrage nach diesen grausam hergestellten, völlig überflüssigen Luxusartikeln zu beenden.