Elefanten in Zoo und Zirkus: Ein Leben in Ketten

Zoo und Zirkus: Elefanten in Ketten

Elefanten gehören zu den Kassenmagneten in Zoo und Zirkus. Doch die Haltung von Elefanten in Gefangenschaft ist eine endlose Leidensgeschichte, mit zahllosen Todesfällen bei Mensch und Tier. Viele Tiere, auch in deutschen Zoos, wurden in freier Wildbahn eingefangen und auf brutale Weise gezähmt. Alleine Simbabwe exportierte von 2007 bis 2016 mindestens 92 wildgefangene Elefanten in Zoos in aller Welt. Aktuell plant Namibia den Export von mindestens fünf jungen Elefanten in einen Safaripark nach Dubai – die Kleinen wurden hierfür aus ihren Herden gerissen.

Elefanten in Zoo und Zirkus: Duisburger Zoo ©Jürgen Höppner

Ein Leben in Ketten und Isolation

In freier Wildbahn legen die Rüsseltiere auf ihren Wanderungen bis zu 100 Kilometer am Tag zurück. Ihr Leben ist bestimmt durch die engen Sozialkontakte zu den Familienmitgliedern ihrer Herde, durch  gemeinsames Spielen, Baden und intensiven Körperkontakt. In Gefangenschaft können Elefanten dieses natürliche Verhalten nicht ausleben: Sie fristen ein trauriges Dasein, angekettet, in Zirkuswägen oder in engen Elefantenhäusern mit wenig Auslauf. Bis zu 20 Stunden am Tag sind Zooelefanten eingesperrt, viele werden auch heute noch angekettet. Es fehlt eine intakte Sozialstruktur, denn die Gruppen sind beliebig zusammengewürfelt aus Tieren, die sich nicht kennen und zwischen denen es zu Rangkämpfen kommt. Meist mangelt es an dem für die Herdenstruktur wichtigen Nachwuchs. Die äußerst sozialen und intelligenten Tiere leiden unter der Langeweile und Frustration, die ihren Alltag prägen. Viele Elefanten entwickeln in Gefangenschaft Verhaltensstörungen wie beispielsweise das monotone Hin- und Herschaukeln (Weben) und Krankheiten wie Tuberkulose, Herpes, Fußerkrankungen, Übergewicht und Stress.

Vom sanften Riesen zum Killer

Für viele Elefanten bedeuten die Haltungsbedingungen Dauerstress, auf den sie mit Aggressionen gegen ihre Peiniger reagieren: Der Beruf des Elefantenpflegers gilt nicht ohne Grund als einer der gefährlichsten überhaupt. Regelmäßig greifen Elefanten in Zoos oder Zirkussen Tierpfleger an. 40 Menschen wurden nach Recherchen der Organisation Elefantenschutz Europa in 20 Jahren von Elefanten alleine in Zoos getötet, weitere 50 zum Teil schwer verletzt.

Elefant mit Pfleger im Zoo Dresden©Pro Wildlife

 

Ursache solcher Angriffe sind auch die brutalen Methoden, mit denen die Tiere schon frühzeitig gefügig gemacht und dressiert werden. In allen Zirkussen und den meisten deutschen Zoos werden Elefanten im „direkten Kontakt“ gehalten – mit Gewalt und Training versucht man die starken Tiere zu dominieren und zu beherrschen. Mit Prügeln und dem sogenannten „Elefantenhaken“, einem Stock mit scharfer Metallspitze  traktieren Tierpfleger Elefanten von klein auf an empfindlichen Körperstellen (z.B. hinter dem Ohr, an den Achseln oder an den Geschlechtsteilen), um sie zu „unterwerfen“. Auch in deutschen Zoos (wie z.B. Hannover, Berlin oder Stuttgart) wird diese Tierquälerei immer wieder dokumentiert. Der Direktor des amerikanischen Zoos Oakland beschreibt die Methoden zur Bändigung von Elefanten folgendermaßen: „Das Training kann schlimm sein, wie zum Beispiel anhaltendes Schlagen mit Knüppeln, Zustechen mit dem spitzen Ende des Eisenhakens, der Einsatz von Stromstößen und Elektrotreibern, das dauerhafte Anketten und Aushungern der Tiere.“

Hohe Todesraten und Nachschub aus freier Wildbahn

Zwar verhalf in jüngster Zeit die künstliche Befruchtung einigen Zoos zu Elefantenbabys, doch die in Zoos und Zirkussen gehaltenen Elefanten stammen noch immer überwiegend aus freier Wildbahn. Die Geburtenrate ist gering, die Todesrate des Elefantennachwuchses in Gefangenschaft dafür um so höher: 42 Prozent der in europäischen Zoos geborenen Asiatischen Elefanten werden nicht einmal fünf Jahre alt.  Die Todesrate in Gefangenschaft ist extrem hoch: Die Lebenserwartung afrikanischer Elefanten beträgt im Zoo lediglich 17 Jahre, in freier Wildbahn 56. Entsprechend beschaffen sich Zoos auch in Deutschland immer wieder Nachschub aus freier Wildbahn.

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