CITES – das wichtigste Artenschutz-Übereinkommen

Schutz für bedrohte Arten

Die Rote Liste bedrohter Arten der IUCN ist ein Indikator dafür, wie es um die Überlebensprognose einer Art steht. Doch eine solche Einstufung allein bedeutet nicht, dass gefährdete Wildtiere auch geschützt sind. Das wichtigste internationale Abkommen, um die Plünderung bedrohter Arten zu stoppen, ist das Washingtoner Artenschutzübereinkommen:

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen ( englisch Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, kurz CITES) wurde 1973 ins Leben gerufen, um Tier- und Pflanzenarten, die durch den Handel bedroht sind, vor der Ausrottung zu bewahren. Ohne dieses einzigartige internationale Abkommen stünde es heute um Elefanten, Wale, Meeresschildkröten und viele andere Arten deutlich schlechter. Inzwischen haben 181 Staaten die Konvention unterzeichnet und etwa 30.000 Pflanzen- und 5.600 Tierarten unter Schutz gestellt. Alle zwei bis drei Jahre treffen sich die Vertragsstaaten, Naturschützer und Handelsvertreter auf einer CITES-Konferenz. Um den Schutzstatus einer Art zu ändern und den Handel zu verbieten oder zu beschränken ist die Zustimmung von Zweidritteln der anwesenden Staaten erforderlich. Dabei prallen die Interessen von Schützern und Nutzern (wie Elfenbein- und Tierhändlern, Fischerei-und Tropenholz-Industrie) regelmäßig aufeinander: Elefanten, Nashörner, Haie, Eisbären und Tropenhölzer sind heftig umkämpfte Dauerthemen.

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Eins, zwei oder drei?

CITES hat drei Schutzkategorien:

  1. Für Arten, die in Anhang I gelistet sind, gilt ein internationales Handelsverbot. In Anhang I sind z.B. alle Menschenaffen, Großwale, Tiger, Asiatische Elefanten sowie die meisten Bestände von Afrikanischen Elefanten und Nashörnern enthalten. Ausnahmen können z.B. für Zoos, Wissenschaftler und Trophäenjäger gewährt werden.

  2. Anhang II verpflichtet die Exportländer dazu, den Handel mit den hier aufgeführten Arten zu kontrollieren und zu beschränken: er muss legal sein und darf die Art und deren Rolle im Ökosystem nicht beeinträchtigen (Unbedenklichkeitsprüfung). In Anhang II sind u.a. Löwen, Großbären, Riesenschlangen, Landschildkröten, Rotaugenlaubfrösche, alle Affen und Delfine, die nicht in Anhang I sind, sowie Kakteen aufgeführt.

  3. Anhang III enthält Arten, die lediglich von einzelnen Vertragsstaaten für ihren Hoheitsbereich unter Schutz gestellt werden – für Exemplare aus allen anderen Ländern reicht ein Herkunftszertifikat. Die Aufnahme in Anhang III ist jederzeit und ohne Abstimmung möglich. Enthalten sind u.a. Zibetkatzen aus Indien, Ameisenbären aus Guatemala, Höckerschildkröten aus den USA oder die Seychellen-Palme.

 

Was tut Pro Wildlife?

Seit seiner Gründung 1999 arbeitet Pro Wildlife aktiv daran mit, den Schutzstatus für bedrohte Arten zu verbessern. Wir recherchieren den Bedrohungsstatus sowie Umfang und Folgen des Handels. Wir unterstützen Regierungen dabei, Schutzanträge zu verfassen, überzeugen Herkunftsländer und Absatzmärkte sich für internationale Handelsbeschränkungen einzusetzen und helfen, die erforderliche Zweidrittelmehrheit zu erringen. So setzte sich Pro Wildlife erfolgreich für einen besseren Schutz dutzender Arten ein, von Elefanten, Haien, Plumploris, Papageien und Schildkröten bis zu Rotaugenlaubfröschen und Erdchamäleons.

Weitere Informationen:

 » Website von CITES