Presse

Archiv 2008

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Presseinformationen 2008

28.11.2008

“Jeder kann etwas für die Gorillas tun”

Senta Berger ist Pro Wildlife-Botschafterin für das Jahr des Gorillas 2009

27.10.2008

108 Tonnen Elfenbein unter dem Hammer

Größter Elfenbeinverkauf seit 20 Jahren – Wilderei und Schmuggel eskalieren

17.10.2008

Neues EU-Holzgesetz ist wurmstichig

EU-Kommission will illegale Holzimporte stoppen, legt aber lückenhaften Gesetzesentwurf vor

12.09.2008

Urwälder: Mit einem Wisch ist alles weg

Aufruf zum Tag der Tropenwälder: nur Hygienepapiere aus Altpapier kaufen

05.08.2008

Waldschutz ist Klimaschutz: Schüler nehmen das Heft in die Hand

Umwelttipps zum Schulanfang

27.07.2008

Freiheit für Flipper

Artenschützer starten Petition gegen Delfinimporte in die EU

17.07.2008

Rote Karte für Affenschmuggler?

Artenschutzkonferenz diskutiert Sanktionen für Länder, die den illegalen Handel von Menschenaffen dulden

15.07.2008

Elefanten-Ausverkauf

Verkauf von 108 Tonnen Elfenbein genehmigt – Artenschützer kritisieren Bundesregierung

14.07.2008

Elfenbeinverkauf: Größter Elfenbeinverkauf seit 20 Jahren steht bevor

Bundesregierung unterstützt Elfenbeinimport nach China

17.06.2008

Japan vergiftet seine Kinder

Verseuchtes Walfleisch in Japans Schulkantinen

17.06.2008

Von Teneriffa bis Tahiti: Artenschutz im Strandurlaub

Verbrauchertipps für die schönsten Wochen im Jahr

11.06.2008

Gefährliche Affenliebe

Fachjournal Science warnt: Schimpansen als TV-Darsteller gefährden Artenschutz

09.06.2008

Island schiesst sich ins Abseits

Pro Wildlife: „Walfleischexport aus Island nach Japan ist Ohrfeige für internationale Konventionen"

30.05.2008

Kettensägen kreischen weiter

Bilanz der CBD: Die größten Urwaldsünder der Welt blockieren dringende Waldschutzmaßnahmen

29.05.2008

Schutz für Haie, Delfine und Korallen

UN-Biodiversitätskonferenz verabschiedet Kriterien zur Einrichtung mariner Schutzgebiete

28.05.2008

Deutsche Gelder sollen Wälder retten

Pro Wildlife: Andere Industrieländer müssen nachziehen

27.05.2008

Fortschritt beim Affenschutz

Buschfleischjagd soll weltweit bekämpft werden

26.05.2008

Naturschutz nach dem Aschenputtel-Prinzip

Pro Wildlife kritisiert UN-Biodiversitätskonferenz

20.05.2008

Forscher fordern schärfere Jagdgesetze

Wissenschaftler aus aller Welt warnen vor dramatischen Folgen der Affenjagd

15.05.2008

Aliens aus dem Zoogeschäft

Handel mit exotischen Tieren gefährdet heimische Artenvielfalt

07.05.2008

Wie Affen Regenwälder erhalten

Primaten als wichtige Samenverbreiter

05.05.2008

Schutz der Meere zum Scheitern verurteilt?

Fischereistaaten blockieren maritime Schutzgebiete

29.04.2008

Artensterben: Taten statt Warten

UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt startet am 19. Mai in Bonn

09.04.2008

Haie – die gejagten Jäger

Produkte aus Hai auch in Deutschland erhältlich – immer mehr Arten stehen vor der Ausrottung

08.04.2008

Der Bock als Gärtner

Veranstalter von neuer Reptilienbörse ist wegen Reptilienschmuggel vorbestraft

19.03.2008

Urwaldschutz: EU vertagt und versagt

Pro Wildlife fordert Importverbot für illegale Hölzer

29.02.2008

Verbrauchertipps zum Tag des Artenschutzes am 3. März

Artenschutz beginnt zu Hause

22.02.2008

Ohne Affen keine Regenwälder

Primatenjagd wird zum internationalen politischen Thema

02.01.2008

Vogelbörse in Straubing gestoppt

Veranstalter zieht Konsequenzen aus massiven Verstößen gegen den Tierschutz

 

Presseinformation: Affen

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Bienen sollen Gorillas retten

Pro Wildlife und WCS starten Pilotprojekt zum Schutz der Cross-River-Gorillas in Kamerun

WestlicheGorillasJohnAspinallFoundationCongo©I_RedmondMünchen, 16. April 2009. Um eine der letzten Populationen der stark bedrohten Cross-River-Gorillas zu retten, haben Pro Wildlife und die Wildlife Conservation Society in Kamerun ein Schutzprojekt ins Leben gerufen. Ihr Ansatz: Einheimische sollen zu Imkern ausgebildet werden, damit sie nicht mehr im Gorilla-Schutzgebiet Wildbienenstöcke ernten und dafür Bäume abholzen. Lesen Sie mehr...

Presseinformation: Exotenhandel

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Ausverkauf von Madagaskars Artenreichtum

Politische Unruhen erleichtern Plünderung einzigartiger Wildtiere – nun droht Aufhebung des Handelsverbotes für dutzende Arten

Madagaskar-Riesenchamäleon©Pro Wildlife16. April 2009. Madagaskars einzigartige Artenvielfalt ist bedroht: Tierschmuggler nutzen das derzeitige politische Chaos, um unbehelligt bedrohte Arten außer Landes zu schaffen. Dennoch diskutiert der Tierausschuss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens ab dem 20. April in Genf, das bisherige Handelsverbot für dutzende Reptilienarten aufzuheben. „Wird der Handel jetzt weiter geöffnet, wird die Situation völlig eskalieren“, warnt Daniela Freyer, die für Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt. Lesen Sie mehr...

Presseinformation: Elefanten

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Ultimatum für Zoo Dresden ist abgelaufen!

Elefantenhaltung erfüllt Auflagen nicht - Pro Wildlife fordert Unterbringung in geeigneter Anlage

München, den 2. April 1999 - Im Zoo Dresden ist gestern das Ultimatum für die Errichtung einer adäquaten Außenanlage für Elefanten abgelaufen. Mitarbeiter von Pro Wildlife stellten bei einer Ortsbesichtigung fest, dass der Zoo damit auch weiterhin nicht die Auflagen des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) erfüllt. Seit fast drei Monaten fehlt den beiden in Afrika eingefangenen Elefantenkindern Lulu und Mogli - ebenso wie drei weiteren Dickhäutern im Zoo Dresden - das vorgeschriebene Außengehege. Dies wäre bereits für die Importgenehmigung der Jungtiere Voraussetzung gewesen. Doch selbst eine im Nachhinein erteilte Gnadenfrist bis zum 1. April wurde nicht eingehalten. Pro Wildlife fordert deshalb das BfN auf, die längst überfälligen Konsequenzen zu ziehen: Die Tiere müssen beschlagnahmt und in einer geeigneteren Einrichtung untergebracht werden.

Die Einfuhr von sieben afrikanischen Jungelefanten nach Dresden, Erfurt und Basel hatte in den vergangenen Monaten für weltweites Aufsehen gesorgt. Die drei europäischen Zoos nutzten eine Lockerung internationaler Artenschutzbestimmungen, um an die lebenden Kassenmagneten zu kommen. Insgesamt wurden 30 Elefantenkinder von einem Tierhändler aus ihren Herden herausgefangen. Zum Skandal geriet der Fall vor allem, als die brutale Behandlung der Jungelefanten beim Tierhändler in Südafrika bekannt wurde.

Verstößen gegen geltende Bestimmungen des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens zum Trotz beharrten die Zoos auf den Import der Tiere. Der Versuch des Bundesumweltministers, das rechtswidrige Vorhaben zu stoppen, wurde durch einen gerichtlichen Eilbeschluss vereitelt. Zu allem Überfluss stellte das BfN erst im Nachhinein fest, dass Dresden mit dem Fehlen eines adäquaten Außengeheges die geforderten Bedingungen für die Einfuhr nicht erfüllt. Ein Manko, dessen sich der Zoo die ganze Zeit bewusst gewesen sein muss. Nach Einschätzung von Fachleuten war die Einfuhr illegal und müsste als Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz entsprechend geahndet werden. Stattdessen wurde der Zoo Dresden vom BfN lediglich aufgefordert, spätestens bis zum 31. März eine provisorische Außenanlage mit mindestens 800 Quadratmetern bereitzustellen.

"Ein solch fahrlässiger Umgang mit Artenschutzbestimmungen darf sich nicht wiederholen", fordert Daniela Freyer von Pro Wildlife das BfN zum konsequenten Durchgreifen auf.

Aufgrund der äußerst problematischen Haltung von Elefanten in Zoos ist der "Verbrauch" an Tieren entsprechend hoch: Da die Geburtenrate sehr gering ist, sind Zoos und Zirkusse auf Nachschub aus der Wildnis angewiesen. Nach den Pro Wildlife vorliegenden Informationen wurden seit 1981 alleine 175 afrikanische Elefanten (meist Jungtiere) nach Deutschland importiert.

Exotenhandel

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Exoten zu Schleuderpreisen im Internet

Wildtiere aus aller Welt werden online verramscht - Pro Wildlife fordert EU-Importverbot für Wildfänge

München, den 13. Juli 1999 - Reptilien und Vögel aus aller Welt sind zu Niedrigstpreisen im Internet zu haben. Eine Recherche von Pro Wildlife ergab, dass ein holländischer Händler z.B. vietnamesische Geckos schon ab 40 Pfennig anbietet. Aufgrund des freien Handels innerhalb der EU landet ein großer Teil der Tiere in deutschen Terrarien, Käfigen und Aquarien. Pro Wildlife protestiert bei der EU-Kommission in Brüssel: "Ein solcher Ausverkauf von Wildtieren ist nicht akzeptabel." Die Artenschützer fordern deshalb ein EU-weites Importverbot für Wildfänge.

Ein holländischer Großhändler bietet online wildgefangene Tiere zu Preisen an, die kaum noch zu unterbieten sind. Ob Frösche aus Vietnam und Nigeria, Geckos aus Indonesien oder Prachtfinken aus Tansania - diese Tiere werden als Massenware zu Preisen von 0,40 bis 2 DM verschachert. "Solche Dumpingpreise sind nur möglich, wenn die lebende Ware in Massen gefangen und verkauft wird", so Pro Wildlife-Expertin Dr. Sandra Altherr. Der Händler aus den Niederlanden ist nur die Spitze des Eisbergs: Auch in Deutschland bieten Händler per Internet Tiere an, die auf Wunsch im wattierten Briefumschlag quer durch die Republik versandt werden.

Eine Studie des Bundesamtes für Naturschutz belegt, dass die Transport- Sterblichkeit von exotischen Tieren hoch ist. Viele Tiere sterben an den Folgen der brutalen Fangmethoden bzw. während der oft tagelangen Transporte noch im Herkunftsland. Weitere Verluste sind während des Fluges sowie beim Importeur zu verzeichnen. So beträgt die Sterblichkeit bei den massenhaft eingeführten und billig angebotenen Sperlingsvögel fast 40 Prozent. Viele Reptilien, Frösche und Vögel, die den qualvollen Transport überlebt haben, gelangen anschließend in die Hände unerfahrener Halter, wo sie durch drastische Haltungsfehler nach kurzer Zeit verenden.

Das Verramschen per Internet macht auch vor schwierig zu haltenden Tieren wie Chamäleons nicht halt: Schon ab umgerechnet 15 DM wechseln die bizarren Reptilien den Besitzer. Auch international geschützte und seltene Arten wie der Timor-Waran oder der Buntpython sind online abrufbar.

Immer neue Tierarten werden durch den Handel für den Heimtiermarkt bedroht. "Bis gewährleistet ist, dass das massenhafte Einfangen von Wildtieren das Überleben ihrer Art nicht gefährdet und die Transportsterblichkeit auf ein Minimum reduziert ist, fordern wir ein EU-Importverbot für Wildfänge", so abschließend Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. Manche EU-Länder haben bereits entsprechende nationale Gesetze verabschiedet, doch nur ein einheitliches EU-weites Gesetz kann hier Abhilfe schaffen.

Exotenhandel

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Todesfracht bei Lufthansa

Pro Wildlife enthüllt Tierskandal am Frankfurter Flughafen: Wüstenfüchse in Transportkisten qualvoll verhungert

München, den 21. Juli 1999 - Skandal bei Deutschlands renommierter Fluggesellschaft: Lufthansa Cargo transportierte Wildtiere auf einer tagelangen Odyssee vom Sudan über Frankfurt nach Südafrika und - aufgrund fehlender Papiere - wieder zurück. Diese Tortur überlebten vier artgeschützte afrikanische Wüstenfüchse nicht. 31 weitere Artgenossen kamen mehr tot als lebendig an. Weder Lufthansa noch die Tierärzte in Frankfurt wollen von den Qualen der Tiere etwas bemerkt haben. Die Münchner Artenschutzorganisation Pro Wildlife weiß: Solche Dramen sind Alltag auf internationalen Flughäfen. Sie fordert deshalb ein Ende der grausamen Wildtiertransporte und hat Strafanzeige gegen Lufthansa Cargo und die zuständige Veterinärbehörde gestellt.

Ein bei der Ankunft der Tiere in Johannesburg gedrehtes Video, das heute erstmals um 22.30 Uhr in ZDF "Kennzeichen D" gezeigt wird, beweist die unsägliche Tierquälerei: In erbärmlichem Zustand - bis auf die Knochen abgemagert, verwundet, mit eitrigen Augen - sind 32, zum Teil sehr junge Wüstenfüchse verängstigt und von Hunger geplagt in drei Transportkisten eingepfercht. Dazwischen liegen drei tote Artgenossen. Nach Auskunft einer südafrikanischen Tierärztin ist einer davon in Verwesung und war wohl bereits in Frankfurt tot. Ein Fuchsbaby liegt im Sterben. Ebenfalls unfassbar: In die Transportkisten für die Füchse wurden gleichzeitig Tauben hineingestopft, mindestens ein Vogel ist tot. Auch vor dem Transport ihres Wappentiers schreckt die Lufthansa nicht zurück: 10 Kraniche sind Teil der Todesfracht.

In Südafrika hat das Tierdrama noch immer kein Ende: Wegen fehlender Tollwut-Bescheinigungen werden die Füchse nicht angenommen, sondern über Frankfurt wieder zurück an den Absender, einen Tierhändler im Sudan, geschickt. Beim erneuten Zwischenstopp in Frankfurt übersehen Lufthansa und die Veterinäre sowohl den erbärmlichen Zustand der Tiere als auch das Fehlen der vier toten Füchse.

"Die Abfertigung war ein reiner Routinefall", so die oberste Veterinärin im hessischen Sozialministerium, Andrea Escher, die Pro Wildlife gegenüber versicherte, es hätte keine Beanstandungen gegeben. Reine Routine sind auch die Transporte von Millionen Wildtieren, die alljährlich der Natur entrissen, in Kisten und Säcke gesteckt und - meist als Luftfracht - auf einen oft tagelangen, qualvollen Transport geschickt werden. Die Abnehmer sind zum großen Teil private Tierhalter, aber auch Zoos versorgen sich mit Nachschub aus freier Wildbahn. Viele Tiere überleben den qualvollen Fang und Transport nicht. Bei Wildvögeln liegt die Sterberate bei 70 bis 90 Prozent.

Nach Insider-Informationen sind Tiertransporte die zweitgrößte Einnahmequelle der Lufthansa Cargo AG. "Täglich werden Tiere aus Profitgier als billige Massenware kreuz und quer über den Erdball transportiert, ohne Rücksicht auf Verluste", so Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. "Solange nicht die Unversehrtheit jedes einzelnen Tieres garantiert werden kann, müssen diese Transporte verboten werden. Bisher wurden Verstöße nur als Kavaliersdelikt geahndet."

Exotenhandel

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Erfrieren, Ersticken, Verhungern, Tod durch den Fleischwolf...

Skandale bei Wildtiertransporten reißen nicht ab

München, den 29. Dezember 1999 - Mindestens 500 Wildtiere starben vergangene Woche während eines Fluges von Südamerika nach Maastricht (Niederlande). Von den insgesamt 1.500 Vögeln (darunter Papageien), Reptilien und Fröschen ist nach Kenntnis der Münchner Artenschutzorganisation Pro Wildlife jedes dritte Tier im Frachtraum erfroren – darunter alle Reptilien, die besonders kälteempfindlich sind. „Dies ist ein weiteres trauriges Kapitel tödlicher Vorfälle, die sich allein in diesem Jahr an europäischen Flughäfen abgespielt haben“, berichtet Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife: „Die Fluglinien sind mitverantwortlich an millionenfachem Leid von Tieren und an dem Ausverkauf der Natur!“

  • Lufthansa Fall 1: Während eines Fluges vom Sudan über Frankfurt nach Südafrika verhungerten im Juni 1999 mehrere Wüstenfüchse. Die Geschäftsführung von Lufthansa Cargo bedauerte den Vorfall, den keiner bemerkt haben will – allerdings nur, weil bekannt wurde, dass die gleiche Lieferung auch Kraniche umfasste, also einen Verstoß gegen das Lufthansa-Wildvogelembargo darstellte. Eine Strafanzeige von Pro Wildlife folgte, das Ermittlungsverfahren läuft noch.
  • Lufthansa Fall 2: Im November 1999 kam es zu einem weiteren tödlichen Zwischenfall bei der renommierten Fluglinie: Von vier Delfinen, die aus Russland nach Südamerika transportiert wurden, überlebten zwei Tiere den Flug nicht. Die Todesursache ist unklar. Lufthansa zog aus diesem Fall erste Konsequenzen und stieg aus den Transporten von Walen und Delfinen aus. „Eine leichte Entscheidung – angesichts des geringen Anteil von Walen und Delfinen am Frachtgeschäft. Dieser Ausstieg reicht uns nicht“, so die Expertin von Pro Wildlife, die von Lufthansa das Ende aller Wildtiertransporte fordert.
  • Der Fall KLM: Bei der größten holländischen Fluglinie starben über 400 chinesische Hörnchen sowie seltene Papageien und Schildkröten auf dem Flughafen in Amsterdam. Aufgrund fehlender Papiere wurden die lebenden Tiere in einem Fleischwolf „entsorgt“ – ein Skandal, der KLM wenige Monate später zu dem Ausstieg aus allen Wildtiertransporten bewegte. Einzige bedauerliche Ausnahme: Zierfische, die immer noch millionenfach transportiert werden – und sterben...
  • Bei Massensendungen von Ziervögeln und Zierfischen werden die Tiere so eng gepackt, dass viele von ihnen ersticken. Verlustraten von bis zu 30 % während des Fluges sind keine Seltenheit So bleiben alljährlich Millionen Tiere auf der Strecke – Todesfälle, die unbekannt bleiben.

Ein Großteil der Tiere stammt aus freier Wildbahn – immer mehr Arten gelangen so an den Rand der Ausrottung. Pro Wildlife betont die besondere Verantwortung der Fluglinien: „Erst durch den Transport per Flugzeugen in alle Welt wird der Ausverkauf der Natur in Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas möglich. Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen – allen voran Lufthansa als eine der größten Cargo-Gesellschaften – aus diesem tödlichen Geschäft aussteigen.“

Exotenhandel

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Todeskandidaten im Wohnzimmer

Hunderte Millionen Zierfische sterben alljährlich in deutschen Aquarien – Viele stammen aus der freien Wildbahn

München, 22. Februar 2000 – In deutschen Aquarien schwimmen etwa 80 Millionen Zierfische. Dieser Besatz wird durchschnittlich viermal im Jahr ausgetauscht, 320 Millionen Zierfische werden demnach pro Jahr von deutschen Aquarienbesitzern regelrecht „verbraucht“. Nach Angaben von Pro Wildlife ist die Aquaristik damit eines der größten Tier- und Artenschutzprobleme. Insbesondere der Bereich der Meeresaquaristik erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Doch etwa 95% der farbenfrohen Korallenfische sind Wildfänge. Dies hat fatale Folgen für den gesamten Lebensraum. „Deutschland ist ein führendes Importland für Zierfische und trägt eine erhebliche Mitschuld an der Zerstörung der Natur“, betont Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife.

Während Süßwasserfische inzwischen zum Großteil Nachzuchten sind, werden immer noch nahezu alle Korallenfische der Natur entrissen. Immer neue Arten, wie z.B. der Banggai-Kardinalsbarsch, tauchen im Handel auf, obwohl sie in der Natur nur ein begrenztes Verbreitungsgebiet haben und leicht ausgerottet werden können. Die Tiere werden oft mit dem Nervengift Natriumcyanid gefangen, dass in das Korallenriff eingespritzt wird. Betäubte Fische können so mühelos eingesammelt werden. Doch viele von ihnen – und mit ihnen auch unzählige andere Korallenbewohner - überleben diese rigide Fangmethode nicht.

„Durch den brutalen Fang, den oft tagelangen Transport in die Zielländer und die schlechten Bedingungen bei vielen Händlern sterben 50 bis 70 Prozent der Fische bereits vor Ankunft beim Endabnehmer“, so Dr. Sandra Altherr. „Die überlebenden Tiere schleppen oft Krankheiten ein, so dass auf einen Schlag ein gesamter Aquarienbesatz vernichtet wird.“

Ein weiteres Problem ist der oft mangelhafte Wissensstand der Halter von Zierfischen. Fische werden häufig spontan gekauft, ohne dass der Besitzer die Bedürfnisse der einzelnen Arten kennt. So werden Tiere zusammengesetzt, die unverträglich sind oder verschiedene Wasserwerte benötigen, ganz nach dem Motto „Lernen durch Verbrauchen “. Verluste sind vorprogrammiert: „80 Prozent der Fische verenden an Haltungsfehlern“, so Altherr.

„Im Tier- und Artenschutzrecht werden Zierfische bisher völlig vernachlässigt“, kritisiert Pro Wildlife. So werden z.B. die Importe von Zierfischen nach Deutschland nicht nach Anzahl und Art erfasst, sondern nur nach Tonnen. Keine einzige Zierfischart ist derzeit nach deutschem Recht oder gar international geschützt.

„Der völlig unkontrollierte Handel mit Wildtieren, wie den empfindlichen Zierfischen, muss endlich eingeschränkt werden", fordert die Münchner Tier- und Artenschutzorganisation: „Ebenso ist das millionenfache Sterben in deutschen Aquarien nicht mehr länger hinnehmbar“.

Exotenhandel

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Infektionsgefahr aus dem Terrarium

Exotische Heimtiere als Krankheitsüberträger – Pro Wildlife: „Wildfänge besonders stark belastet.“

München, den 9. März 2000 – Vom Prachtfinken über die Schmuckschildkröte bis hin zum Zierfisch - Wildtiere tragen zahlreiche Krankheitskeime in sich, von denen einige auch für den Menschen gefährlich werden. In England starb kürzlich ein dreiwöchiges Baby, das sich bei einer Echse mit Salmonellen infiziert hatte, an einer Hirnhautentzündung. Nach Angaben von Pro Wildlife sind insbesondere Tiere, die aus der freien Wildbahn stammen, durch den enormen Stress während Fang, Transport und Haltung stark mit Keimen belastet. Neben Salmonellen sind auch andere Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten für Tier und Mensch gefährlich. Für die Münchner Artenschutzorganisation ist dies ein weiteres Argument dafür, den Handel mit Wildtieren zu beschränken: „Der Trend zum exotischen Heimtier steigt stetig – und mit ihm die damit verbundenen Gefahren“, so Dr. Bettina Maurer.

Mehrere hunderttausend Reptilien und Ziervögel sowie über 70 Millionen Zierfische werden alljährlich nach Deutschland importiert. Der Handel verläuft größtenteils völlig unkontrolliert, eine Quarantäne ist nur für Papageien vorgeschrieben. Doch viele Wildtiere sind mit Keimen belastet, die zu Erkrankungen beim Menschen führen können, den sogenannten Zoonosen. „Insbesondere Schlangen und Schildkröten sind Salmonellenträger,“ so Dr. Bettina Maurer von Pro Wildlife. Die Tierärztin betont: „Zwar sind die meisten dieser Erreger für den Menschen ungefährlich, einige jedoch können zu schweren Erkrankungen ja sogar zum Tod führen.“ Besonders stark belastet sind Wildfänge. Massiver Stress, verursacht durch rigide Fangmethoden, lange Transporte unter oft schlechten Bedingungen und eine unsachgemäße Behandlung, schwächen die Tiere und ermöglichen den Erregern eine ungehinderte Vermehrung.

Im Dezember vergangenen Jahres starb in England ein drei Wochen altes Baby an den Folgen einer Salmonellen-verursachten Meningitis. Untersuchungen ergaben, dass die Echse der Familie, eine Wasseragame, die Ansteckungsquelle war. Wenn auch die oberste englische Gesundheitsbehörde auf den aktuellen Fall mit einer Warnung insbesondere vor dem Kontakt von Kleinkindern, Schwangeren und immunschwachen Personen mit Reptilien reagierte - das Problem ist keinesfalls neu. Bereits 1975 wurde in den USA der Verkauf von Babyschildkröten mit einer Panzerlänge unter 10 cm verboten. Der Grund: Kleinkinder sahen sie als Spielzeug an und steckten sie in den Mund. Zahlreiche Infektionen traten auf, einige sogar mit Todesfolge. Im Dezember 1999 wurde im Bundesstaat Florida auch der Import zweier afrikanischer Schildkrötenarten verboten. Die auf den Panzertieren sitzenden Zecken sind mit Bakterien verseucht, die beim Menschen die unheilbare Herzwassersucht auslösen können.

Neben Reptilien sind aber auch exotische Vögel oder Zierfische potenzielle Krankheitsüberträger (detaillierte Informationen auf Wunsch erhältlich). Insbesondere bei Zierfischimporten werden prophylaktisch Antibiotika verabreicht, wodurch die Entwicklung resistenter Bakterienstämme gefördert wird.

„Obwohl Wissenschaftler seit langem warnen, wird in Deutschland das Problem der Ansteckungsgefahr im Umgang mit Exoten bisher kaum wahrgenommen,“ kritisiert Dr. Maurer. Die Gesundheitsbehörden hierzulande haben sich der Problematik bisher nicht angenommen, da sie die Haltung von Exoten für zahlenmäßig unbedeutend halten. Dabei wird völlig vernachlässigt, dass exotische Heimtiere im Trend liegen: Insbesondere Reptilien und Zierfische „erfreuen“ sich steigender Beliebtheit. Die Folgen einer möglichen Ausbreitung von Zoonosen sind nicht abschätzbar. Denn der Handel mit den Tieren verläuft größtenteils unkontrolliert, so wie z.B. auf der am kommenden Samstag in Hamm (Nordrhein-Westfalen) stattfindenden „Terraristika“, Europas größter Reptilienbörse, auf der wieder zahllose Tiere verramscht werden.

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