Lolas Welt
Name: Lola
Wohnort: Affenwaisenhaus Limbe Hobbys: Quatsch machen, kuscheln
Lieblingsessen: Mangos und Bananen
Merkmale: endlich wieder übermütig
Wie Lola auf die Welt kam
Das erste, was Lola nach ihrer Geburt in den Regenwäldern Kameruns machte, war sich in das weiche dicke Fell ihrer Mutter einzukuscheln. Immer gut festhalten, das ist überlebenswichtig für Schimpansenbabys, denn sonst können sie runterfallen! Zusammen mit Mutter, Vater, vielen Tanten und Spielkameraden kletterte sie durch die Baumkronen. Jeden Abend baute Lolas Mutter ein neues Nest aus Blättern, in dem die beiden gemeinsam schlafen konnten.
Der Tag, der alles zerstörte

An den Tag, als Lola ihre Familie verlor, erinnert sie sich vor allem nachts – in ihren Alpträumen: Wilderer überfielen die Schimpansengruppe bei der Futtersuche. Sie erschossen Lolas Mutter und all die anderen großen Schimpansen. Menschenaffen werden von den Wilderern besonders verfolgt: Denn pro Kugel liefern sie die größte Fleischausbeute. Es war der schrecklichste Tag in Lolas Leben: Die Schüsse knallten laut, ihre Familie schrie und rannte in Panik durcheinander, eine Kugel streifte Lolas Arm. Dann fiel ihre Mutter um und bewegte sich nicht mehr. Lola versuchte die ganze Zeit nur, genau das zu tun, was ihre Mutter ihr in den ersten Wochen ihres Lebens eingeschärft hatte: Immer schön im Fell festhalten! Die Wilderer nahmen darauf keine Rücksicht, sie zerrten solange an dem Affenkind, bis es keine Kraft mehr hatte und losließ. Sie trugen die tote Schimpansenmutter davon, und setzten Lola in eine dunkle Plastiktasche. Das war das letzte Mal, dass sie ihre Mutter und die ganze Familie sah – denn sie wurden alle als "Buschfleisch" auf einem Markt verkauft.
Gefangenschaft in Lolodorf

Einer der Wilderer nahm das hilflose Schimpansen-Mädchen einfach mit zu sich nach Hause, in eine Hütte in Lolodorf (daher der Name Lola). Lola hatte fürchterliche Angst, wollte nichts essen oder trinken. Der Wilderer brachte sie daraufhin zu einem Luxushotel. Dort wollte er sie verkaufen – als lebende Attraktion für die Besucher. Der Hotelbesitzer wusste jedoch, dass das illegal ist. Er lehnte ab – und Lola musste wieder zurück in die Hütte nach Lolodorf. Ihr ging es immer schlechter. Die Wunde am Arm pochte, sie hatte Fieber und nahm noch immer keine Nahrung zu sich.
Rettung durch Pro Wildlife's Partnerorganisation
Der Hotelbesitzer hatte Mitleid mit dem verletzten Schimpansenkind – und er wusste, dass die Tiere in Kamerun streng geschützt sind. Er alarmierte die Polizei und Ofir Drori. Ofir ist ein großer Schimpansenfreund. Seit Jahren unterstützt Pro Wildlife ihn und seine Organisation LAGA in Zentralafrika. Er kämpft gegen Wilderer und illegale Tierhändler und befreit immer wieder Affenbabys. Als er von Lolas Schicksal erfuhr, organisierte er gemeinsam mit der Polizei eine Befreiungsaktion – und sorgte dafür, dass der Wilderer festgenommen wurde. Es war Rettung in letzter Minute: Lola war kaum ansprechbar, fast verhungert und verdurstet. Deshalb brachte Ofir sie auf dem schnellsten Weg in die von Pro Wildlife unterstützte Auffangstation für Affenwaisen in Limbe.
Operation in letzter Minute
Lolas Zustand war so schlecht, dass sie in Limbe sofort eine Narkose bekam. Das erste Mal seit den schrecklichen Erlebnissen konnte sie tief und fest schlafen. Die Leiterin des Waisenhauses, Tierärztin Ainare Idoiaga, operierte ihre Schusswunde am Arm. Drei Tage lang kämpfte sie um Lolas Leben. Die Kleine hatte hohes Fieber, die Wunde am Arm hatte sich stark entzündet, ihr kleiner Körper war völlig ausgezehrt. Lola musste wochenlang, rund um die Uhr intensiv betreut werden. Immer, wenn sie nachts schreiend aufwachte, war jemand für sie da, der sie tröstete und ihr Geborgenheit gab.
Lolas neues Zuhause: Das Affenwaisenhaus in Kamerun
Das von Pro Wildlife finanzierte Affenwaisenhaus versorgt derzeit über 200 Affen, die ein ähnliches Schicksal wie Lola haben. Die Neuankömmlinge sind oft verletzt, krank und traumatisiert. Sie müssen mühsam wieder gesund gepflegt werden. Das Waisenhaus hat ihrer aller Leben gerettet! Alleine könnten sie im Urwald nicht überleben.
Die Pfleger versuchen, den Affen ein Leben zu ermöglichen, das fast so ist wie in Freiheit: Die Tiere leben in einer Ersatzfamilie aus Artgenossen, lernen das Klettern auf Bäume und essen die gleichen Früchte und Blätter wie ihre Artgenossen im Urwald.
Lola und die über 200 Affenwaisen in der Auffangstation brauchen Ihre Hilfe!
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