Artenschutz

Feiern für den Artenschutz

Feiern für den Artenschutz

Organisieren Sie eine Spendenaktion!

Ein Fest steht ins Haus? Sie erwarten eine Flut von Geschenken und wissen nicht wohin damit? Organisieren Sie eine Spendenaktion für den Artenschutz! Sie entscheiden, wohin die Spenden fließen sollen - wir kümmern uns um den Rest!

Gerne senden wir Ihnen Flyer zu, die über unsere Projekte informieren. Sie können die den Einladungskarten beilegen, oder auf Ihrem Fest direkt an Ihre Gäste verteilen. So bekommen Ihre Freunde eine fundierte Information darüber, wofür Sie sich engagieren.

Auf Wunsch erstellen wir Ihnen ein eigenes Online - Spendenformular. So können wir Sie am Ende der Spendenaktion über den Erfolg Ihrer Spendenaktion informieren! Ihren Freunden und Bekannten erleichtert dieses Formular das Spenden um Einiges!

Und Sie? Natürlich sollen Sie am Ende Ihrer Spendenaktion nicht mit leeren Händen dastehen. Als kleines Dankeschön bekommen Sie eine Urkunde, die an Ihre großzügige Spendenaktion erinnert!

Interesse? Dann schreiben Sie uns eine Email mail@prowildlife.de oder rufen Sie uns an: 089 - 81299 -507 !

Eisbär in Not

Eisbaer(c) AnsgarWalkDer Eisbär: Eine Art geht unter

Er ist das traurige Symbol des Klimawandels: Der Eisbär. Ihm schmilzt das Eis unter den Pfoten weg. Schadstoffe aus der Nahrungskette vergiften ihn und immer noch wird er gnadenlos bejagt.

>> Protestieren Sie jetzt!

>> Spenden für die Letzten ihrer Art!


 Hannes Jaenicke im Kampf für die Eisbären

Jeder weiß es: Den Eisbären schmilzt der Lebensraum weg.  Bisher wenig bekannt ist, dass der „Ursus Maritimus“ zusätzlich gefährdet ist, weil jedes Jahr Hunderte Eisbären abgeschossen werden – ganz legal. Auf diese Bedrohung weist der Umweltaktivist und Schauspieler Hannes Jaenicke in einem neuen Spot hin, mit dem er die Arbeit von Pro Wildlife unterstützt. „Unbegreiflich, dass Regierungen weiterhin die Jagd auf eine vom Aussterben bedrohte Art genehmigen“ sagt Jaenicke. Er fordert die kanadische Regierung auf, endlich die Jagd auf den bedrohten „König der Arktis“ zu verbieten.

Das können Sie für die Eisbären tun:

  1. Bitte leiten Sie das Video an alle Bekannten und Freunde weiter, teilen Sie es auf Facebook, Twitter, Google+ und Co!
  2. Nehmen Sie an unserer Protestaktion teil!
  3. Spenden für Polarbären!

Eisbaer(c)Ansgar Walk Der Eisbär im Schwitzkasten

Bedrohung durch den Klimawandel

20–25.000 Eisbären sollen nach einer veralteten Schätzung der IUCN noch leben – doch tatsächlich dürften es merklich weniger sein. Zwei Drittel der lokalen Bestände sind bereits rückläufig. Wissenschaftler haben berechnet, dass es aufgrund der menschengemachten Erderwärmung bis 2050 rund 70 Prozent weniger Eisbären geben könnte. Seit Beginn der Messungen im Jahr 1979 ist die Eisdecke in der Arktis in den warmen Sommermonaten bereits um 30 Prozent geschrumpft. Auf den gefrorenen Eisdecken des Polarmeeres sind die Bären zu Hause: Sie sind die Kinderstube der Jungtiere, die Elterntiere nutzen das Eis für die Jagd. Mit dem Rückgang der Eisschicht in der Arktis schrumpft auch die Lebensgrundlage der weißen Giganten, eine Gefahr auch für den kleinen Eisbär. Die Mütter können ihre Jungen nicht mehr versorgen, sie sterben einen elendigen Hungertod. Der Kampf gegen den Klimawandel schwächt die Populationen zunehmend, vor allem die Sterblichkeitsrate der Jungtiere steigt rapide. Forscher konnten den kräftezehrenden Kampf einer mit einem Sender ausgestatteten Eisbärin gegen die Eisschmelze verfolgen: Sie schwamm neun Tage lang ununterbrochen, legte dabei 687 km zurück und lief dann nochmals 1.800 km. Die Gewaltaktion kostete sie 22 Prozent ihres Körpergewichts – sowie das Leben ihres einjährigen Jungen.


TrocknenVonEisbaerhaeuten(c)HannesGrobeBedrohung durch die Jagd

In den eisfreien Monaten flüchten immer mehr Eisbären auf das Festland. Das Problem: Hier lauert der Mensch. Je mehr sich der Eisbär der Zivilisation nähert, desto gefährlicher lebt er. Jedes Jahr werden vermutlich über 1.000 Eisbären getötet. Die meisten davon ganz legal, vor allem in Kanada. In Grönland werden derzeit pro Jahr etwa 140 Tiere legal getötet, in den USA 29. In Russland ist die Jagd offiziell noch verboten. Allerdings werden hier bis zu 300 Tiere jährlich gewildert, und die Regierung erwägt derzeit, den Abschuss von 29 Tieren zu erlauben. Norwegen ist daz einzige Land, das Eisbären streng schützt. 

Kanada: Eisbären als Freiwild

Eisbaer(c)BFFDie größte Gefahr, vor eine Flinte zu laufen, droht den Eisbären in Kanada. Die Provinzregierungen geben Jahr für Jahr fast 700 Eisbären zum Abschuss frei. Erlaubt ist die Jagd auf den Polarbären nicht nur Ureinwohnern. Diese dürfen ihre Abschusslizenzen auch an Touristen weiter verkaufen: Trophäenjäger aus Deutschland, Russland und anderen Ländern können für 40.000 Euro in Kanada ganz legal einen Polarbären abschießen. Im Visier haben sie ausgerechnet die Tiere, die am größten und stärksten sind – und die für die Fortpflanzung und das langfristige Überleben des Bestandes am wichtigsten sind. Zudem floriert der kommerzielle Handel mit Eisbärfellen. Hunderte Eisbären werden in Kanada jedes Jahr getötet und als Bettvorleger oder Eisbär - Mütze verkauft. Auktionshändler beklagen eine nicht mehr zu sättigende Nachfrage, insbesondere aus Asien und Russland. Denn trotz rückläufiger Bestände gibt es bisher kein internationales Handelsverbot. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) fordert zwar, dass der Handel die Bestände nicht gefährden darf. Doch solange Regierungen wie Kanada Abschussquoten nach eigenem Gutdünken festsetzen dürfen und nicht einmal rückläufige und kleinste Populationen schonen, läuft diese Forderung ins Leere. Trotz Warnungen von Wissenschaftlern lassen einige Provinzen wie z.B. Quebec und Nunavut sogar zu, dass noch mehr Eisbären abgeschossen werden als in den letzten Jahren. Einzig die USA haben bisher gehandelt, um diesen unverantwortlichen Aderlass zu stoppen: 2008 wurde der Eisbär dort in den Endangered Species Act Eisbaer(c)A.Wilsonaufgenommen, die Einfuhr von Eisbärfellen aus Kanada und anderen Ländern ist dort seither verboten. Kanada hingegen behauptet, die Jagd sei eine alte Tradition der Inuit und heute eine bedeutende Einnahmequelle. Doch beide Argumente sind nicht haltbar: Die Eisbärjagd begann in nennenswertem Umfang erst mit dem Gebrauch von Schusswaffen und floriert in Kanada vor allem seit 1980. Und die Gewinne aus der Trophäenjagd sind marginal: In der Provinz Nunavut, einem der Hauptjagdgebiete, machen sie weniger als 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Ist der Eisbär noch zu retten?

EisbaerUnterWasser(c)JohnEisbären sind eine aussterbende Tierart: Wissenschaftler befürchten, dass sie in nur einhundert Jahren ausgerottet sein könnten. Der Verlust jedes einzelnen Tieres wiegt also schwer. Um den Polarbär zu retten, muss an zwei Fronten gekämpft werden. Es gilt, die Freisetzung von CO2 zu verringern. Hier ist die Politik, aber auch jeder Einzelne gefragt. Ob und wie schnell der Klimawandel eingedämmt werden kann, ist fraglich. Klar aber ist, dass der verantwortungslose Abschuss von Hunderten Eisbären im Jahr und der Handel mit ihren Fellen umgehend eingestellt werden müssen.

Pro Wildlife kämpft für einen konsequenten Schutz der Eisbären. Bitte unterstützen Sie unsere Protestaktion an die kanadische Regierung!

Eisbaerfamilie(c)AlastairRae

Das Froschschenkel-Desaster

Ausgequakt: Europas Gourmets bedrohen Frösche

Fejervarya_cancrivora(c)WDjatmitko4.600 Tonnen Froschschenkel importiert die EU jährlich aus Indonesien – das entspricht 100-200 Millionen Fröschen. In den 1980er Jahren kamen Froschschenkel in Verruf: Damals sorgten Bilder aus Indien und Bangladesch für Entsetzen, die zeigten, wie grausam Fröschen die Beine abgehackt wurden. 1985 wurden die zwei damals meistgehandelten Arten auf Initiative Deutschlands weltweit unter den Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gestellt - und das Thema verschwand aus den Schlagzeilen. Zunächst.

Indonesiens Frösche verschwinden

GefangeneFroesche(c)ScamleePro Wildlife wollte jedoch wissen, ob dieses Problem wirklich aus der Welt geschafft ist. Unsere Recherchen brachten Erschreckendes zutage: Gemeinsam mit den amerikanischen Verbänden Defenders of Wildlife und Animal Welfare Institute hat Pro Wildlife im Juli 2011 die Studie "Canapés to Extinction" veröffentlicht, die zeigt, dass sich das Problem von Indien und Bangladesh nach Indonesien verlagert hat. Dort werden seither bis zu 200 Millionen Frösche jährlich aus Reisfeldern und Tümpeln für den Export in die EU eingefangen – mit fatalen Folgen für die Natur: Die Frösche werden immer seltener, sie fehlen als Insekten- und Schädlingsbekämpfer. 200 Miliionen Frösche würden jährlich bis zu 800.000 Tonnen Insekten, Schnecken und andere Agrarschädlinge vertilgen - wenn sie nicht gefangen, getötet, eingefroren und nach Europa verschifft würden. So jedoch wird der Einsatz von Pestiziden in Indonesien immer weiter erhöht, die Gewässer werden hierdurch immer mehr verschmutzt - mit negativen Folgen für die Artenvielfalt wie auch den Menschen.

Die EU muss endlich handeln!

Froschschenkel_Frankreich(c)Pro WildlifeDie EU ist und bleibt trauriger Spitzenreiter der Froschvernichtung - allen voran Frankreich, Belgien und Holland. Seit 1992 ist es in der EU verboten, Frösche zu fangen und zu verkaufen, also importiert man seither aus Asien - ohne Rücksicht auf die Folgen für die dortigen Ökosysteme. Pro Wildlife fordert von der EU nun, endlich die Verantwortung für die Naturplünderungen zu übernehmen, die Importe drastisch zu reduzieren und sich dafür einzusetzen, dass Frösche weltweit besser geschützt werden.

„Frösche kommen mir nicht in den Topf“

StarkochMarquard(c)M.Kranz

Auch Starkoch Stefan Marquard, ausgezeichnet mit dem Michelin Stern und bekannt aus TV-Shows, war überrascht, als er von dem Ausmaß der Froschplünderungen hörte: „Ich dachte, das sei längst passé.“ Nun unterstützt er die Kampagne von Pro Wildlife zum Schutz der Amphibien: „Froschschenkel kommen mir nicht in den Topf“ sagt er und empfiehlt auch seinen Kollegen, auf die fragwürdige Delikatesse zu verzichten. Denn auch wenn in Deutschland im Vergleich zu Frankreich wenig Froschschenkel konsumiert werden, stehen sie immer wieder bei „Französischen Wochen“ oder in französischen Restaurants auf der Speisekarte...

Dieses Projekt wird freundlicherweise von der Eva Mayr-Stihl Stiftung und der Heidehof-Stiftung unterstützt.
 

Was können Sie für den Schutz der Frösche tun?

1) Boykottieren Sie Froschschenkel! Und reden Sie mit Freunden, Kollegen und Verwandten über dieses Thema. Dieses Luxusprodukt ist völlig überflüssig!

2) Wenn Sie Froschschenkel auf Speisekarten im Restaurant entdecken, sprechen Sie das Personal darauf an, informieren Sie sie freundlich, aber bestimmt über die großen Tier- und Artenschutzprobleme und bitten Sie sie, solche Gerichte von der Speisekarte zu nehmen. Gleiches gilt für Angebote im Supermarkt (v.a. in den Gefriertruhen).

3) Unterstützen Sie den Schutz von Wildtieren mit Ihrer Spende oder Ihrer Mitgliedschaft

Leiden für den Luxus

Pythonlederstiefel©G_BeirneGrausame Produktion von Reptilleder

Das Leder exotischer Reptilien ist wieder en vogue: In den Kollektionen angesagter Luxuslabels wie Gucci, Prada und Bally finden sich Taschen, Schuhe und Gürtel aus Reptilleder. Wie grausam Python- und Waranleder in Asien hergestellt wird, berichtete Pro Wildlife in stern TV am 17. November 2010. Auch die „Rundschau“ des Schweizer Fernsehens hatte im Oktober die schockierenden Videoaufnahmen gezeigt.

Lebend gehäutet

Pythons_aufgehaengt©MarkAuliya

Waranen werden die Beine auf dem Rücken zusammengebunden, sie werden in Plastiksäcke gestopft, auf Lastwägen geworfen und ins Schlachthaus gebracht. Der Umgang mit den Tieren ist äußerst brutal: Man tritt auf sie, wirft sie achtlos in Ecken. Ein Schlag auf den Kopf soll Warane und Schlangen töten, doch viele überleben und erleben die folgende Prozedur bei vollem Bewusstsein: Ein Schnitt auf der Bauchseite – und schon wird den Waranen die Haut abgezogen. Die Schlangen hängt man am Kopf auf, mit einem Schlauch wird Wasser in ihre Körper gefüllt, um die pralle Haut besser abziehen zu können. Die Tiere ertrinken erbärmlich oder erleben sogar ihre Häutung. Mehrere Hunderttausend Tiere erleiden dieses Schicksal jedes Jahr. Die Fernsehbeiträge haben einen Sturm der Empörung ausgelöst. Pro Wildlife hat eine Online-Protestaktion eingerichtet. Sie richtet sich an die großen Luxuslabels und fordert sie auf, künftig kein Reptilleder mehr zu verwenden. 

Tiere aus freier Natur

Bei den Tieren handelt es sich in der Regel um Wildfänge. Sowohl Warane als auch Pythons sind nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geschützt und dürfen nur begrenzt gehandelt werden. Viele Hersteller berufen sich darauf, dass sie Schlangenleder aus Zuchtfarmen beziehen. Doch zum Teil existieren die angeblichen Zuchtfarmen gar nicht oder diese bedienen sich aus der Natur. Denn Wildfänge sind billiger und schneller erhältlich als Nachzuchten. Die Folgen für das ökologische Gleichgewicht sind mancherorts schon zu beobachten: Wo die Schlangen fehlen, können sich Ratten ungestört vermehren, weil ihr natürlicher Fressfeind fehlt.

Was können Sie gegen den grausamen Handel mit Reptilleder tun?

1) Machen Sie mit bei Pro Wildlifes Protestaktion und verbreiten Sie sie in Internetforen, unter Freunden, auf Facebook und Twitter!

2) Halten Sie die Augen offen nach Reptilleder (erkennbar an den leicht abstehenden Hautschuppen). Informieren Sie Verkäufer und Träger von Reptillederprodukten höflich und sachlich über die Tier- und Artenschutzproblematik, vielen ist dies bisher unbekannt.

3) Unterstützen Sie den Schutz von Wildtieren mit Ihrer Spende oder Ihrer Mitgliedschaft

Live von der Artenschutzkonferenz

CITES-Tagebuch aus Doha, Katar

Von der 15. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) aus Doha berichteten die Pro Wildlife Mitarbeiterinnen Daniela Freyer und Sandra Altherr:

Doha, 25. März: Erlebnisse der besonderen Art

Die Konferenz ist vorbei. Wir warten auf unseren Rückflug und nutzen die Gelegenheit für einen kleinen Rückblick, was sich so am Rande der Konferenz ereignete:

  • der Empfang der japanischen Regierung, nachdem der Thunfisch-Antrag scheiterte, auf dem Roter Thunfisch serviert wurde – eigens aus Japan eingeflogen ...
  • die von Japan verlesene Erklärung nach Abschluss der Konferenz, nach der ausgerechnet Japan im Thunfisch-Schutz die Führung übernehmen will – da macht sich der Bock selbst zum Gärtner…
  • der Trophäenjagd-Lobbyist, der ausgerechnet Honduras überzeugen wollte, den Antrag zum Schutz der Rotaugenlaubfrösche abzulehnen – ohne zu wissen, dass Honduras einer der beiden Antragsteller ist … Ein schönes Beispiel, wie Lobbyarbeit NICHT funktioniert!
  • der libysche Delegierte mit enormem Schauspieltalent, der in einem Atemzug den Antrag zum Schutz des Thunfischs, die EU und die Globalisierung verdammte.


Doha, 25. März: Desaster für den Haischutz

Heringshai(c)NOAADer letzte Tag der Konferenz entwickelte sich nochmals dramatisch für die Haie. Die Gegner des Haischutzes eröffneten nochmals die Diskussion um die am Dienstag im Ausschuss beschlossene Listung des Heringshais – und der Antrag wurde abgelehnt. Was für eine riesige Enttäuschung unter den Artenschutzorganisationen! Damit sind tatsächlich alle Anträge zum Schutz von Meerestieren hier in Doha baden gegangen! Und das im Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt. Hierfür trägt vor allem Japan die Verantwortung – und ausgerechnet Japan ist Gastgeberland für die diesjährige Biodiversitätskonferenz!



Doha, 25. März: Elefantenschutz bestätigt

Elefantenbulle(c)AGabanyiElfenbeinhandel ist kein Allheilmittel für Artenschutz und Armutsbekämpfung: Sambia und Tansania sind in der Vollversammlung der CITES-Konferenz heute zum zweiten Mal mit ihrem Versuch gescheitert, den Elefantenschutz zu lockern und Elfenbein aus Lagerbeständen zu verkaufen. Hierfür gibt es viele gute Gründe: Wilderei, Elfenbeinschmuggel, abnehmende Elefantenbestände und Korruption sind die vier wichtigsten. In ihrer Argumentation gehen die beiden Länder hierauf allerdings mit keinem Wort ein. Stattdessen ziehen sie einmal mehr alle Register: Elefanten werden als Plattmacher und Killer verunglimpft, angebliche Überpopulationen herbei geredet und der Elfenbeinhandel als simples Mittel gegen die Armutsbekämpfung und Lösung des Konfliktes zwischen Mensch und Tier angepriesen.

Von der Wahrheit ist das weit entfernt: Das Elefanten-Management ist ausschließlich nationale Angelegenheit, CITES greift hier nicht ein. Das Abkommen verbietet seinen Mitgliedsstaaten nicht den Abschuss angeblicher Problemtiere. Obwohl CITES hierauf keinerlei Einfluss hat, spielen Sambia und Tansania den Konflikt zwischen Mensch und Tier hoch. In Tansania werden pro Jahr nur 15 und in Sambia 30 Elefanten als „Problemtiere“ abgeschossen. Der Verkauf ihrer Stoßzähne wird daran nichts ändern. Stattdessen bringt er Elefanten in ganz Afrika und Asien in Gefahr, bereits jetzt werden jedes Jahr Zehntausende für den illegalen Elfenbeinhandel gewildert. Die Erlöse aus dem Elfenbeinhandel wären ein Tropfen auf den heißen Stein – sie reichen bei weitem nicht aus, um die großen Finanzlöcher im Artenschutz geschweige denn in der Armutsbekämpfung zu füllen. Im Gegenteil fürchtet z.B. die Tourismusindustrie in Tansania Imageverlust und Umsatz-Einbußen und bat bereits die Regierung, den Feldzug gegen die Elefanten zu stoppen.

Sambia und Tansania kämpfen hier Scheingefechte: Es geht ihnen um eine politische Grundsatzentscheidung und darum, der Nutzung „natürlicher Ressourcen“ Vorrang über den Schutz zu verschaffen. Die Gefahren der Öffnung des Elfenbeinmarktes auch für Afrikanische Elefanten in anderen Ländern sowie Asiatische Elefanten, haben beide Länder ausgeblendet – auf der Artenschutzkonferenz sind sie deshalb zu Recht gescheitert.



Doha, 24. März: Strittige Themen kochen wieder auf

Hyazinthara(c)A_CottaHeute und morgen findet hier die Vollversammlung statt, d.h. dass alle bisherigen Empfehlungen und Entscheidungen formell nochmals bekräftigt werden müssen. In den allermeisten Fällen werden die getroffenen Beschlüsse abgenickt, doch bei kontroversen Themen kann die Diskussion wiedereröffnet werden – so heute geschehen bei dem philippinischen Papageienzüchter, der von CITES als Zuchtbetrieb anerkannt werden wollte. Im Ausschuss am 22. März wurde dies verhindert, heute kam das Thema nochmal hoch – und wieder konnten wir uns über eine Absage an diesen dubiosen Tierhändler freuen. Gleichzeitig hielt uns das Elfenbeinthema auf Trab, denn es war klar, dass Tansania und Sambia im Plenum ihre Anträge nochmals einbringen. Also wieder Argumente zusammenstellen, Übersetzungen in Französisch, Arabisch und Spanisch organisieren, mit „Wackelkandidaten“ reden, um sie für den Schutz der Elefanten zu überzeugen ... Abends dann noch ein beeindruckender Vortrag zur Situation der Gorillas im Kongo und weitere Gespräche über mögliche Projekte für die Zukunft. Und dann endlich schlafen.



Doha, 23. März: Haie gehen baden

Weißspitzen-Hochseehai(c)J_LantzHeute war ein schwarzer Tag für die Haie und für Meerestiere generell: Von acht Haiarten, für die erstmals weltweite Handelsbeschränkungen diskutiert wurden, erreichte im Ausschuss nur ein einziger Antrag die erforderliche Zweidrittelmehrheit: Heringshaie sollen zukünftig dank dem großen Engagement Deutschlands international geschützt sein. Die Diskussion heute machte jedoch deutlich, dass bei marinen Arten viele Länder rot sehen: Sie verweigern jeglichen Schutz – auch wenn eine Art akut vom Aussterben bedroht ist. Wie unsachlich die Diskussion verlief, sieht man daran, dass hier manche Delegierte nur von „Fisch“ sprachen, ohne auf die konkrete Art einzugehen. Die Fischereiflotten fangen jährlich allein bis zu 2,7 Millionen Bogenstirn-Hammerhaie – der weitaus größte Teil endet als Haifischflossensuppe in Südostasien. Wie lange wollen die CITES-Mitgliedsstaaten noch zuschauen, bevor sie die Notbremse für Haie ziehen? Die Ergebnisse heute waren allesamt knapp, so dass die Anträge in der Vollversammlung in den nächsten zwei Tagen vielleicht nochmals aufgegriffen werden.



Doha, 22. März: Erfolgreicher Tag für Elefanten und Papageien

Elefantenmutter_mit_Kalb(a)A_GabanyiHeute scheiterten die Anträge Tansanias und Sambias, ihre Elefanten von Anhang I (Handelsverbot) in Anhang II herabzustufen und ihre Elfenbeinvorräte zu verkaufen. Viele der schutzorientierten 26 afrikanischen Länder der Afrikanischen Koalition hatten gar keine Gelegenheit bekommen, ihre Bedenken gegen den Elfenbeinhandel zu äußern und waren entsprechend empört über den einseitigen Diskussionsverlauf. Dennoch war das Abstimmungsergebnis ein Votum für den Elefantenschutz. Nachdem der Antrag Tansanias gescheitert war nahm Sambia seinen Antrag für den Elfenbeinverkauf zurück und beantragte „nur“ eine Herabstufung seiner Elefanten, Um seine Chancen auf eine Zustimmung zu erhöhen. Es nutzte nichts: Mit 55 Ja- gegen 36 Nein-Stimmen verfehlte der Antrag die nötige Zweidrittel-Mehrheit. Leider scheiterte auch ein Antrag der Afrikanischen Elefanten-Koalition, das auf der letzten Artenschutzkonferenz beschlossene Elfenbein-Moratorium auf alle Elefantenbestände auszudehnen. Aber: Es gibt keine Lockerung des Elefantenschutzes und keinen legalen Elfenbeinhandel in den nächsten Jahren – und das ist DIE Erfolgsmeldung dieser Konferenz!

Im Schatten der hitzigen Elefantendebatten ging ein weiterer Erfolg fast unter: Die Registrierung eines umstrittenen philippinischen Tierhändlers als offiziellem CITES-Zuchtbetrieb für 15 verschiedene Papageienarten wurde abgelehnt. Viele Herkunftsstaaten aus Mittel- und Südamerika lehnten den Antrag ab, weil die Herkunft der Zuchttiere unklar ist und die Anerkennung des Händlers den Papageinschmuggel erleichtert. Raritäten wie der leuchtendblaue Hyazinthara oder der Gelbwangenkakadu erzielen Preise von mehreren Tausend Euro pro Tier.



Doha, 21. März: Großer Sieg für kleine Tiere

Agalychnis_moreletii(c)V_HenriquezWas für ein Tag! Nach all den Katastrophenmeldungen der letzten Woche war dieser Tag Balsam für unsere Seelen

. Folgende durch den

Tierhandel bedrohte Arten wurden in die CITES Anhänge aufgenommen: Vier vom Aussterben bedrohte Schwarzleguan-Arten aus Honduras und Guatemala sowie die gesamte Gattung der Rotaugenlaubfrösche aus Zentralamerika dürfen künftig nur noch begrenzt gehandelt werden. Für die sehr seltenen Zagros-Molche aus dem Iran gilt sogar ein Handelsverbot. Alle Anträge wurden im Konsens angenommen – woran vor wenigen Tagen noch nicht zu denken war. Vor allem die EU hat uns auf Trab gehalten, weil sie ursprünglich gegen den Froschantrag und die Leguane stimmen wollte. Wenigstens den heute unter Schutz gestellten Tierarten hat die aktuelle CITES-Konferenz Glück gebracht.

 

Eine Stunde später, die mit hitzigen Debatten gefüllt war, legt sich dann doch ein Schatten auf unsere heutige Freude: Die Listung von Roten und Rosa Korallen in Anhang II wurde in Geheimabstimmung mit 64 Ja- zu 59 Nein-Stimmen abgelehnt. Morgen kommen die Elefanten dran!



Doha, 20. März: Ein Blick hinter die Kulissen

Gestern und heute war hier in Katar Wochenende, also gab es keine Entscheidungen zum Artenschutz. Diese Zeit verwenden viele Konferenzteilnehmer, um an ihren Strategien für den zu erwartenden Showdown ab morgen zu feilen. Geheime und offizielle Arbeitsgruppen treffen sich, Stimmen Verbündeter werden gezählt, Gespräche mit Delegierten geführt, wo immer man sie findet: Beim Frühstück, im Aufzug oder im Hotelflur. Traurig ist die Tatsache, dass Profit die meiste Überzeugungskraft hat: China und Japan haben in den letzten Monaten große Delegationen in zahlreiche Fischereinationen geschickt, um vor allem Stimmung gegen den Thunfischschutz zu machen. Das Ergebnis gibt ihnen recht, wie der vergangene Donnerstag gezeigt hat. Aber auch die EU hat sich nicht mit Ruhm bekleckert: Ihre zwiespältige Haltung zum Thunfisch und ihre Ablehnung des Handelsverbotes für Eisbären zeigen, dass auch hier Wirtschaftsinteressen und Politik über den Schutz bedrohter Arten siegen. Morgen stehen Reptilien, Amphibien und Haie auf dem Programm. Daumen drücken!



Doha, 18. März: Eisbär und Roter Thun kaltgestellt

Thun_im_Fischereinetz(c)NOAASo einen Tag muss man erst einmal verkraften: Es begann mit einer riesigen Enttäuschung: Als erstes wurde heute über ein Handelsverbot für Eisbären abgestimmt. Dank der negativen Stimmen der EU wurde er mit 48 Ja- und 62 Nein-Stimmen abgelehnt. Obwohl laut einer aktuellen Umfrage 80 Prozent der Kanadier die Eisbärenjagd ablehnen, war die kanadische Regierung der größte Widersacher des US-Schutzantrages. Doch das war nicht die einzige bittere Niederlage: Am Nachmittag wurde nach zweistündiger hitziger Debatte über den Antrag Monacos abgestimmt, ein weltweites Handelsverbot für den stark bedrohten Roten Thunfisch zu erlassen. Die Fischereinationen liefen regelrecht Amok gegen diesen Antrag, und das Abstimmungsergebnis war desaströs: Nur 20 Länder stimmten dafür, 68 Länder dagegen. Jetzt heißt es: Tief durchatmen, nicht unterkriegen lassen und sich auf die kommenden Anträge konzentrieren. Morgen und übermorgen ist hier in Katar als islamischem Land Wochenende - dies gibt uns noch zwei Tage Zeit, Delegationen für unsere Sache zu gewinnen.



Doha, 17. März: Gemischte Gefühle

Gorilla_Bolo(c)LWCAuf der CITES-Konferenz geht es ab heute Schlag auf Schlag. Nachdem tagelang formelle Punkte abgearbeitet wurden und nur hinter den Kulissen an den „heißen“ Themen gearbeitet wurde, stehen seit heute die aus Sicht von Pro Wildlife wichtigsten Themen auf dem Programm. Am frühen Nachmittag erlitten wir einen herben Rückschlag, weil trotz intensivem Schmuggel mit Menschenaffen die „Akte Ägypten“ geschlossen wurde. Seit 15 Jahren steht Ägypten bei CITES wegen anhaltender Vollzugsprobleme am Pranger. Während in Ägypten Fortschritte im Kampf gegen den illegalen Affenhandel nur langsam vorangehen, scheinen die Schutzländer ermüdet: Bei der heutigen Diskussion konnte sich kein Land aufraffen, nochmals gegen Ägypten vorzugehen. Da nutzte auch unser Bericht zum Verschwinden von vier jungen Gorillas und zu weiteren Missständen nichts. Nur wenig später dagegen kam bei uns doch noch Freude auf, weil der Antrag USAs, den strengen Schutz für den Rotluchs zu lockern, sehr deutlich abgelehnt wurde. Der Rotluchs selbst ist nicht bedroht, aber die ihm zu Verwechseln ähnlichen und hochbedrohten Verwandten aus Europa könnten durch eine Handelserlaubnis für Rotluchsfelle ins Visier der Wilderer geraten.

Ab morgen geht es dann Schlag auf Schlag: Als erstes steht der Eisbär auf der Tagesordnung, gefolgt von Reptilien und „unseren“ Fröschen. Und danach geht’s in medias res, wenn Roter Thunfisch und die Haianträge die Fischerei-Gemüter erhitzen. Heute abend ist also die letzte Gelegenheit, Delegierte zu diesen Themen zu überzeugen.



Doha, 16. März: Steigende Chancen für Elefantenschutz

Elefantenherde(c)AGabanyiTansanias Antrag, den Schutz seiner Elefanten zu lockern und 89 Tonnen Elfenbein zu exportieren, stößt auf immer mehr Widerstand. Heute teilte auch das CITES-Sekretariat mit, dass es den Antrag ablehnt. Zwar hat das Sekretariat kein Stimmrecht, aber viele Länder orientieren sich an seinen Empfehlungen. Einen ähnlichen Antrag Sambias unterstützt das Sekretariat hingegen – obwohl in Sambia nur noch etwa 16 % des Bestands vor 27 Jahren leben, die Wilderei in den letzten Jahren stark zugenommen hat und zu wenig zum Schutz der Elefanten getan wird. Pro Wildlife hat die wichtigsten Argumente gegen beide Elefantenanträge zusammen getragen und wirbt für einen konsequenten Elefantenschutz.

Heute wurde zudem eine Arbeitsgruppe zum Handel mit Schildkröten eingerichtet. Millionen werden jedes Jahr als Nahrung, Heilmittel und Heimtiere gehandelt. Das Thema ist seit vielen Jahren ein Dauerbrenner. Bereits im Jahr 2000 setzte sich Pro Wildlife mit Erfolg dafür ein, dass zahlreiche Schildkrötenarten geschützt wurden. Seither folgten dutzende weitere Arten.



Doha, 15. März: Ein Tag für die Frösche

Rotaugenlaubfrosch(c)CBalboaPro Wildlife unterstützt die Länder Zentralamerikas bei ihrem Antrag, den Heimtierhandel mit fünf Rotaugenlaubfröschen zu beschränken. Wir konnten in den letzten Tagen zahlreiche Delegierte im persönlichen Gespräch überzeugen, wie dringend die bunten kleinen Frösche, aber auch ein vom Aussterben bedrohter Molch aus dem Iran den Schutz von CITES brauchen. Hierzu gehörte heute eine Informationsveranstaltung, an der über 40 Delegierte teilnahmen. Viele von ihnen haben uns ihre Unterstützung zugesagt. Wir machen große Fortschritte, um genügend Stimmen zusammen zu bekommen. Nur die EU macht uns bei den Fröschen noch Sorgen, aber uns bleiben noch ein paar Tage, um Überzeugungsarbeit zu leisten…



Doha, 14. März: Frostige Zeiten für Eisbären

Eisbaerenfamilie(c)USFWSDer heutige Tag stand für uns im Zeichen des „Königs der Arktis“. Pro Wildlife und eine Koalition von Artenschutzverbänden luden die Delegierten zu einem Informationsgespräch über die Bedrohung des Eisbären ein. Vielen Ländern ist klar: Eisbären sind durch den Klimawandel bedroht. Was viele Delegierte jedoch nicht wissen: Etwa 1.200 Eisbären werden jedes Jahr getötet, der Großteil mit staatlicher Abschussgenehmigung. Hunderten Tieren jährlich könnte ein Verbot des internationalen Handels mit Eisbärfellen, -Schädeln und -Klauen das Leben retten. Deshalb wirbt Pro Wildlife im Gespräch mit Delegierten aus aller Welt für eine Listung auf Anhang I von CITES, wie es die USA beantragt haben. Die EU als wichtiger Stimmenblock lehnt den Antrag bislang ab. Die USA brauchen Zweidrittel der Länder, um das Handelsverbot durchzusetzen – bis zur Abstimmung bleibt uns noch eine Woche Zeit.


 

Doha, Eroeffnungszeremonie_CITES_CoP15(c)ProWildlife13. März: Der Startschuss fällt

Um 15.00 Uhr Ortszeit begann das große Spektakel – allerdings standen für heute nur die Eröffnungszeremonie (Foto) und organisatorische Punkte auf dem Programm. In seiner Eröffnungsrede sprach der CITES-Generalsekretär von „Wildtier-produzierenden Ländern“ statt von Herkunftsländern. Denn häufig werden Wildtiere und -Pflanzen hier vor allem als Handelsware angesehen. Deshalb wundert es kaum, dass hier fast 50 Organisationen vor Ort sind, die ihre rein kommerziellen Interessen verteidigen wollen: Zu den Teilnehmern gehören u.a. die Verbände für Internationale Berufsjäger, japanische Elfenbeinschnitzer, Traditionelle Chinesische Medizin, Europäischen Heimtierhandel, japanische Thunfischer sowie mehrere Inuit-Organisationen – letztere wollen vor allem ein Handelsverbot für Eisbären zu Fall bringen. Von Regierungsseite stellt wieder einmal Japan eine der größten Delegationen – nicht ohne Grund: Japan will verhindern, dass Roter Thun, Haie oder Korallen durch CITES geschützt werden. Außerdem hat Japan großes Interesse daran, dass Tansania und Sambia ihre Elfenbeinanträge durchsetzen. Denn Japan ist neben China das einzige von CITES anerkannte Absatzland für Elfenbein. Ab morgen geht das Tauziehen dann richtig los…



Doha, 12. März: Die Ruhe vor dem Sturm

Heute tagt der Ständige Ausschuss von CITES. Doch man merkt: In Gedanken sind alle bei den großen Themen, die ab morgen hier diskutiert werden: Zum Roten Thun kursieren verschiedene Vorschläge, z.B. will die EU das Handelsverbot an eine ganze Reihe von Bedingungen knüpfen. Dem Eisbären will sie den Schutz nach neuesten Informationen sogar ganz verwehren. Bei den Elefanten scheinen manche Länder vor lauter diplomatischer Rücksichtnahme gegenüber lediglich zwei am Elfenbeinhandel interessierten Staaten zu übersehen, welch alarmierende Berichte zur Wilderei und zum Elfenbeinschmuggel vorliegen. Für die Haie könnte der Antrag zum Schutz des Thunfischs sowohl ein Risiko als auch die Rettung sein: Um kommerzielle Fischarten gibt es bei CITES immer großen Streit, doch diesmal könnten die Meeresräuber im Windschatten des alles überragenden Thunfisches schwimmen. Für insgesamt acht Haiarten werden in den kommenden zwei Wochen internationale Handelsbeschränkungen diskutiert.



Doha, 11. März 2010: Schlimmer geht immer

Afrikanischer_Elefant(c)AGabanyiWenige Tage vor Beginn der 15. CITES-Artenschutzkonferenz ist endlich ein lange erwarteter Bericht zur Situation der Elefanten in Tansania erschienen. Und dieser Bericht bestätigt schwarz auf weiß all die Hiobsbotschaften, die wir bereits aus inoffiziellen Quellen kannten: In Tansania sind Wilderei und Elfenbeinschmuggel völlig außer Kontrolle, trotzdem will Tansania in den internationalen Elfenbeinhandel einsteigen und 89 Tonnen Elfenbein verkaufen.

  • Laut Sachverständigenbericht wurden in den letzten drei Jahren über 34.000 Elefanten gewildert – die meisten von ihnen im Selous-Schutzgebiet. Die tansanischen Behörden haben hiervon angeblich nichts mitbekommen – sie wiesen bislang Presseberichte über die hohe Wilderei als „Propaganda“ zurück. In verschiedenen Regionen Tansanias sind die Elefanten inzwischen verschwunden.
     
  • Von allen afrikanischen Ländern ist Tansania am stärksten in den illegalen Handel mit dem „weißen Gold“ verwickelt.
     
  • Den von CITES geforderten Nachweis, dass das zum Verkauf stehende Elfenbein aus legaler Quelle stammt (z.B. aus natürlicher Mortalität), kann die Regierung nicht erbringen: Dummerweise ist im vergangenen Jahr ein Großteil der Dokumente verbrannt…

Obwohl der Expertenbericht seitenweise die dramatische Situation in Tansania beschreibt, kommen die Autoren zu einem verblüffenden Fazit: Sie befürworten die Freigabe des Elfenbeinverkaufs, damit Geld in Tansanias Staatskasse gespült wird. Das Geld soll angeblich in den Elefantenschutz fließen, obwohl der Bericht an anderer Stelle bestätigt, dass hierfür bereits ausreichend Finanzmittel vorhanden wären. Jetzt muss die Wahrheit auf den Tisch, damit Tansania die rote Karte erhält.
 

Artenschutzkonferenz 2010 (CITES CoP15)

Basar der bedrohten Arten

Die 15. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) fand vom 13. bis 25. März 2010 in Doha, Katar, statt. Die Vertragsstaaten stimmten über insgesamt 42 Anträge zum Schutzstatus bedrohter Wildtiere und -Pflanzen ab. Pro Wildlife setzte sich vor Ort und im Vorfeld für Wildtiere in aller Welt ein. Hier die wichtigsten Ergebnisse und unser Konferenz-Tagebuch.

Die folgenden Arten dominierten die Debatte:

Elefantenkuh_mit_Kalb©A_GabanyiAfrikanischer Elefant

Tansania und Sambia, beides Zentren von Wilderei und Elfenbeinschmuggel, beantragten den Schutz ihrer Elefantenbestände zu lockern und insgesamt 110 Tonnen Elfenbein zu verkaufen. Sieben afrikanische Staaten beantragen dagegen ein 20-jähriges Moratorium für jeglichen Elfenbeinhandel. Alle Anträge wurden abgelehnt. Lesen Sie mehr...

Eisbaer_mit_Jungtier©US_FWSEisbär

Der "König der Arktis" verliert seinen Lebensraum durch den Klimawandel. Verschärft wird die Situation durch den Abschuss Hunderter Tiere für den Handel mit Eisbärfellen und Jagdtrophäen. Die USA beantragte den höchsten Schutz für Eisbären und damit ein Handelsverbot. Dieser Antrag scheiterte am 18. März - auch an der Ablehnung der EU. Lesen Sie mehr...

Thunnus_thynnus©opencageRoter Thunfisch

Bis zu 160.000 Euro erzielt ein einziger Roter Thunfisch auf Fischauktionen in Japan. Kein Wunder, dass die Fischereiindustrie ihn gnadenlos verfolgt und ihm die Ausrottung droht. Der Antrag für ein absolutes Handelsverbot scheiterte mit einem desaströsen Ergebnis - vor allem am Widerstand Japans. Lesen Sie mehr...

Hammerhai_in_Fischnetz©Albert_Kok

Haie

Die EU, die USA und Palau stellten vier Anträge, Zur Aufnahme von insgesamt acht Haiarten in Anhang II. Während Dorn- und Heringshai auch an europäischen Fischtheken begehrt sind, sind die übrigen Arten - allen voran Hammerhaie - vor allem in Asien als Haifischflossensuppe gefragt. Doch alle Anträge erlitten einen tragischen Schiffbruch. Lesen Sie mehr...

Agalychnis_moreletii©V_HenriquezRotaugenlaubfrösche, Molche & Co.

Sechs Anträge zielten auf den Schutz von Tieren ab, die für den internationalen Heimtierhandel gefangen werden. Hierzu gehören Rotaugenlaubfrösche aus Zentralamerika, südamerikanische Schwarzleguane, der Zagrosmolch aus dem Iran und ein Riesenkäfer aus Bolivien. All diese Anträge wurden einstimmig angenommen. Lesen Sie mehr...

2010: Internationales Jahr der Biologischen Vielfalt

Vielfalt statt Einfalt: die CBD

Die Konvention der Vereinten Nationen zur Biologischen Vielfalt (CBD, Convention on Biological Diversity) beschloss 2002 das ehrgeizige Ziel, bis zum  Jahr 2010 – dem Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt – das Tempo der Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten "maßgeblich zu reduzieren". Dieses Ziel wurde klar verfehlt: Noch immer fischen High-Tech-Flotten die Meere leer, zerstören Kettensägen riesige Urwaldflächen, plündern Tierfänger die Natur für den Heimtiermarkt in den Industrieländern, tragen wir alle zur globalen Erwärmung bei.

Plumplori©A_NekarisWas ist Biologische Vielfalt? Und warum ist sie in Gefahr?

Biodiversität umfasst die Vielzahl der Ökosysteme und die Vielfalt der Arten und Gene. Zu den "Hot Spots" gehören die Regenwälder Amazoniens und Zentralafrikas, aber auch die Tiefsee oder die afrikanische Insel Madagaskar. Nicht erst der Verlust einer Art reduziert die Biodiversität, sondern bereits das Auslöschen lokaler Bestände. Bedroht ist die Biodiversität, weil der Mensch Lebensräume zerstört, seltene Tierarten rücksichtslos jagt und fängt. Eingeschleppte Tiere und Pflanzen verdrängen heimische Arten. Nicht zuletzt bewirken Umweltverschmutzung und der Klimawandel, dass unzählige Arten für immer verschwinden.

Tun auch Sie etwas für den Erhalt der Biologischen Vielfalt - mit unseren Praxistipps!

 

Pro Wildlife Kampagnen

ThunfischInFischernetz©NOAASchutz der Meere

80 Prozent der Fischbestände sind überfischt, ein Drittel aller Haiarten ist inzwischen bedroht, der Rote Thun steht vor der Ausrottung. Die EU diskutiert derzeit eine Reform ihrer Fischereipolitik, die bis 2012 in Kraft treten soll. Pro Wildlife hat einen Zehn-Punkte-Plan erarbeitet, der eine ökologisch verträgliche Fischerei ermöglichen würde. Lesen Sie mehr... 


 

Orang-Utan_Indonesien©EIASchutz der Wälder

24,3 Hektar Wald werden nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO pro Minute weltweit zerstört. Der reale Verlust ist noch höher, weil die FAO Aufforstungen und Plantagen als Wald gutrechnet. Pro Wildlife setzt sich für ein EU-Importverbot für illegale Hölzer ein, um den Raubbau an den Tropenwäldern zu bekämpfen. Pro Wildlife unterstützt Projekte zum Schutz des Regenwaldes in Kamerun und Peru. Lesen Sie mehr...


 

Eisbaerenfamilie(c)iStock_000004372328Schutz des Klimas

Waldschutz ist Klimaschutz – diese beiden Kampagnen greifen Hand in Hand! Pro Wildlife informiert Verbraucher über die Herkunft von Papier, die Folgen des Tropenholzhandels und bietet mit seinem Klimarechner die Möglichkeit, die Umweltsünden von Reisen "wiedergutzumachen". Lesen Sie mehr...


 

FurciferPardalis©RWirthSchutz von Arten

Millionen Reptilien, Amphibien, Säugetiere und Fische landen alljährlich aus der Wildnis in Europas Wohnzimmern. Immer neue Arten sind durch diesen Massenhandel bedroht. Pro Wildlife setzt sich, u.a. beim Washingtoner Artenschutzübereinkommen, für weltweite Handelsbeschränkungen ein. Lesen Sie mehr...

 

Artenschutz

Hyazinthara©R.Wirth Schatzkammer Natur

Über 16.000 Tier- und Pflanzenarten sind laut der Roten Liste der IUCN vom Aussterben bedroht. Das aber bedeutet noch längst nicht, dass sie gesetzlich geschützt sind. Pro Wildlife engagiert sich für Wildtiere und ihre Lebensräume – weltweit: durch die Unterschutzstellung bislang ungeschützter Arten und die Verbesserung und konsequente Umsetzung bestehender Gesetze.

 

>> Kampagnen

>> Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen

>> 2010: Internationales Jahr der Biologischen Vielfalt

 

Kampagnen zum Artenschutz

Elfenbeinbeschlagnahmung©LAGAKampf gegen die Wilderei

Artenschutzgesetze allein nützen wenig – wenn sie nicht eingehalten werden. Daher unterstützt Pro Wildlife Projekte in Kamerun und der Republik Kongo, die Wilderer und Tierschmuggler überführen und dafür kämpfen, dass die Behörden die Jagd auf geschützte Tierarten konsequent ahnden. Lesen Sie mehr...

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Plumplori angeboten auf Markt in Medan, Indoneisen©A.Miehs

Gesetze verbessern

Das Schicksal vieler Arten ist so unbeachtet, dass sie durch die weiten Maschen der Artenschutzgesetze fallen. Selbst Arten, die in der Roten Liste gefährdeter Arten stehen, sind nicht automatisch von der internationalen Gesetzgebung erfasst. Der Tierhandel und die Haltung von Exoten in Privathand zeigen dies deutlich. Lesen Sie mehr...

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Chamaeleon©A.GabanyiDas Washingtoner Artenschutzübereinkommen

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) soll Tier- und Pflanzenarten vor der Ausrottung durch den Handel bewahren. Ohne das Abkommen stünde es um rund 28.000 Pflanzen- und 5.000 Tierarten, darunter Elefanten, Wale und Meeresschildkröten, wesentlich schlechter. Lesen Sie mehr...

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Pro Wildlife auf CBD 2008©Pro WildlifeErfolge im Artenschutz

Für viele Arten gelten dank Pro Wildlife weltweit strengere internationale Gesetze. Als Koordinator des Species Survival Network (SSN), einem weltweiten Artenschutz-Netzwerk, arbeitet Pro Wildlife mit daran, gefährdete Wildtiere weltweit unter Schutz zu stellen.
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Lemur Madagaskar(v)Mbz1_wikimediaBiologische Vielfalt

Biodiversität - das bedeutet mehr als den Erhalt einzelner Arten. Es bedeutet den Schutz komplexer Ökosysteme, des Klimas und der genetischen Vielfalt. Pro Wildlife setzt sich deshalb für den Schutz einzelner Arten, den Schutz der Wälder vor Abholzung, der Meere vor Überfischung sowie für den Klimaschutz ein. Lesen Sie mehr...

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Erfolge im Artenschutz

Pro Wildlife auf Artenschutzkonferenz©Pro WildlifeSchutz für Arten in Not

Der internationale Handel mit lebenden Tieren, sowie mit Produkten aus ihnen stellt eine Bedrohung für zahlreiche Arten dar. Weltweit werden jedes Jahr Millionen Tiere gefangen oder getötet für den Handel mit Heimtieren, Delikatessen, Jagdtrophäen oder Luxusartikeln wie Elfenbeinschnitzereien, Krokotaschen und Pelzmänteln. Mitarbeiter von Pro Wildlife setzen sich auf den Konferenzen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens für einen konsequenten Schutz von Wildtieren und -pflanzen ein. Für viele Arten gelten dank Pro Wildlife weltweite Handelsbeschränkungen.

Gelbwangenkakadu©World Parrot TrustPapageien in Lateinamerika und Asien

Alle Papageienarten sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt (Anhang II), nur für einige wenige Arten aber gilt ein absolutes Handelsverbot (Anhang I). Die meisten Papageien dürfen also unter bestimmten Voraussetzungen gehandelt werden. Die Kontrollen, die diesen Handel auf ein "naturverträgliches" Maß reduzieren sollen, versagen leider allzu oft und der Handel mit Papageien floriert. So bringt beispielsweise ein Blaukopfara auf dem Schwarzmarkt bis zu 7.500 Euro und ein Gelbwangenkakadu etwa 1.400 Euro. Auch für Gelbkopfamazone und Blaukappenamazone erzielen Händler Höchstpreise, und die Tiere werden in Südamerika und Asien immer seltener. Pro Wildlife setzte sich mit Erfolg dafür ein, dass für diese Papageienarten ein absolutes Handelsverbot gilt.

Plumplori auf Markt in Medan, Indonesien©A.Miehs

Plumploris: Großer Sieg für kleine Affen

2007 gelang es – erstmals seit 30 Jahren – ein absolutes Handelsverbot für mehrere Affen zu erreichen. Die bedrohten Plumploris, kleine Primaten aus Südostasien, werden zu Tausenden gefangen. Sie enden als "Haustiere" oder als Rohstoff für traditionelle asiatische Medizin. Damit die Herkunftsländer die neuen Schutzbestimmungen besser umsetzen entwickelte Pro Wildlife gemeinsam mit der Oxford Brookes Universität Informationsmaterialien zu Plumploris. Diese Informationen dienen als Schulungsmaterial für Vollzugs- und Zollbeamte in Kambodscha, Vietnam, Thailand, Indonesien, Malaysia und China und stehen in sieben Sprachen zur Verfügung.

Frösche aus Zentralamerika

Agalychnis_callidryas(c)CJBalboaRotaugenlaubfrösche (Agalychnis spp.) gehören zu den begehrtesten Amphibien im Heimtierhandel. Obwohl sie in den meisten Herkunftsländern geschützt sind, importierten USA, EU und Japan Zehntausende dieser farbenfrohen Tiere. Doch im März 2010 wurden die Frösche auf Initiative von Pro Wildlife und der Regierungen von Mexiko und Honduras in Anhang II von CITES aufgenommen. Seither gelten weltweite Handelsbeschränkungen für alle Arten dieser Gattung.

Chamäleons, Schildkröten und Geckos in Madagaskar

Die Artenvielfalt Madagaskars ist einzigartig – nahezu alle dort heimischen Frösche und Reptilien kommen nur dort vor. Gerade deshalb sind sie im internationalen Tierhandel so begehrt. Pro Wildlife erreichte in enger Zusammenarbeit mit der Regierung Madagaskars ein absolutes Handelsverbot für die Flachrückenschildkröte und die Madagaskar-Spinnenschildkröte sowie eine Beschränkung des Handels mit mehreren Arten Erdchamäleons und Blattschwanzgeckos. 

Indische Dachschildkroete©R.WirthSumpfschildkröten in Asien

Während Meeres- und Landschildkröten schon längst unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens stehen, wurde der Bedrohung der Sumpfschildkröten bis Ende der 1990er Jahre wenig Beachtung geschenkt. Millionen dieser Tiere werden jährlich gefangen und auf Märkten als Delikatesse oder Heilmittel angeboten. Dutzende Arten in ganz Asien wurden an den Rand der Ausrottung gedrängt. Pro Wildlife startete 1999 eine Kampagne zum Schutz der asiatischen Schildkröten: Wir dokumentierten die rücksichtslose Plünderung der Bestände und informierten Regierungen weltweit. Pro Wildlife kämpfte mit Erfolg dafür, dass Dutzende Arten asiatischer Schildkröten international geschützt wurden.

Wilderei bekämpfen

Leopardenfelle(c)LAGAArtenschutzkriminalität ahnden

Artenschutzgesetze allein nützen wenig – wenn sie nicht eingehalten werden und der Staat dies duldet. Deshalb fördert Pro Wildlife Projekte in Afrika, die Wilderer, Tierschmuggler und korrupte Behörden überführen und dafür sorgen, dass Artenschutzdelikte strafrechtlich verfolgt werden. Die Wilderei ist eine der größten Herausforderungen im Artenschutz. Millionen Tiere – darunter viele geschützte Arten – werden in Afrika jährlich für den Handel mit Wildfleisch getötet: Giraffen, Affen, Elefanten, Zebras, Büffel und Antilopen landen immer häufiger auf Marktständen und in Metzgereien afrikanischer Städte. Großkatzen sterben für ihr Fell, Elefanten wegen ihrer wertvollen Stoßzähne.

Giraffe(c)AGabanyiKenia: Mit einem Artenschutzlabor auf Verbrecherjagd

Die Methoden der Wilderer und Händler werden immer raffinierter. Sie wissen, dass sie Knochen und Fell der gewilderten Tiere entfernen müssen, um unkenntlich zu machen, um welche Tierart es sich handelt. Das Fleisch gewilderter Tiere wird dann häufig als Rind oder Ziegenfleisch angeboten.

Ohne  eindeutigen Beweis ist eine rechtskräftige Verurteilung von illegalen Händlern und Wilderern unmöglich. Dies erschwert bisher die Arbeit der Wildschutzbehörden. Ein Artenschutzlabor in Kenia soll dies künftig ändern: Durch DNA-Analysen kann das Fleisch gewilderter Tiere eindeutig identifiziert und die illegalen Händler überführt werden. Pro Wildlife hat deshalb bisher gemeinsam mit den "Friends of CMS" und deutschen Geräteherstellern Laborgeräte im Wert von über 25.000 Euro nach Kenia geliefert. Weitere Spenden werden benötigt, damit das Artenschutzlabor 2012 seine Arbeit aufnehmen kann.

Razzien in ZentralafrikaElfenbeinbeschlagnahmung©LAGA

Pro Wildlife unterstützt Anti-Wilderer Projekte in verschiedenen Ländern Zentralafrikas. Der Initiator der Projekte, Ofir Drori, hat bereits große Fortschritte erreicht, um Wildtierschutzgesetze in Afrika endlich konsequent umzusetzen: Unzählige Beschlagnahmen von Elfenbein und Katzenfellen bis hin zu lebenden Gorillas und Schimpansen, Hunderte Undercover-Einsätze, Verhaftungen und Verurteilungen krimineller Tierschmuggler und Einsätze gegen korrupte Beamte sind seiner Initiative zu verdanken.

Ermittlungen in Kamerun

Nahezu jede Woche lässt das Team von LAGA (The Last Great Ape Organization) in Kamerun illegale Tierhändler in Kamerun auffliegen und lebende Affen, Elfenbein, Raubkatzenfelle oder Fleisch geschützter Tierarten beschlagnahmen. 2009 sorgte LAGA dafür, dass in Kamerun 1,2 Tonnen Elfenbein  beschlagnahmt wurden - etwa 150 Elefanten waren hierfür getötet worden. Zahlreiche illegale Elfenbeinhändlerwurden zwischenzeitlich verhaftet.

Graupapageien Box©Limbe Wildlife CentreSchlag gegen die Wildvogelmafia: Unseren Partnern in Kamerun gelingen immer wieder Beschlagnahmen hunderter Graupapageien, die illegal ins Ausland geliefert werden sollen. Seit Dezember 2007 wurden über 4.000  Tiere beschlagnahmt und in die von Pro Wildlife unterstütze Auffangstation Limbe Wildlife Centre gebracht. Dort werden sie mühevoll aufgepäppelt: Das Gefieder der Tiere ist durch den brutalen Fang mit Leimruten verklebt, bei vielen Tieren sind die Flugfedern ausgerissen. Sobald die Papageien gesund sind, werden sie zurück in die Freiheit entlassen. Nur wenige Vögel, bei denen die Flugfedern zu stark geschädigt sind und nicht nachwachsen, bleiben als Dauergäste in der Auffangstation.

Gorilla Beschlagnahmung©RALF

Razzien in der Republik Kongo

Mit Unterstützung von Pro Wildlife wurde auch in der Republik Kongo ein Anti-Wilderer-Team aufgebaut: PALF (Project to Apply the Law on Fauna). Bereits in den ersten drei Monaten fanden 60 verdeckte Einsätze statt. Ein Novum für das zentralafrikanische Land sind auch die Verurteilungen krimineller Händler von Menschenaffen zu Geld- und Haftstrafen. Damit setzten die Behörden ein deutliches Zeichen gegen kriminelle Tierhändler, die bisher nicht viel zu befürchten hatten.

Kampf gegen Wilderei im Gabun

BeschlagnahmeJan2011(c)AALFSeit 2010 unterstützt Pro Wildlife den Aufbau des Projekts AALF in Gabun. Leiter Luc Mathot sorgte bereits bei seinem ersten Einsatz zusammen mit den Behörden und dem Umweltminister für die sensationelle Festnahme von 15 illegalen Elfenbeinhändlern und die Beschlagnahme von 105 kg Elfenbein. 2011 gelang AALF der größte Menschenaffen-Aufgriff, der jemals in Afrika erfolgte: 13 Köpfe und 32 Hände von Schimpansen und Gorillas, dazu 13 Leoparden- und Löwenhäute. Ein Ring aus fünf Dealern wurde verhaftet. Der Fall sorgte für weltweite Schlagzeilen - und ist eine Abschreckung für Wilderer und Tierschmuggler.

Ausweitung in andere afrikanische Länder

Ofir Drori weitet den Einsatz gegen den illegalen Handel in immer weitere afrikanische Staaten aus und initiiert dort lokale Initiativen: Unter anderem in die  Zentralafrikanische Republik und den Chad.

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