Elefanten

Wasser für die Wüstenelefanten

Elefant am Wasserloch©A.Gabanyi

Dürre in Westafrika: Hilfe für Elefanten

Seit 26 Jahren gab es keine solch dramatische Dürre mehr im westafrikanischen Mali: Auf der Suche nach Wasser legen die Elefanten extrem weite Strecken zurück – doch viele Wasserstellen sind bereits versiegt. Pro Wildlife und Save the Elephants helfen ein Wasserreservoir bereit zu stellen und Grundwasser für die durstenden Elefanten an die Oberfläche zu pumpen.

Wasser Marsch!

Im Frühjahr 2009 bat der berühmte Elefantenforscher Iain Douglas-Hamilton Pro Wildlife um dringende Hilfe. Mit seiner Organisation Save the Elephants beobachtet er seit langem die Elefanten Malis. Die 350 bis 450 Tiere sind die nördlichste Population  Afrikanischer Elefanten, sie leben in einem extrem trockenen Gebiet am Rand der Sahara. Klimaveränderungen und die Zunahme von Viehzucht und Wilderei haben den Elefantenbestand in den letzten 30 Jahren um die Hälfte dezimiert.

Elefant ausgezehrt © J.Wall/STEAuf ihren Wanderrouten entlang der wenigen Wasserquellen trotzen diese „Wüsten-Elefanten“ härtesten Bedingungen: Sie durchqueren Sanddünen und haben Wanderrouten von jährlich 700 km. Diese speziellen Tiere sind zwar an das Leben in Trockenheit angepasst, doch ganz ohne Wasser können auch sie nicht auskommen.

Die verzweifelte Suche der Elefanten nach Wasser droht zudem, das Zusammenleben zwischen Mensch und Elefant zu gefährden: Oft genug sind Wildtiere und Rinder auf die selben Quellen angewiesen. Mit der Bereitstellung von Wasser soll auch der Konflikt zwischen Dickhäutern und Nomaden entschärft werden.

Rettung in letzter Minute!

In einem eilig umgesetzten Notfallplan wurden die durstenden Dickhäuter mit Wasser versorgt. Die bereits im Jahr 2000 vorinstallierten Pumpen am "Lake Banzena" mussten so schnell wie möglich wieder flott gemacht werden. Zudem wurde ein Betonbecken gebaut, das in Notzeiten als Wasserreservoir dient. Bis die Regenfälle einsetzen, sind Malis Elefanten mit Wasser versorgt. Pro Wildlife konnte Dank der Hilfe vieler Elefantenfreunde dieses Projekt unterstützen.

 

 

Trophäenjagd auf Elefanten

Elefantenbulle beim Schlammbad©A.GabanyiEinsatz gegen die Trophäenjagd

Die Großwildjagd auf die „Big Five“ (Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard und Büffel) – sie ist leider nicht mit der Kolonialzeit untergegangen, sondern noch heute ein beliebtes Urlaubsvergnügen betuchter Hobbyjäger, vor allem aus Europa und den USA. In vielen Staaten ist der Abschuss bedrohter Wildtiere, darunter auch die hochintelligenten Elefanten, immer noch ganz legal.

Trophäenjagd: Wider die Natur

Die Trophäenjagd ist nicht nur aus ethischen Gründen mehr als fragwürdig, sondern auch aus ökologischer Sicht: Trophäenjäger haben es oft auf seltene Arten abgesehen und hier ausgerechnet auf die stärksten, erfahrensten und für die Arterhaltung wichtigsten Tiere. Diese widernatürliche Auslese kann fatale Auswirkungen für das Überleben einer Art haben. Um ihr fragwürdiges "Hobby" gesellschaftsfähig zu machen behaupten Großwildjäger gerne, die Jagd sei zugleich Entwicklungshilfe und Rettungsprogramm für bedrohte Arten. Doch immer wieder belegen Studien, wie die Jagd bedrohte Arten dezimiert und dass die Profite vor allem (meist ausländische) Jagdreiseveranstalter abschöpfen, während die Menschen vor Ort meist leer ausgehen.

Elefant Gesicht©A.Gabanyi

Protest gegen Jagd auf bedrohte Wüstenelefanten

Auch Hunderte Elefanten werden in Afrika jedes Jahr zum Abschuss durch Trophäenjäger freigegeben, sogar in höchst bedrohten Beständen: So protestierte Pro Wildlife bei der Regierung Namibias gegen den Abschuss der letzten männlichen Wüstenelefanten im fortpflanzungsfähigen Alter. Jeder Abschuss gefährdet das langfristige Überleben der Wüstenelefanten – ganz besonderen Tieren, die gelernt haben, in extremer Trockenheit zu überleben.

Elfenbein

Elefantenbulle in Afrika©A.GabanyiKampf um das "weiße Gold"

Pro Wildlife kämpft für einen strengen Schutz aller Elefanten und die Bewahrung ihres Lebensraumes. Wir entlarven die Hintergründe und Falschinformationen, mit denen einige wenige Regierungen versuchen, den Elefantenschutz immer weiter zu lockern. Die Mehrheit der afrikanischen Staaten wünscht sich einen konsequenten Elefantenschutz – und Pro Wildlife unterstützt sie hierbei. Auf internationalen Konferenzen, wie dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) kämpft Pro Wildlife für ein Verbot des Elfenbeinhandels. Auf der WA-Konferenz im März 2010 setzte sich Pro Wildlife mit Erfolg gegen eine Schwächung des Elefantenschutzes ein: Wegen massiver Wilderei und Problemen im Artenschutzvollzug scheiterten die Pläne Tansanias und Sambias, über100 Tonnen Elfenbein nach Asien zu verkaufen.

Die Jagd nach dem weißen Gold dezimiert die Elefanten

Millionen Elefanten bevölkerten ursprünglich den afrikanischen Kontinent. Im Lauf des 20. Jahrhunderts wurden sie dramatisch reduziert, in manchen Regionen sogar ausgerottet. Die Elfenbeinwilderei halbierte Afrikas Elefantenbestände zwischen 1979 und 1989 von etwa 1,2 Millionen auf 600.000. Heute gilt nur ein Bestand von 470.000 Tieren als gesichert, maximale Schätzungen gehen von 670.000 aus.

1989 beschloss das Washingtoner Artenschutzübereinkommen ein Verbot des internationalen Elfenbeinhandels. Die Wilderei ging deutlich zurück: Die Elfenbeinpreise sanken ins Bodenlose, die Absatzmärkte in Europa und den USA brachen zusammen. Doch einige Regierungen forderten bereits acht Jahre später, dass der Handel wieder aufgenommen wird. Gegen den Widerstand von Pro Wildlife und anderen Artenschützern erteilte das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) die Genehmigung. Im Jahr 2000 exportierten drei afrikanische Länder 50 Tonnen Elfenbein aus staatlichen Lagerbeständen nach Japan, 2008 nochmals 108 Tonnen nach Japan und China. Darüber hinaus dürfen Simbabwe und Namibia Elfenbeinschnitzereien zu "nicht kommerziellen Zwecken" exportieren. Diese „Ausnahmen“ von dem generellen Verbot des Elfenbeinhandels torpedieren den Elefantenschutz, denn eine Unterscheidung zwischen legalem und illegalem Elfenbein ist häufig nicht möglich.

Stoßzähne©Pro WildlifeLegaler Handel heizt Schmuggel an

Elfenbeinschmuggel und Wilderei haben seit der Freigabe des Handels deutlich zugenommen. Der legale Handel bietet einen Deckmantel für illegale Händler: Für Schmuggler ist es ein leichtes, ihre blutige Ware als „legal“ auszugeben. Derzeit fallen jährlich weit über 30.000 Elefanten der Elfenbeinwilderei zum Opfer. Stoßzähne erzielen in Asien wieder Rekordpreise.

  • Im Jahr 2009 wurden mindestens 25.000 kg illegales Elfenbein beschlagnahmt, über die Hälfte davon stammte aus Tansania.
     
  • 2010 wurden mindestens 15.000 kg aufgegriffen. Darunter zahlreiche Aufgriffe von vielen Hundert Stoßzähnen bzw. mehreren Tausend kg, hinter denen kriminelle Banden stecken.
     
  • 2011 entwickelte sich zum Katastrophenjahr: Allein im November und Dezember gab es vier große Beschlagnahmen, die Kenia betrafen: Im November wurden 600 kg Elfenbein in Nairobi gefunden, am 3.12. waren es zwei Tonnen in Mombasa, am 13.12. wurden in Malaysia weitere zwei Tonnen beschlagnahmt, die aus Kenia stammten, und am 22.12. fanden die Ermittler in Mombasa erneut 772 Stoßzähne (Gesamtgewicht > 3t). Weitere bedeutende Beschlagnahmen in 2011: zwei Tonnen im April in Thailand, fast zwei Tonnen im August in China, je mehr als zwei Tonnen im August und September in Malaysia, mehr als eine Tonne im Oktober in Vietnam und 1,4 weitere Tonnen am 14.12. in Malaysia.

Doch nur ein Bruchteil des illegal gehandelten Elfenbeins wird beschlagnahmt, Experten gehen davon aus, dass bis zu 90% unentdeckt bleiben.

Pro Wildlife setzt sich deshalb für einen konsequenten Schutz aller Elefanten und ein strenges Verbot des Elfenbeinhandels ein. In verschiedenen Ländern Zentralafrikas, einem Zentrum der Wilderei, unterstützt Pro Wildlife Razzien gegen illegale Elfenbeinhändler

Elefantenwaisenhaus in Sri Lanka

Elefantenwaise Indria im Elephant Transit Home, Sri Lanka©GChandrawansa

Eine Zukunft für kleine Rüsseltiere

Das Elephant Transit Home (ETH) im Süden Sri Lankas nimmt verwaiste und verletzte Elefantenbabys auf, pflegt sie gesund und zieht sie auf, bis sie gruppenweise in einen sicheren Nationalpark ausgewildert werden können. Pro Wildlife unterstützt das Elefantenwaisenhaus durch sein Patenschaftsprojekt für den Elefantenschutz.

Elephant Transit Home, Sri Lanka©BFFHilfe für Waisenelefanten

Über 200 Elefanten starben alleine im Jahr 2009 in Sri Lanka durch Menschenhand. Oft bleiben hilflose Jungtiere zurück, die ohne menschliche Hilfe keine Überlebenschance hätten. Das Elefantenwaisenhaus in Udawalawe nimmt jedes Jahr neue Jungtiere auf. Die kleinen Elefanten sind oft in einem erbärmlichen Zustand, wenn sie in der Auffangstation eintreffen und müssen gesund gepflegt werden. Sechs Mal täglich brauchen die Elefantenkinder Milch, 25 Liter trinkt ein sechs Monate altes Elefantenbaby pro Tag. Die Neuankömmlinge müssen in der Station noch viel lernen, vor allem die Fähigkeiten, die sie zum Überleben in der Wildnis benötigen. Dabei sind die älteren Artgenossen in der Gruppe die wichtigste "Bezugsperson". Die meiste Zeit verbringen die Rüsseltiere mit Spielen und Futtersuche. Sobald die Tiere im Alter von etwa 5 Jahren allein zurechtkommen, werden sie in Gruppen in einem sicheren Nationalpark freigelassen, wo sie sich wilden Herden anschließen können.

Zeena©DJayantha/BFFEines der jüngsten Sorgenkinder ist das Elefantenmädchen Zeena. Sie war im Alter von zwei Monaten in einen Brunnen gefallen, ihre Mutter ist in Panik vor den Menschen, die zu Hilfe eilten, geflüchtet. Seither ist Zeena auf das Elefantenwaisenhaus angewiesen, wo sie gierig jeden Tag 25 Liter Milch verschlingt und täglich an Gewicht zulegt. Pro Wildlife möchte Zeenas Versorgung bis zu ihrer Auswilderung sichern. Sie können helfen: Unterstützen Sie das Elefantenschutzprojekt von Pro Wildlife mit einer Patenschaft oder Spende!

Zurück in die Freiheit

Elefant Indira in der Herde©ETH

2010 wurden Pro Wildlifes Schützling Indira und drei weitere Jungelefanten in einen sicheren Nationalpark  ausgewildert. Indira irrte im Alter von nur fünf Tagen völlig abgemagert und geschwächt mutterseelenallein im Ampara-Wald umher, von ihrer Mutter fehlte jede Spur. Während Elefanten in ihrem Alter normalerweise bereits stolze 125 kg auf die Waage bringen, wog sie gerade einmal 40 kg. Priester eines Hindu-Tempels fanden das hilflose Tie. Nur durch die rund-um-die Uhr Betreuung der Elefanten-Auffangstation konnte Indira überleben. Dank der Unterstützung durch Pro Wildlife und seine Förderer konnte sie fünf Jahre lang im Elefantenwaisenhaus versorgt und auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden. Vor der Auswilderung wurde Indira mit einem Funkhalsband versehen. So können die Mitarbeiter des Waisenhauses überwachen, dass Indira gut zurecht kommt.

Elefanten in Sri Lanka

Elefanten im Udawalawe Nationalpark©Pro Wildlife

Die Elefanten auf der Insel Sri Lanka sind hochbedroht: Anfang des 20. Jahrhunderts lebten dort noch rund 12.000 Elefanten. Heute sind es noch wenige Tausend. Den Dickhäutern machen vor allem der Lebensraumverlust durch die Zunahme menschlicher Siedlungen zu schaffen. Auf der Futtersuche geraten sie immer wieder in Konflikt mit Menschen. Stirbt die Mutter oder flüchtet sie, bleibt der Nachwuchs hilflos zurück.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Zeitung tz lesen Sie hier einen Bericht über das Elefantenwaisenhaus.

 

Staatliche Massaker an Elefanten

Elefantenherde©A.GabanyiAbschuss von Elefantenherden

Südafrika hat 2008 Richtlinien erlassen, die die Tötung ganzer Elefantenherden theoretisch möglich machen. Bisher haben allerdings keine Tötungen stattgefunden, konkrete Abschusspläne sind ebenfalls nicht bekannt. Zwischen 1966 und 1994 waren 16.000 Dickhäuter dem grausamen "Culling" zum Opfer gefallen. Wegen weltweiter Proteste und Boykottaufrufe waren die Massaker 1994 beendet worden. In den letzten Jahren zielte nun eine weltweite Negativ-Kampagne Südafrikas darauf ab, das Bild vom Elefanten als Plattmacher zu verbreiten und den staatlich organisierten Abschuss gesellschaftsfähig zu machen. Pro Wildlife lehnt das "Culling" aus ethischen und ökologischen Gründen ab.

Die "Plattmacher"-Lüge

Die platte Botschaft, es gäbe zu viele Elefanten und diese würden den Lebensraum von Tieren und Pflanzen zerstören,  ist bei genauerem Hinsehen schnell enttarnt: In Südafrika leben weniger als 20.000 Elefanten, allerdings sind sie eingepfercht in eingezäunte Gebiete, die insgesamt nur zwei Prozent der Landesfläche ausmachen. Ihre natürlichen Wanderrouten in Gebiete mit mehr Wasser- und Nahrungsangebot sind durch Zäune versperrt, künstlich angelegte Wasserlöcher sorgen dafür, dass sich die Tiere an bestimmten Stellen konzentrieren – auch um Touristen anzulocken. Das Problem einer angeblichen lokalen "Überbevölkerung" an Elefanten ist also hausgemacht - und braucht alternative Lösungsansätze: Die Öffnung von Zäunen und Wanderrouten, die Vernetzung mit anderen Schutzgebieten sowie die Schließung künstlicher Wasserlöcher, bzw. Zugang zu Wasser an anderer Stelle.

Elefantenkuh mit Kalb in Afrika©A.Gabanyi

Mehr Lebensraum statt Abschuss

Der Abschuss von Elefantenherden ist nicht nur ethisch inakzeptabel sondern macht auch aus ökologischer Sicht keinen Sinn: Die getöteten Tiere würden innerhalb kurzer Zeit durch neuen Nachwuchs oder durch Elefanten, die aus anderen Gebieten zuwandern "ersetzt". Zudem sind Elefanten ein essentieller Teil verschiedener natürlicher Ökosysteme in Afrika - und diese sind einem ständigen Wandel unterworfen: Elefanten schaffen Freiflächen, auf denen  Pflanzen wachsen, die anderen Pflanzenfressern als Nahrungsquelle dienen. Sie verbreiten Samen für viele Baumarten und legen mit ihren Stoßzähnen Wasserquellen frei  – die auch andere Tiere nutzen. Die Wechselwirkungen zwischen Elefanten, anderen Tieren und Pflanzen sind sehr komplex und häufig noch unerforscht. Niemand weiß, welche genauen Auswirkungen der Abschuss von Elefantenherden hätte.

Nicht zu vernachlässigen ist auch, dass "Culling" stark kommerziell und politisch motiviert ist: Denn Südafrika propagiert seit langem, Wildtiere radikal als Einnahmequelle auszuschlachten. Dort werden Elefanten sogar zu Dosenfleisch und für den Lederhandel verarbeitet, das lukrativste und damit begehrteste "Produkt" aber sind die Stoßzähne: Immerhin stammte fast die Hälfte der 50 Tonnen Elfenbein, die Südafrika 2008 nach Asien verkaufte, aus früheren "Culling"-Aktionen.

Anstelle der geplanten Tötungen fordert Pro Wildlife, dass die Regierung Südafrikas den Lebensraum für Elefanten ausweitet, Schutzgebiete vernetzt sowie natürliche Wanderrouten und Regulationsmechanismen wiederherstellt.

Elefantenschutz in Äthiopien

Plantage im Babile Elefantenreservat in Äthiopien©C.P.BerriesRodung im Elefantenreservat

Pro Wildlife enthüllte, dass das in Deutschland ansässige Unternehmen Flora EcoPower AG Rizinus-Plantagen zur Herstellung von Ölen für die Agrokraftststoff- und Kosmetikproduktion ausgerechnet im äthiopischen Babile Elefanten- reservat angelegt hat - das Magazin FOCUS berichtete. Pro Wildlife informierte die Medien und organisierte eine Protestaktion. Die Plantagen wurden inzwischen stillgelegt. Der Aktienkurs von Flora EcoPower fiel innerhalb eines Jahres deutlich ab – von rund 5 Euro auf weit unter 1,50 Euro.

Unter dem Motto " Biodiesel-Boom: Fluch oder Segen?" erörterte Pro Wildlife bei einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Umweltschutz Pro & Kontra der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen. Auch die zerstörerischen Aktivitäten der Flora EcoPower ernteten große Kritik von Rednern und Publikum.

Das Beispiel illustriert sehr schön die "Macht der Konsumenten". Und der Skandal könnte letztendlich sogar Positives bewirken: Damit das Elefantenschutzgebiet zukünftig besser vor solchen Übergriffen geschützt ist, könnte es jetzt zum Nationalpark erklärt werden. 

Neuer Nationalpark im Norden Äthiopiens

In Äthiopien leben nur noch einige Hundert Elefanten, die auf weit voneinander entfernte Gebiete verstreut sind. Die Tiere fallen Wilderern und dem Konflikt mit Bauern um Land und Wasser zum Opfer. Besonders bedroht ist der kleine Elefantenbestand im Nordwesten des Landes, an der Grenze zu Eritrea und in unmittelbarer Nähe zum Sudan. Um den Schutz dieser Tiere zu verbessern, unterstützte Pro Wildlife ein Forscherteam dabei, ein neues Schutzgebiet zu etablieren. Der Kafta-Shiraro Nationalpark wurde im Juli 2007 ausgerufen. Mit Hilfe von Pro Wildlife konnten die Forscher der Universiät von Addis Abeba die Abgrenzung des Parks voran treiben, Gespräche mit Behörden und Bevölkerung im Umland führen, um die Akzeptanz für das Schutzgebiet zu erhöhen, dringend benötigte Ausrüstung für die Parkwächter anschaffen und erste Expeditionen in den Park unternehmen, um zu erfassen, wieviele Elefanten dort leben.

Um das Projekt langfristig zu sichern wollen die Elefantenforscher mit finanzieller Hilfe der US die Wanderungen der Elefanten mit Sende-Halsbändern  überwachen und Anti-Wilderer-Patrouillen etablieren.

Zoohaltung

Elefant im Zoo©Pro Wildlife

Elefantenleid in Gefangenschaft

Elefanten gehören zu den Kassenmagneten in Zoos und Zirkussen. Doch die Haltung von Elefanten in Gefangenschaft ist eine endlose Leidensgeschichte, mit zahllosen Todesfällen bei Mensch und Tier. Pro Wildlife kämpft für das Leben von Elefanten in Freiheit und setzt sich u.a. gegen den Fang wilder Elefanten für Zoos und Vergnügungsparks ein. Viele Tiere, auch in deutschen Zoos, wurden in freier Wildbahn eingefangen und auf brutale Weise gezähmt.

Ein Leben in Ketten und Isolation

In freier Wildbahn legen die Rüsseltiere auf ihren Wanderungen bis zu 100 Kilometer am Tag zurück. Ihr Leben ist bestimmt durch die engen Sozialkontakte zu den Familienmitgliedern ihrer Herde, durch  gemeinsames Spielen, Baden und intensiven Körperkontakt. In Gefangenschaft können Elefanten dieses natürliche Verhalten nicht ausleben: Sie fristen ein trauriges Dasein, angekettet, in Zirkuswägen oder in engen Elefantenhäusern mit wenig Auslauf. Bis zu 20 Stunden am Tag sind Zooelefanten eingesperrt, viele werden auch heute noch angekettet. Es fehlt eine intakte Sozialstruktur, denn die Gruppen sind beliebig zusammen- gewürfelt aus Tieren, die sich nicht kennen und zwischen denen es zu Rangkämpfen kommt. Meist mangelt es an dem für die Herdenstruktur wichtigen Nachwuchs.

Aufgebrachter Elefantenbulle©A.Gabanyi

Die äußerst sozialen und intelligenten Tiere leiden unter der Langeweile und Frustration, die ihren Alltag prägen. Viele Elefanten entwickeln in Gefangenschaft Verhaltens- störungen wie beispielsweise das monotone Hin- und Herschaukeln (Weben) und Krankheiten wie Tuberkulose, Herpes, Fußerkrankungen, Übergewicht und Stress.

Vom sanften Riesen zum Killer

Für viele Elefanten bedeuten die Haltungsbedingungen Dauerstress, auf den sie mit Aggressionen gegen ihre Peiniger reagieren: Der Beruf des Elefantenpflegers gilt nicht ohne Grund als einer der gefährlichsten überhaupt. Regelmäßig greifen Elefanten in Zoos oder Zirkussen Tierpfleger an. 40 Menschen wurden nach Recherchen der Organisation Elefantenschutz Europa in 20 Jahren von Elefanten alleine in Zoos getötet, weiter 50 zum Teil schwer verletzt. Und die Unfälle reißen nicht ab:

  • Im Oktober 2011 greift im Zoo Augsburg Elefantendame Sabi ihren Pfleger mit den Stoßzähnen an, drückt ihn an die Wand und verletzt ihn schwer.
     
  • September 2011: Die Asiatische Elefantin Birma attackiert im Zoo Magdeburg einen Pfleger und fügt ihm Rippenbrüche und Prellungen zu.
     
  • Februar 2011: Im Zoo Dvur Králové (Tschechien) muss ein Elefantenpfleger nach einer Attacke mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.
     
  • Im Januar 2011 drückte im US-Zoo Knoxville ein 3,5 Tonnen schwerer Elefantenbulle seinen Pfleger bei der Gehegereinigung zu Tode.
     
  • Juli 2010:  Angriff eines jungen Elefantenbullen im Zoo Ohio (Video).
     
  • März 2010: Der vierjährige Thabo-Umasai sorgt im Zoo Dresden und ein Bulle im Elefantenhof Platschow für schwer Verletzte.
     
  • August 2009: Zwei noch kleine Asiatische Elefantenkinder greifen kurz nach ihrer Umsiedlung aus dem Tierpark Berlin-Friedrichsfelde in den Zoo Rostow am Don (Russland) gemeinsam einen Pfleger an - offenbar gezielt und in Tötungsabsicht.
     
  • September 2006: Im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde verliert ein Tierpfleger durch einen Elefanten mehrere Schneidezähne und erleidet Rippenbrüche.
     
  • 2005 tötete z.B. der erst vierjährige Elefantenjunge Abu einen Pfleger im Tiergarten Schönbrunn (Wien).

Ursache solcher Angriffe sind auch die brutalen Methoden, mit denen die Tiere schon frühzeitig gefügig gemacht werden. Mit Prügeln und Elefantenhaken traktieren Tierpfleger die Tiere an empfindlichen Körperstellen (z.B. hinter dem Ohr, am Auge oder an den Geschlechtsteilen), um sie zu "unterwerfen". Der Direktor des amerikanischen Zoos Oakland beschrieb die Bändigungsmethoden folgendermaßen: "Das Training kann schlimm sein, wie zum Beispiel anhaltendes Schlagen mit Knüppeln, Zustechen mit dem spitzen Ende des Eisenhakens, der Einsatz von Stromstößen und Elektrotreibern, das dauerhafte Anketten und Aushungern der Tiere."

Elefanten, die infolge solch barbarischer Methoden ihre Pfleger angreifen oder sogar umbringen, werden teilweise getötet. Andere werden monatelang isoliert und eingesperrt, bis sich ein anderer Zoo oder Zirkus gefunden hat, in den das Tier abgeschoben werden kann. 

Hohe Todesraten und Nachschub aus freier Wildbahn

Zwar verhalf in jüngster Zeit die künstliche Befruchtung einigen Zoos zu Elefantenbabys, doch die in Zoos und Zirkussen gehaltenen Elefanten stammen noch immer überwiegend aus freier Wildbahn. Die Geburtenrate ist gering, die Todesrate des Elefantennachwuchses in Gefangenschaft dafür um so höher: 42 Prozent der in europäischen Zoos geborenen Asiatischen Elefanten werden nicht einmal fünf Jahre alt.  Die Todesrate in Gefangenschaft ist extrem hoch: Die Lebenserwartung afrikanischer Elefanten beträgt im Zoo lediglich 17 Jahre, in freier Wildbahn 56. Entsprechend beschaffen sich Zoos auch in Deutschland immer wieder Nachschub aus freier Wildbahn. Häufig wird behauptet, dass es sich bei  Neuzugängen aus Myanmar (Burma) und Thailand um in Gefangenschaft geborene Kinder von Arbeitselefanten handelt. Neue Studien entlarven jedoch, dass viele der Tiere illegal in freier Wildbahn gefangen wurden. Thailand stoppte deshalb vorerst im April 2009 die Ausfuhr von Elefanten an ausländische Zoos. Hier einige Beispiele, woher Zoo-Elefanten stammen: 

  • Februar 2011: Der Zoo Magdeburg erklärt, drei bis vier wilde Elefanten aus dem südlichen Afrika für die geplante Afrikaanlage importieren zu wollen.

  • Januar 2011: Pläne des Zoo Leipzig, zwei Elefantenkühe aus Indien zu importieren, werden bekannt.

  • Mai 2010: In Simbabwes Hwange Nationalpark werden zwei 18 Monate alte Elefantenbabies für den Export in einen Zoo in Nordkorea eingefangen. Eine Protestaktion von Wissenschaftlern und Tierschützern, darunter Pro Wildlife, stoppt den Export, die Tiere sollen rehabilitiert und ausgewildert werden.

  • August 2009: Der belgische Zoo "Parc Paradisio" importiert erstmals aus Indonesien zwei Elefanten; für die Tiere der seltenen Sumatra-Unterart existiert kein Zuchtprogramm

  • Juni 2009: Der Karachi Zoo in Pakistan importiert vier junge Elefanten aus freier Wildbahn in Tansania.

  • November 2006: Zoos in Sydney und Melbourne (Australien) importieren acht Elefanten aus Thailand.

  • September 2006: Der Zoo Köln importiert fünf weibliche Elefanten aus sog. "Arbeitscamps" in Thailand. Mindestens eines der Tiere ist trächtig.

  • September 2005: Der Zoo Köln importiert zwei Elefanten aus einem sog. "Arbeitscamp" in Myanmar.
     
  • März 2004: Der Zoo Kolmarden, Schweden, erhält zwei Elefanten aus Thailand als Staatsgeschenk.  
     
  • August 2003: Elf wilde Afrikanische Elefanten werden in Swasiland für die US-Zoos Lowry Park (Florida) und San Diego eingefangen.

  • Frühjahr 2003: Sieben junge Elefanten aus Südafrika werden an einen Stierzüchter mit Privatzoo in Mexiko und an den Zoo Lesna in Tschechien verkauft.

  • Frühjahr 1999: Die Zoos Dresden und Erfurt importieren vier wilde Elefantenbabys, die ihrer Herde im Tuli-Reservat (Botswana) entrissen und unter brutalen Bedingungen dressiert wurden.

Elefantenschutz

Elefant in Afrika©A.Gabanyi

Hilfe für Elefanten in Afrika und Asien

Pro Wildlife setzt sich dafür ein, dass Elefanten in Freiheit, in ihrem natürlichen Lebensraum eine Zukunft haben. Wir kämpfen gegen den Elfenbeinhandel und die Wilderei, der jedes Jahr Zehntausende Elefanten zum Opfer fallen. Pro Wildlife hilft Elefantenwaisen in Asien zu retten und in einem sicheren Nationalpark wieder auszuwildern. Wir unterstützen die Sicherung von Schutzgebieten (z.B. in Äthiopien), helfen Tiere in Notfallsituationen zu retten und setzen uns konsequent gegen staatliche Abschussgenehmigungen für Elefanten ein.

>> Vor Ort

>> Kampagnen

 

Elefantenschutz vor Ort

Elefantenwaise Indira im Elephant Transit Home, Sri Lanka©Pro Wildlife Asien: Das Elefantenwaisenhaus

Das Elephant Transit Home (ETH) im Süden Sri Lankas pflegt verwaiste und verletzte Elefantenbabys gesund und bereitet sie auf ihre Rückkehr in die Freiheit vor. Pro Wildlife unterstützt das Elefantenwaisenhaus durch sein Patenschaftsprojekt für den Elefantenschutz. Lesen Sie mehr...

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Elefant am Wasserloch©A.GabanyiAfrika: Wasser für Wüstenelefanten

Seit einem Viertel Jahrhundert gab es keine solch dramatische Dürre mehr im westafrikanischen Mali: Auf der Suche nach Wasser legen die Elefanten extrem weite Strecken zurück – doch viele Wasserstellen sind bereits versiegt. Pro Wildlife und Save the Elephants helfen, Wasser für die verdurstenden Elefanten bereit zu stellen. Lesen Sie mehr...

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Plantage im Babile Elefantenreservat in Äthiopien©C.P.Berries

Afrika: Kein Biodiesel im Reservat

Pro Wildlife enthüllte, dass das in Deutschland ansässige Unternehmen Flora EcoPower AG Plantagen für die Ölproduktion ausgerechnet in einem Elefantenschutzgebiet in Äthiopien angelegt hat. Pro Wildlife informierte die Medien und organisierte eine Protestaktion. Die Plantagen wurden inzwischen stillgelegt. Lesen Sie mehr... 

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Kampagnen zum Elefantenschutz

Elfenbein-Beschlagnahme©LAGAKampf dem Elfenbeinhandel

Pro Wildlife kämpft für den strengen Schutz aller Elefanten und gegen Versuche, das Elfenbeinhandelsverbot aufzuweichen. Zehntausende Elefanten werden jährlich Opfer der Elfenbeinwilderei. Pro Wildlife enthüllt die Hintergründe und unterstützt die Mehrheit der afrikanischen Staaten, die einen konsequenten Elefantenschutz wollen. Lesen Sie mehr...

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Elefantenbulle beim Schlammbad©A.GabanyiEinsatz gegen die Trophäenjagd

Die Großwildjagd auf die „Big Five“ (Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard und Büffel) ist noch heute ein beliebtes Urlaubsvergnügen betuchter Hobbyjäger. In einigen afrikanischen Staaten ist der Abschuss bedrohter Wildtiere, einschließlich der hochintelligenten Elefanten, noch immer  legal. Pro Wildlife enthüllt die Falschinformationen, mit denen die Trophäenjagd propagiert wird.  Lesen Sie mehr...

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Elefantenherde©A.Gabanyi

Tötung von Elefantenherden

Südafrika verabschiedete 2008 neue Richtlinien, die den Abschuss ganzer Elefantenherden in Ausnahmefällen ermöglichen. Die Behörden müssen allerdings jeden einzelnen Fall prüfen und genehmigen, bislang sind keine konkreten Abschusspläne bekannt. Die Tötungsaktionen waren 1994 aufgrund weltweiter Proteste gestoppt worden. Zwischen 1966 und 1994 fielen in Südafrika 16.000 Dickhäuter dem grausamen „Culling“ zum Opfer, bei dem ganze Elefantenfamilien von Helikoptern aus abgeschossen wurden. Pro Wildlife lehnt die Massentötungen ab: Sie sind nicht nur ethisch untragbar sondern auch aus ökologischer Sicht höchst umstritten. Lesen Sie mehr...

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Elefant im Zoo©Pro Wildlife

Für ein Elefantenleben in Freiheit

Elefanten gehören zu den Hauptattraktionen in Zoos und Zirkussen. Doch die Haltung von Elefanten in Gefangenschaft ist eine endlose Leidensgeschichte, mit zahllosen Todesfällen bei Mensch und Tier. Pro Wildlife kämpft für das Leben von Elefanten in Freiheit und setzt sich u.a. gegen den Fang wilder Elefanten für Zoos und Vergnügungsparks ein. Lesen Sie mehr...

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