Elefanten

Wasser für die Wüstenelefanten

Elefant am Wasserloch©A.Gabanyi

Dürre in Westafrika: Hilfe für Elefanten

Seit 26 Jahren gab es keine solch dramatische Dürre mehr im westafrikanischen Mali: Auf der Suche nach Wasser legen die Elefanten extrem weite Strecken zurück – doch viele Wasserstellen sind bereits versiegt. Pro Wildlife und Save the Elephants helfen ein Wasserreservoir bereit zu stellen und Grundwasser für die durstenden Elefanten an die Oberfläche zu pumpen.

Wasser Marsch!

Im Frühjahr 2009 bat der berühmte Elefantenforscher Iain Douglas-Hamilton Pro Wildlife um dringende Hilfe. Mit seiner Organisation Save the Elephants beobachtet er seit langem die Elefanten Malis. Die 350 bis 450 Tiere sind die nördlichste Population  Afrikanischer Elefanten, sie leben in einem extrem trockenen Gebiet am Rand der Sahara. Klimaveränderungen und die Zunahme von Viehzucht und Wilderei haben den Elefantenbestand in den letzten 30 Jahren um die Hälfte dezimiert.

Elefant ausgezehrt © J.Wall/STEAuf ihren Wanderrouten entlang der wenigen Wasserquellen trotzen diese „Wüsten-Elefanten“ härtesten Bedingungen: Sie durchqueren Sanddünen und haben Wanderrouten von jährlich 700 km. Diese speziellen Tiere sind zwar an das Leben in Trockenheit angepasst, doch ganz ohne Wasser können auch sie nicht auskommen.

Die verzweifelte Suche der Elefanten nach Wasser droht zudem, das Zusammenleben zwischen Mensch und Elefant zu gefährden: Oft genug sind Wildtiere und Rinder auf die selben Quellen angewiesen. Mit der Bereitstellung von Wasser soll auch der Konflikt zwischen Dickhäutern und Nomaden entschärft werden.

Rettung in letzter Minute!

In einem eilig umgesetzten Notfallplan wurden die durstenden Dickhäuter mit Wasser versorgt. Die bereits im Jahr 2000 vorinstallierten Pumpen am "Lake Banzena" mussten so schnell wie möglich wieder flott gemacht werden. Zudem wurde ein Betonbecken gebaut, das in Notzeiten als Wasserreservoir dient. Bis die Regenfälle einsetzen, sind Malis Elefanten mit Wasser versorgt. Pro Wildlife konnte Dank der Hilfe vieler Elefantenfreunde dieses Projekt unterstützen.

 

 

Trophäenjagd auf Elefanten

Elefantenbulle beim Schlammbad©A.GabanyiEinsatz gegen die Trophäenjagd

Die Großwildjagd auf die „Big Five“ (Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard und Büffel) – sie ist leider nicht mit der Kolonialzeit untergegangen, sondern noch heute ein beliebtes Urlaubsvergnügen betuchter europäischer und amerikanischer Hobbyjäger. In einigen afrikanischen Staaten ist der Abschuss bedrohter Wildtiere, darunter auch die hochintelligenten Elefanten, immer noch ganz legal.

Trophäenjagd: Wider die Natur

Die Trophäenjagd ist nicht nur aus ethischen Gründen mehr als fragwürdig, sondern auch aus ökologischer Sicht: Trophäenjäger haben es oft auf seltene Arten abgesehen und hier ausgerechnet auf die stärksten, erfahrensten und für die Arterhaltung wichtigsten Tiere. Diese widernatürliche Auslese kann fatale Auswirkungen für das Überleben einer Art haben. In einer Studie über Wildtiernutzung, Artenschutz und „nachhaltige Entwicklung“ stellt Pro Wildlife die immer wieder vorgebrachte Behauptung in Frage, die Trophäenjagd sei zugleich Entwicklungshilfe und Rettungsprogramm für bedrohte Arten. Denn an den erheblichen Profiten der Jagdreiseveranstalter werden die Menschen, die vor Ort mit den Wildtieren leben, nur minimal beteiligt – und die Tiere bleiben ganz auf der Strecke.

Elefant Gesicht©A.Gabanyi

Simbabwe sticht unter den Ländern, die die Trophäenjagd erlauben, besonders hervor: Elefanten sind begehrte Devisenbringer für den maroden Staat. Entsprechend erteilt die Regierung nicht nur die weltweit höchsten Quoten für den Abschuss durch zahlungskräftige ausländische Jagdtouristen. Sie ist auch intensiv in den legalen wie illegalen Elfenbeinhandel verstrickt. Zusätzlich genehmigte das Regime in Simbabwe über die Jahre den Abschuss Tausender Elefanten, um sie bei „Staatsbanketts“, in Armeekasernen und Krokodilfarmen zu verfüttern. Pro Wildlife macht immer wieder die Massaker an Elefanten und anderen Wildtieren in dem südafrikanischen Land publik und fordert Konsequenzen der internationalen Staatengemeinschaft.

Protest gegen Jagd auf bedrohte Wüstenelefanten

Pro Wildlife protestierte 2008 bei der Regierung Namibias gegen Abschussgenehmigungen für die extrem seltenen Wüstenelefanten. Leider kam für fünf Elefantenbullen jede Hilfe zu spät: Sie wurden von ausländischen Trophäenjägern getötet. Ein Tier konnte jedoch gerettet werden. Und die massiven internationalen Proteste können dazu beitragen, dass Namibias Regierung die Wüstenelefanten zukünftig verschont. Denn jeder weitere Abschuss gefährdet das langfristige Überleben der Wüstenelefanten – ganz besonderen Tieren, die gelernt haben, in extremer Trockenheit zu überleben.

Elfenbein

Elefantenbulle in Afrika©A.GabanyiKampf um das "weiße Gold"

Pro Wildlife kämpft für einen strengen Schutz aller Elefanten und die Bewahrung ihres Lebensraumes. Wir entlarven die Hintergründe und Falschinformationen, mit denen einige wenige Regierungen versuchen, den Elefantenschutz immer weiter zu lockern. Die Mehrheit der afrikanischen Staaten wünscht sich einen konsequenten Elefantenschutz – und Pro Wildlife unterstützt sie hierbei. Auf internationalen Konferenzen, wie dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) kämpft Pro Wildlife für ein Verbot des Elfenbeinhandels. Auf der WA-Konferenz im März 2010 sind Elefanten erneut im Mittelpunkt der Verhandlungen.

Die Jagd nach dem weißen Gold dezimiert die Elefanten

Millionen Elefanten bevölkerten ursprünglich den afrikanischen Kontinent. Im Lauf des 20. Jahrhunderts wurden sie dramatisch reduziert, in manchen Regionen sogar ausgerottet. Die Elfenbeinwilderei halbierte Afrikas Elefantenbestände zwischen 1979 und 1989 von etwa 1,2 Millionen auf 600.000. Heute gilt nur ein Bestand von 470.000 Tieren als gesichert.

Nach dem Verbot des Elfenbeinhandels 1989 ging die Wilderei deutlich zurück: Die Elfenbeinpreise sanken ins Bodenlose, die Absatzmärkte in Europa und den USA brachen zusammen. Doch einige Regierungen forderten bereits acht Jahre später, dass der Handel wieder aufgenommen wird. Gegen den Widerstand von Pro Wildlife und anderen Artenschützern erteilte das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) die Genehmigung. Im Jahr 2000 exportierten drei afrikanische Länder 50 Tonnen Elfenbein aus staatlichen Lagerbeständen nach Japan, 2008 nochmals 108 Tonnen nach Japan und China. Darüber hinaus dürfen Simbabwe und Namibia Elfenbeinschnitzereien zu "nicht kommerziellen Zwecken" exportieren. Diese „Ausnahmen“ von dem generellen Verbot des Elfenbeinhandels torpedieren den Elefantenschutz. Zudem wollen Tansania und Sambia auf der Artenschutzkonferenz 2010 (CITES CoP15) in das Geschäft mit dem "weißen Gold" einsteigen.

Stoßzähne©Pro WildlifeLegaler Handel heizt Schmuggel an

Elfenbeinschmuggel und Wilderei haben seit der Freigabe des Handels deutlich zugenommen. Der legale Handel bietet einen Deckmantel für illegale Händler: Für Schmuggler ist es ein leichtes, ihre blutige Ware als „legal“ auszugeben. Derzeit fallen jährlich weit über 30.000 Elefanten der Elfenbeinwilderei zum Opfer. Stoßzähne erzielen in Asien wieder Rekordpreise.

In Zentralafrika unterstützt Pro Wildlife Razzien gegen Elfenbeinschmuggler. Pro Wildlife ist Teil des Species Survival Network (SSN), einem weltweiten Netzwerk aus Tier- und Artenschutzorganisationen, das sich für den Schutz bedrohter Arten einsetzt und u.a. das Ausmaß von Wilderei und Elfenbeinschmuggel dokumentiert. 

Elefantenwaisenhaus in Sri Lanka

Elefantenwaise Indria im Elephant Transit Home, Sri Lanka©Pro Wildlife

Eine Zukunft für kleine Rüsseltiere

Das Elephant Transit Home (ETH) im Süden Sri Lankas nimmt verwaiste und verletzte Elefantenbabys auf, pflegt sie gesund und bereitet sie auf ihre Rückkehr in die Freiheit vor. Erst wenn sie allein zurechtkommen, mit etwa fünf Jahren, werden die Elefantenkinder gruppenweise in den Udawalawe Nationalpark ausgewildert. Pro Wildlife unterstützt das Elefantenwaisenhaus durch sein Patenschaftsprojekt für den Elefantenschutz.

Elephant Transit Home, Sri Lanka©BFFHilfe für Waisenelefanten

Das Team des Elefantenwaisenhauses hat alle Hände voll zu tun: Sechs Mal täglich brauchen die Elefantenkinder ihre Milch: 25 Liter trinkt ein sechs Monate altes Elefantenbaby pro Tag. Die kleinen Elefanten sind meist in einem erbärmlichen Zustand, wenn sie in der Auffangstation eintreffen. Über 200 Elefanten starben alleine im Jahr 2009 in Sri Lanka durch Menschenhand. Zurück bleiben Dutzende hilflose Jungtiere, die ohne menschliche Hilfe keine Überlebenschance haben. Die Neuankömmlinge müssen in der Station noch viel lernen, vor allem die Fähigkeiten, die sie zum Überleben in der Wildnis benötigen. Dabei sind die älteren Artgenossen in der Gruppe die wichtigste "Bezugsperson". Die meiste Zeit verbringen die Rüsseltiere mit Spielen und Futtersuche. Sobald die Tiere allein zurechtkommen, werden sie in Gruppen in einem sicheren Nationalpark ausgewildert, wo sie sich wilden Herden anschließen können.

Elefant Indira in der Herde©ETH

Zurück in die Freiheit

Pro Wildlife hat das Elefantenmädchen Indira adoptiert. Völlig abgemagert und geschwächt irrte sie im Alter von fünf Tagen mutterseelenallein im Ampara-Wald umher, von ihrer Mutter fehlte jede Spur. Priester eines Hindu-Tempels fanden das hilflose Geschöpf. Nur durch das schnelle Handeln der Elefanten-Auffangstation konnte Indira überleben. Denn während Elefanten in ihrem Alter normalerweise bereits stolze 125 kg auf die Waage bringen, wog sie gerade einmal 40 kg.

Ohne medizinische Rund-um-die-Uhr-Betreuung wäre das Elefantenmädchen sicher verhungert.

Anfangs hatte Indira mit Infektionskrankheiten zu kämpfen, da ihr die für eine gesunde Immunabwehr so wichtige Muttermilch fehlte. Dass sie überlebte, ist der Fürsorge und Ausdauer ihrer Pfleger zu verdanken.

Sie können helfen: Unterstützen Sie das Elefantenschutzprojekt von Pro Wildlife mit einer Patenschaft oder Spende!

Elefanten im Udawalawe Nationalpark©Pro WildlifeElefanten in Sri Lanka

Die Elefanten auf der Insel Sri Lanka sind hochbedroht: Lebten dort Anfang des 20. Jahrhunderts noch rund 12.000 Elefanten, sind es heute nur noch wenige Tausend, die genaue Zahl ist umstritten. Den Dickhäutern machen vor allem der Lebensraumverlust durch die Zunahme der Siedlungen zu schaffen. Auf der Futtersuche geraten die Elefanten immer wieder in Konflikt mit Menschen. Über 200 Elefanten starben 2009 durch Menschenhand. Stirbt die Mutter oder flüchtet sie, bleibt der Nachwuchs hilflos zurück.

Mit freundlicher Genehmigung der Zeitung tz lesen Sie hier einen Bericht über das Engagement des Elefantenwaisenhauses.

 

 

 

Staatliche Massaker an Elefanten

Elefantenherde©A.GabanyiSüdafrika droht mit Abschuss

Südafrika hat 2008 den Massenabschuss von Elefanten wieder legalisiert. Bisher gibt die Regierung allerdings nicht bekannt, wann und wo Abschüsse stattfinden sollen. Zwischen 1966 und 1994 fielen 16.000 Dickhäuter dem grausamen "Culling" zum Opfer, bei dem ganze Elefantenherden von Helikoptern aus abgeschossen wurden. Wegen weltweiter Proteste und Boykottaufrufe waren die Massaker 1994 verboten worden. Eine weltweite Negativ-Kampagne der südafrikanischen Regierung zielt nun darauf ab, das Bild vom Elefanten als Plattmacher zu verbreiten und den staatlich organisierten Abschuss gesellschaftsfähig zu machen. Pro Wildlife kämpft gegen das "Culling" an.

Die "Plattmacher"-Lüge

Die Propaganda der "Plattmacher" ist bei genauerem Hinsehen schnell enttarnt: In Südafrika leben weniger als 20.000 Elefanten, allerdings sind sie eingepfercht in eingezäunte Gebiete, die insgesamt nur zwei Prozent der Landesfläche ausmachen. Ihre natürlichen Wanderrouten in Gebiete mit mehr Wasser- und Nahrungsangebot sind durch Zäune versperrt, künstlich angelegte Wasserlöcher sorgen dafür, dass sich die Tiere an bestimmten Stellen konzentrieren – auch um Touristen anzulocken. Das Problem einer angeblichen lokalen "Überbevölkerung" an Elefanten ist also hausgemacht.

Elefantenkuh mit Kalb in Afrika©A.Gabanyi

Mehr Lebensraum statt Abschuss

Pro Wildlife lehnt den sinnlosen staatlichen Abschuss ab und bezweifelt die offizielle Begründung, dass es zu viele Elefanten in Südafrika geben soll. Vielmehr scheinen kommerzielle und politische Motive zu überwiegen: Denn Südafrika propagiert seit langem, dass Wildtiere radikal als Einnahmequelle ausgeschlachtet werden sollten. Südafrikas Elefanten werden sogar zu Dosenfleisch und für den Lederhandel verarbeitet, das lukrativste "Produkt" aber sind die Stoßzähne: Immerhin stammte fast die Hälfte der 50 Tonnen Elfenbein, die Südafrika 2008 nach Asien verkaufte, aus früheren "Culling"-Aktionen.

Anstelle der geplanten Tötungen fordert Pro Wildlife, dass die Regierung Südafrikas den Lebensraum für Elefanten ausweitet, Schutzgebiete vernetzt, natürliche Wanderrouten wiederherstellt und künstliche Wasserlöcher schließt, um natürliche Regulationsmechanismen wieder herzustellen.

Elefantenschutz in Äthiopien

Plantage im Babile Elefantenreservat in Äthiopien©C.P.BerriesRodung im Elefantenreservat

Pro Wildlife enthüllte, dass das in Deutschland ansässige Unternehmen Flora EcoPower AG Rizinus-Plantagen zur Herstellung von Ölen für die Agrokraftststoff- und Kosmetikproduktion ausgerechnet im äthiopischen Babile Elefanten- reservat angelegt hat - das Magazin FOCUS berichtete. Pro Wildlife informierte die Medien und organisierte eine Protestaktion. Die Plantagen wurden inzwischen stillgelegt. Der Aktienkurs von Flora EcoPower fiel innerhalb eines Jahres deutlich ab – von rund 5 Euro auf weit unter 1,50 Euro.

Unter dem Motto " Biodiesel-Boom: Fluch oder Segen?" erörterte Pro Wildlife bei einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Umweltschutz Pro & Kontra der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen. Auch die zerstörerischen Aktivitäten der Flora EcoPower ernteten große Kritik von Rednern und Publikum.

Das Beispiel illustriert sehr schön die "Macht der Konsumenten". Und der Skandal könnte letztendlich sogar Positives bewirken: Damit das Elefantenschutzgebiet zukünftig besser vor solchen Übergriffen geschützt ist, könnte es jetzt zum Nationalpark erklärt werden. 

Neuer Nationalpark im Norden Äthiopiens

In Äthiopien leben nur noch einige Hundert Elefanten, die auf weit voneinander entfernte Gebiete verstreut sind. Die Tiere fallen Wilderern und dem Konflikt mit Bauern um Land und Wasser zum Opfer. Besonders bedroht ist der kleine Elefantenbestand im Nordwesten des Landes, an der Grenze zu Eritrea und in unmittelbarer Nähe zum Sudan. Um den Schutz dieser Tiere zu verbessern, unterstützte Pro Wildlife ein Forscherteam dabei, ein neues Schutzgebiet zu etablieren. Der Kafta-Shiraro Nationalpark wurde im Juli 2007 ausgerufen. Mit Hilfe von Pro Wildlife konnten die Forscher der Universiät von Addis Abeba die Abgrenzung des Parks voran treiben, Gespräche mit Behörden und Bevölkerung im Umland führen, um die Akzeptanz für das Schutzgebiet zu erhöhen, dringend benötigte Ausrüstung für die Parkwächter anschaffen und erste Expeditionen in den Park unternehmen, um zu erfassen, wieviele Elefanten dort leben.

Um das Projekt langfristig zu sichern wollen die Elefantenforscher mit finanzieller Hilfe der US die Wanderungen der Elefanten mit Sende-Halsbändern  überwachen und Anti-Wilderer-Patrouillen etablieren.

Zoohaltung

Elefant im Zoo©Pro Wildlife

Elefantenleid in Gefangenschaft

Elefanten gehören zu den Kassenmagneten in Zoos und Zirkussen. Doch die Haltung von Elefanten in Gefangenschaft ist eine endlose Leidensgeschichte, mit zahllosen Todesfällen bei Mensch und Tier.

Pro Wildlife hält die Haltung von Elefanten in Gefangenschaft für nicht artgerecht. Pro Wildlife kämpft gegen den Fang wilder Elefanten als Nachschub für Zoos und Vergnügungsparks, denn viele Tiere, auch in deutschen Zoos, wurden in freier Wildbahn eingefangen und auf brutale Weise gezähmt.

Ein Leben in Ketten und Isolation

In freier Wildbahn legen die Rüsseltiere auf ihren Wanderungen bis zu 100 Kilometer am Tag zurück. Ihr Leben ist bestimmt durch die engen Sozialkontakte zu den Familienmitgliedern ihrer Herde, durch  gemeinsames Spielen, Baden und intensiven Körperkontakt. In Gefangenschaft können Elefanten dieses natürliche Verhalten nicht ausleben: Sie fristen ein trauriges Dasein, angekettet, in Zirkuswägen oder in engen Elefantenhäusern mit wenig Auslauf. Bis zu 20 Stunden am Tag sind Zooelefanten eingesperrt, viele
werden auch heute noch angekettet. Es fehlt eine intakte Sozialstruktur, denn die Gruppen sind beliebig zusammen- gewürfelt aus Tieren, die sich nicht kennen und zwischen denen es zu Rangkämpfen kommt. Meist mangelt es an dem für die Herdenstruktur wichtigen Nachwuchs.

Aufgebrachter Elefantenbulle©A.Gabanyi

Die äußerst sozialen und intelligenten Tiere leiden unter der Langeweile und Frustration, die ihren Alltag prägen. Viele Elefanten entwickeln in Gefangenschaft Verhaltens- störungen wie beispielsweise das monotone Hin- und Herschaukeln (Weben) und Krankheiten wie Tuberkulose, Herpes, Fußerkrankungen, Übergewicht und Stress.

Vom sanften Riesen zum Killer

Für viele Elefanten bedeuten die Haltungsbedingungen Dauerstress, auf den sie mit Aggressionen gegen ihre Peiniger reagieren: Der Beruf des Elefantenpflegers gilt nicht ohne Grund als einer der gefährlichsten überhaupt. Immer wieder werden Tierpfleger das Opfer Amok laufender Elefanten. Ursache hierfür sind auch die brutalen Methoden, mit denen die Tiere schon frühzeitig gefügig gemacht werden. Mit Prügeln und Elefantenhaken traktieren Tierpfleger die Tiere an empfindlichen Körperstellen (z.B. hinter dem Ohr, am Auge oder an den Geschlechtsteilen), um zu "unterwerfen". Der Direktor des amerikanischen Zoos Oakland beschrieb die grausamen Bändigungsmethoden folgendermaßen: "Das Training kann schlimm sein, wie zum Beispiel anhaltendes Schlagen mit Knüppeln, Zustechen mit dem spitzen Ende des Eisenhakens, der Einsatz von Stromstößen und Elektrotreibern, das dauerhafte Anketten und Aushungern der Tiere."

Elefanten, die infolge solch barbarischer Methoden ihre Pfleger angreifen oder sogar töten, werden teilweise monatelang isoliert und eingesperrt, bis sich ein anderer Zoo oder Zirkus gefunden hat, in den das Tier abgeschoben werden kann. 

Hohe Todesraten und Nachschub aus freier Wildbahn

Zwar verhalf in jüngster Zeit die künstliche Befruchtung einigen Zoos zu Elefantenbabys, doch die in Zoos und Zirkussen gehaltenen Elefanten stammen noch immer überwiegend aus freier Wildbahn. Die Geburtenrate ist gering, die Todesrate des Elefantennachwuchses in Gefangenschaft dafür um so höher: 42 Prozent der in europäischen Zoos geborenen Asiatischen Elefanten werden nicht einmal fünf Jahre alt.  Die Todesrate in Gefangenschaft ist extrem hoch: Die Lebenserwartung afrikanischer Elefanten beträgt im Zoo lediglich 17 Jahre, in freier Wildbahn 56. Entsprechend beschaffen sich Zoos auch in Deutschland immer wieder Nachschub aus freier Wildbahn. Häufig wird behauptet, dass es sich bei  Neuzugängen aus Myanmar (Burma) und Thailand um in Gefangenschaft geborene Kinder von Arbeitselefanten handelt. Neue Studien entlarven jedoch, dass viele der Tiere illegal in freier Wildbahn gefangen wurden. Thailand stoppte deshalb vorerst im April 2009 die Ausfuhr von Elefanten an ausländische Zoos. Hier einige Beispiele, woher Zoo-Elefanten stammen: 

  • Mai 2010: Pro Wildlife protestiert mit Wissenschaftlern und Tierschützern aus aller Welt bei Simbabwes Regierung gegen den Fang von zwei 18 Monate alten Elefantenbabies im Hwange Nationalpark für einen Zoo in Nordkorea

  • August 2009: Der belgische Zoo "Parc Paradisio" importiert erstmals aus Indonesien zwei Elefanten; für die Tiere der seltenen Sumatra-Unterart existiert kein Zuchtprogramm

  • Juni 2009: Der Karachi Zoo in Pakistan importiert vier junge Elefanten aus freier Wildbahn in Tansania.

  • November 2006: Zoos in Sydney und Melbourne (Australien) importieren acht Elefanten aus Thailand.

  • September 2006: Der Zoo Köln importiert fünf weibliche Elefanten aus sog. "Arbeitscamps" in Thailand. Mindestens eines der Tiere ist trächtig.

  • September 2005: Der Zoo Köln importiert zwei Elefanten aus einem sog. "Arbeitscamp" in Myanmar

  • März 2004: Der Zoo Kolmarden, Schweden, erhält zwei Elefanten aus Thailand als Staatsgeschenk.  

  • August 2003: Elf wilde Afrikanische Elefanten werden in Swasiland für die US-Zoos Lowry Park (Florida) und San Diego eingefangen.

  • Frühjahr 2003: Sieben junge Elefanten aus Südafrika werden an einen Stierzüchter mit Privatzoo in Mexiko und an den Zoo Lesna in Tschechien verkauft.

  • Frühjahr 1999: Die Zoos Dresden und Erfurt importieren vier wilde Elefantenbabys, die ihrer Herde im Tuli-Reservat (Botswana) entrissen und unter brutalen Bedingungen dressiert wurden.

 

Elefantenschutz

Elefant in Afrika©A.Gabanyi

Hilfe für Elefanten in Afrika und Asien

Pro Wildlife setzt sich dafür ein, dass Elefanten in Freiheit, in ihrem natürlichen Lebensraum eine Zukunft haben. Wir kämpfen gegen den Elfenbeinhandel und die Wilderei, der jedes Jahr Zehntausende Elefanten zum Opfer fallen. Pro Wildlife hilft Elefantenwaisen in Asien zu retten und in einem sicheren Nationalpark wieder auszuwildern. Wir unterstützen die Sicherung von Schutzgebieten (z.B. in Äthiopien), helfen Tiere in Notfallsituationen zu retten und setzen uns konsequent gegen staatliche Abschussgenehmigungen für Elefanten ein.

>> Vor Ort

>> Kampagnen

 

Elefantenschutz vor Ort

Elefantenwaise Indira im Elephant Transit Home, Sri Lanka©Pro Wildlife Asien: Das Elefantenwaisenhaus

Das Elephant Transit Home (ETH) im Süden Sri Lankas pflegt verwaiste und verletzte Elefantenbabys gesund und bereitet sie auf ihre Rückkehr in die Freiheit vor. Pro Wildlife unterstützt das Elefantenwaisenhaus durch sein Patenschaftsprojekt für den Elefantenschutz. Lesen Sie mehr...

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Elefant am Wasserloch©A.GabanyiAfrika: Wasser für Wüstenelefanten

Seit einem Viertel Jahrhundert gab es keine solch dramatische Dürre mehr im westafrikanischen Mali: Auf der Suche nach Wasser legen die Elefanten extrem weite Strecken zurück – doch viele Wasserstellen sind bereits versiegt. Pro Wildlife und Save the Elephants helfen, Wasser für die verdurstenden Elefanten bereit zu stellen. Lesen Sie mehr...

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Plantage im Babile Elefantenreservat in Äthiopien©C.P.Berries

Afrika: Kein Biodiesel im Reservat

Pro Wildlife enthüllte, dass das in Deutschland ansässige Unternehmen Flora EcoPower AG Plantagen für die Ölproduktion ausgerechnet in einem Elefantenschutzgebiet in Äthiopien angelegt hat. Pro Wildlife informierte die Medien und organisierte eine Protestaktion. Die Plantagen wurden inzwischen stillgelegt. Lesen Sie mehr... 

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Kampagnen zum Elefantenschutz

Elfenbein-Beschlagnahme©LAGAKampf dem Elfenbeinhandel

Pro Wildlife kämpft für den strengen Schutz aller Elefanten und gegen Versuche, das Elfenbeinhandelsverbot aufzuweichen. Zehntausende Elefanten werden jährlich Opfer der Elfenbeinwilderei. Pro Wildlife enthüllt die Hintergründe und unterstützt die Mehrheit der afrikanischen Staaten, die einen konsequenten Elefantenschutz wollen. Lesen Sie mehr...

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Elefantenbulle beim Schlammbad©A.GabanyiEinsatz gegen die Trophäenjagd

Die Großwildjagd auf die „Big Five“ (Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard und Büffel) ist noch heute ein beliebtes Urlaubsvergnügen betuchter Hobbyjäger. In einigen afrikanischen Staaten ist der Abschuss bedrohter Wildtiere, einschließlich der hochintelligenten Elefanten, noch immer  legal. Pro Wildlife enthüllt die Falschinformationen, mit denen die Trophäenjagd propagiert wird.  Lesen Sie mehr...

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Elefantenherde©A.Gabanyi

Südafrika droht mit Abschuss

Südafrika hat 2008 ein neues Gesetz erlassen, das zukünftig den Abschuss ganzer Elefantenherden ermöglicht. Zwischen 1966 und 1994 fielen bereits 16.000 Dickhäuter dem grausamen „Culling“ zum Opfer, bei dem Elefantenfamilien von Helikoptern aus abgeschossen wurden. Pro Wildlife kämpft gegen erneute Massenabschüsse. Lesen Sie mehr...

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Elefant im Zoo©Pro Wildlife

Für ein Elefantenleben in Freiheit

Elefanten gehören zu den Hauptattraktionen in Zoos und Zirkussen. Doch die Haltung von Elefanten in Gefangenschaft ist eine endlose Leidensgeschichte, mit zahllosen Todesfällen bei Mensch und Tier. Pro Wildlife kämpft gegen diese nicht artgerechte Haltung und gegen den Fang wilder Elefanten als Nachschub für Zoos und Vergnügungsparks. Lesen Sie mehr...

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