Affen

Lola - ein Schimpansenschicksal

 

LolaHappy(c)LWCLolas Welt

Name:                     Lola
Wohnort:                Affenwaisenhaus Limbe Hobbys:                  Quatsch machen, kuscheln
Lieblingsessen:       Mangos und Bananen
Merkmale:               endlich wieder übermütig

Wie Lola auf die Welt kam

Das erste, was Lola nach ihrer Geburt in den Regenwäldern Kameruns machte, war sich in das weiche dicke Fell ihrer Mutter einzukuscheln. Immer gut festhalten, das ist überlebenswichtig für Schimpansenbabys, denn sonst können sie runterfallen! Zusammen mit Mutter, Vater, vielen Tanten und Spielkameraden kletterte sie durch die Baumkronen. Jeden Abend baute Lolas Mutter ein neues Nest aus Blättern, in dem die beiden gemeinsam schlafen konnten.  

Der Tag, der alles zerstörte

ChimpBushmeat(c)LAGA

An den Tag, als Lola ihre Familie verlor, erinnert sie sich vor allem nachts – in ihren Alpträumen: Wilderer überfielen die Schimpansengruppe bei der Futtersuche. Sie erschossen Lolas Mutter und all die anderen großen Schimpansen. Menschenaffen werden von den Wilderern besonders verfolgt: Denn pro Kugel liefern sie die größte Fleischausbeute. Es war der schrecklichste Tag in Lolas Leben: Die Schüsse knallten laut, ihre Familie schrie und rannte in Panik durcheinander, eine Kugel streifte Lolas Arm. Dann fiel ihre Mutter um und bewegte sich nicht mehr. Lola versuchte die ganze Zeit nur, genau das zu tun, was ihre Mutter ihr in den ersten Wochen ihres Lebens eingeschärft hatte: Immer schön im Fell festhalten! Die Wilderer nahmen darauf keine Rücksicht, sie zerrten solange an dem Affenkind, bis es keine Kraft mehr hatte und losließ. Sie trugen die tote Schimpansenmutter davon, und setzten Lola in eine dunkle Plastiktasche. Das war das letzte Mal, dass sie ihre Mutter und die ganze Familie sah – denn sie wurden alle als "Buschfleisch" auf einem Markt verkauft.

Gefangenschaft in Lolodorf

SchimpansePlastiktasche(c)LWC

Einer der Wilderer nahm das hilflose Schimpansen-Mädchen einfach mit zu sich nach Hause, in eine Hütte in Lolodorf (daher der Name Lola). Lola hatte fürchterliche Angst, wollte nichts essen oder trinken. Der Wilderer brachte sie daraufhin zu einem Luxushotel. Dort wollte er sie verkaufen – als lebende Attraktion für die Besucher. Der Hotelbesitzer wusste jedoch, dass das illegal ist. Er lehnte ab – und Lola musste wieder zurück in die Hütte nach Lolodorf. Ihr ging es immer schlechter. Die Wunde am Arm pochte, sie hatte Fieber und nahm noch immer keine Nahrung zu sich.

Rettung durch Pro Wildlife's Partnerorganisation

OfirChimp(c)LAGADer Hotelbesitzer hatte Mitleid mit dem verletzten Schimpansenkind – und er wusste, dass die Tiere in Kamerun streng geschützt sind. Er alarmierte die Polizei und Ofir Drori. Ofir ist ein großer Schimpansenfreund. Seit Jahren unterstützt Pro Wildlife ihn und seine Organisation LAGA in Zentralafrika. Er kämpft gegen Wilderer und illegale Tierhändler und befreit immer wieder Affenbabys. Als er von Lolas Schicksal erfuhr, organisierte er gemeinsam mit der Polizei eine Befreiungsaktion – und sorgte dafür, dass der Wilderer festgenommen wurde. Es war Rettung in letzter Minute: Lola war kaum ansprechbar, fast verhungert und verdurstet. Deshalb brachte Ofir sie auf dem schnellsten Weg in die von Pro Wildlife unterstützte Auffangstation für Affenwaisen in Limbe.

Operation in letzter Minute

LolaAinare(c)LWCLolas Zustand war so schlecht, dass sie in Limbe sofort eine Narkose bekam. Das erste Mal seit den schrecklichen Erlebnissen konnte sie tief und fest schlafen. Die Leiterin des Waisenhauses, Tierärztin Ainare Idoiaga, operierte ihre Schusswunde am Arm. Drei Tage lang kämpfte sie um Lolas Leben. Die Kleine hatte hohes Fieber, die Wunde am Arm hatte sich stark entzündet, ihr kleiner Körper war völlig ausgezehrt. Lola musste wochenlang, rund um die Uhr intensiv betreut werden. Immer, wenn sie nachts schreiend aufwachte, war jemand für sie da, der sie tröstete und ihr Geborgenheit gab.

Lolas neues Zuhause: Das Affenwaisenhaus in Kamerun

MotitiAffenwaisenhaus(c)LWCDas von Pro Wildlife finanzierte Affenwaisenhaus versorgt derzeit über 200 Affen, die ein ähnliches Schicksal wie Lola haben. Die Neuankömmlinge sind oft verletzt, krank und traumatisiert. Sie müssen mühsam wieder gesund gepflegt werden. Das Waisenhaus hat ihrer aller Leben gerettet! Alleine könnten sie im Urwald nicht überleben.

Die Pfleger versuchen, den Affen ein Leben zu ermöglichen, das fast so ist wie in Freiheit: Die Tiere leben in einer Ersatzfamilie aus Artgenossen, lernen das Klettern auf Bäume und essen die gleichen Früchte und Blätter wie ihre Artgenossen im Urwald. 
 

Lola und die über 200 Affenwaisen in der Auffangstation brauchen Ihre Hilfe!

Mit Ihrer

finanzieren Sie die Rettung von Affenwaisen, Futter, Medikamente, neue Gehege und liebevolle Pflege der Tiere. Und Sie helfen, wildlebende Affen und ihren Lebensraum zu erhalten!

Jahr des Gorillas

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Akiba und Batek im Limbe Wildlife Centre © LWCSOS für Gorillas

Die Vereinten Nationen (genauer gesagt: die UN-Konvention zum Schutz wandernder Arten) haben das Jahr 2009 zum "Jahr des Gorillas" erklärt. Beide Arten, der Westliche und der Östliche Gorilla, sind stark bedroht. Die beiden Unterarten des Westlichen Gorillas sind laut Roter Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN sogar vom Aussterben bedroht.

Mit Schutzprojekten vor Ort, Informationskampagnen und politischer Arbeit setzt sich Pro Wildlife für den Schutz wild lebender Gorillas ein. Unterstützt werden wir dabei von Senta Berger, die als Gorilla-Botschafterin von Pro Wildlife ebenfalls auf die Gefahren für die Menschenaffen hinweist.

Bevölkerung sensibilisieren – Gorillas retten

Pro Wildlife unterstützt seit 1999 das Limbe Wildlife Centre in Kamerun, eine der wenigen Auffangstationen für verwaiste Gorillas. Die Station pflegt zum einen Affenkinder, deren Eltern gewildert wurden, und versorgt sie medizinisch. Zum anderen will das Limbe Wildlife Centre die Menschen für den Naturschutz gewinnen und klärt sie über die Bedrohung von Gorilla, Schimpanse & Co. auf. In einem Informationszentrum lernen Kinder und Jugendliche auf spielerische Weise Wissenswertes über unsere nächsten Verwandten und wie sie den immensen Artenreichtum in ihrer Heimat schützen können. Die Kinder aus der Region nehmen das Angebot begeistert an: Viele besuchen jeden Samstag den "Nature Club"– ganz freiwillig.

Kampf gegen die Wilderei

Um zu verhindern, dass Gorillas gewildert werden, müssen Schutzgesetze und deren Umsetzung verbessert werden. Deshalb unterstützt Pro Wildlife verdeckte Ermittlungen gegen Wilderer und Tierschmuggler in Kamerun und der Republik Kongo und setzt sich dafür ein, dass bestehende Gesetze auch umgesetzt werden. Nur wenn Wilderei und illegaler Handel effektiv bekämpft werden, haben Gorillas und andere Wildtiere dauerhaft eine Überlebenschance.

Regenwald in Kamerun © Pro WildlifeDen Lebensraum der Gorillas erhalten

Damit Gorillas langfristig überleben können, müssen wir ihren Lebensraum bewahren. Der ungebremste Kahlschlag der Regenwälder nimmt den Gorillas ihr grünes Dach. Besonders die Cross-River-Gorillas, eine seltene Unterart der Westlichen Gorillas, leiden unter der Waldzerstörung: Nur noch 250 bis 300 Individuen leben im Grenzgebiet zwischen Kamerun und Nigeria. Um eine der letzten Populationen der Cross-River-Gorillas zu retten, startete Pro Wildlife gemeinsam mit der Wildlife Conservation Society ein Projekt im Kagwene Gorilla Sanctuary. Dieses Gebiet wurde zwar 2008 unter Schutz gestellt, ist aber bis heute von der menschlichen Nutzung gezeichnet. Die Bewohner der umliegenden Dörfer fällen bisher im Schutzgebiet Bäume, um an den Honig von Wildbienen zu gelangen. Pro Wildlife stellt der lokalen Bevölkerung Bienenstöcke zur Verfügung, und schult sie für den Betrieb einer Imkerei. So bekommen die Menschen vor Ort die Möglichkeit, Honig zu gewinnen und dabei den Wald zu schonen – und die Cross-River-Gorillas die Chance auf ein ungestörtes Leben in einem ihrer letzten Rückzugsgebiete.

Weitere Informationen finden Sie auf der Pro Wildlife Sonderseite www.jahr-des-gorillas.de.

Affenhaltung im Zoo

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Gorilla Bokito im Zoo Rotterdam © Pro Wildlife

Protest gegen Missstände

Affen gehören zu den Publikumsmagneten vieler Tierparks, besonders der niedliche Nachwuchs. Entsprechend züchten manche Zoos trotz Affenüberschuss immer weiter. Mit zunehmendem Alter werden die ehemaligen Kassenschlager jedoch zum Problem: Sie blockieren Platz, sind aber kaum vermittelbar, weil andere Zoos ebenfalls nur selten Interesse an erwachsenen Affen und keine freien Gehege haben.

So werden Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans, Paviane, Makaken & Co. in schlechte Haltungen abgegeben: miserable Tier- und Vergnügungsparks in aller Welt, Zirkusse oder gar Tierversuchslabore. Zum Beispiel gab der Zoo Hannover drei Orang-Utans nach Argentinien, der Zoo Berlin schob den Schimpansen Misoko nach Usbekistan ab. Alle Tiere starben innerhalb kurzer Zeit

– und die Liste der "Abschiebeopfer" ließe sich beliebig fortsetzen.

Affenskandale in deutschen Zoos – drei Fallbeispiele

  • Europäische Gorillas nach China abgeschoben
    Im Spätsommer 2005 kam es ans Licht: Die Zoos Saarbücken, Berlin und Rotterdam wollten je einen Gorilla an den Zoo Shanghai liefern. Der damalige Direktor des Frankfurter Zoos und Koordinator für die Gorillazucht in Europa gab grünes Licht. Und das, obwohl Pro Wildlife nachwies, dass auf dem Gelände des Zoos von Shanghai Wildtiere geprügelt und zu Zirkusshows gezwungen wurden. 2007 wurden die drei Gorillas tatsächlich nach Shanghai abgeschoben. Eines von vielen Beispielen, wie sich europäische Tierparks ihrer ausgedienten und unliebsam gewordenen "Kassenschlager" entledigen.
     
  • Zoo Berlin: Pro Wildlife verhindert Abschiebung ausgedienter Schimpansen
    Pro Wildlife deckte auf, dass der Zoo Berlin seine fünf in die Jahre gekommenen Schimpansen an einen chinesischen Zoo abgeben wollte – aus Platzmangel. Vier der Schimpansen waren im Babyalter als Publikumsmagneten nach Berlin geholt worden, das fünfte Tier kam im Zoo zur Welt. Pro Wildlife überprüfte den Ziel-Zoo in Shanghai und dokumentierte, dass dort Wildtiere geschlagen und für Zirkus-Kunststücke missbraucht werden. Der Zoo Berlin suchte sich daraufhin einen anderen chinesischen Tierpark aus. Pro Wildlife konnte zeigen, dass dieser ebenso unzumutbar war wie der erste. Pro Wildlife schaltete die Presse ein, aktivierte den Berliner Senat und vermittelte dem Zoo einen Platz in einer großzügigen neuen Auffangstation in Europa. Der Zoo Berlin kapitulierte schließlich: Die fünf Schimpansen durften bleiben.
     
  • Zoo Magdeburg: Todesserie im Affenhaus
    Fehler der Zooleitung mussten zwei Orang-Utans vermutlich mit dem Leben bezahlen. Im Frühjahr 2000 hatte der Zoo Magdeburg ein nagelneues Affenhaus gebaut und eigens drei Orang-Utans aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) bestellt. Doch schon nach wenigen Monaten wurden Baumängel deutlich: Die Belüftung des Neubaus reichte nicht aus, so dass Stickluft und Schimmelpilze entstanden. Wenig später wurden bei allen drei Orang-Utans schwere Lungenerkrankungen festgestellt. Ein Tierarzt machte den damaligen Zoodirektor auf die gesundheitsschädlichen Bedingungen im neuen Affenhaus aufmerksam. Im Juli 2001 starb der erste Orang-Utan, im Januar 2003 der zweite. Das dritte Tier, Weibchen Puan, litt im Frühjahr 2003 an einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung. Der Zoodirektor bestellte ungerührt Orang-Utan-Nachschub beim EEP. Pro Wildlife erstattete Strafanzeige gegen den Zoo, schaltete die Stadt Magdeburg als Träger des Zoos ein und protestierte beim EEP-Koordinator für Orang-Utans. Mit Erfolg: Im Juni 2003 wurde das Affenhaus geschlossen, für die überlebende Puan eine andere Unterkunft gesucht. Der Zoo Magdeburg muss das Affenhaus sanieren, die Tiere sollen endlich eine längst überfällige Außenanlage bekommen.

Affenhaltung in Privathand

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Klammeraffe auf Tierbörse © Pro Wildlife

Ein Affe als Haustier?

Unglaublich, aber wahr: Mitten in Deutschland werden noch immer Affen als „Haustiere“ verkauft. Fast 30 verschiedene Arten werden von Privatpersonen gehalten. Auf Tierbörsen oder per Mausklick im Internet, über Kleinanzeigen und sogar in manchen Zoogeschäften kaufen vermeintliche Tierfreunde Affen. Sie unterschätzen dabei, dass Primaten für die Privathaltung völlig ungeeignet sind.

Selbst kleine Arten brauchen Gesellschaft von Artgenossen, Abwechslung und viel Platz. Auch wenn die Tiere teilweise zahm werden, bleiben sie doch Wildtiere und werden häufig mit Eintritt der Geschlechtsreife aggressiv. Viele dieser auf einmal lästig gewordenen Kreaturen werden schließlich im Tierheim abgegeben.

Rotgesichtsmakake angeboten auf Tierbörse © Pro WildlifeEinsatz gegen die Affenhaltung in Privathand

Besonders Arten wie Kapuzineraffen, Totenkopf- und Weißbüscheläffchen sind bei Privatleuten als "niedliche" Haustiere begehrt. Pro Wildlife besucht Tierbörsen, auf denen Affen angeboten werden, deckt Handelswege auf, ermittelt gegen illegale Affenhändler und -halter und informiert die zuständigen Behörden. Zahlreiche Bundesländer verbieten bereits die Privathaltung von Schimpansen, Pavianen und anderen Affenarten als gefährliche Tiere. Wir fordern ein bundesweites Verbot der Haltung von Primaten.

Affenschutz in Afrika

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gorilla_bolo_LWC©LWC

Affenwaisenhaus in Kamerun

Am Fuß des Kamerun-Berges liegt das Limbe Wildlife Centre (LWC), eine Zuflucht für rund 200 Affenwaisen, darunter Schimpansen, Gorillas, Drills, Mandrills, Paviane, Meerkatzen und andere Arten. Seit 1999 unterstützt Pro Wildlife die Versorgung und Pflege der Schützlinge - und konnte bisher circa 170.000 Euro zusteuern. Fast alle Affen wurden Opfer skrupelloser Wilderer. Im Affenwaisenhaus sorgen der Tierarzt Dr. John Kyang und seine über 30 einheimischen Mitarbeiter rund um die Uhr für die liebevolle Betreuung und  medizinische Versorgung der Tiere.

Hilfe benötigt

Sandra_Altherr_in_Limbe©G_Ohlenbostel

Die Schützlinge können nur mit finanzieller Hilfe aus demAusland versorgt werden. Pro Wildlife hilft mit seinem Patenschaftsprogramm, Affenwaisen zu retten und die Station weiter auszubauen. Doch ständig werden neue Tiere nach Limbe gebracht: das Affenwaisenhaus platzt aus allen Nähten. Manche Tiere sind noch in Käfigen untergebracht. Es fehlen Mittel, um weitere Freigehege zu bauen. Auch die medizinische Versorgung ist kostspielig. Bitte helfen Sie jetzt mit Ihrer Spende.

Wilderei bedroht Affen

Auf dem Papier sind Gorillas, Schimpansen und Drills streng geschützt. Doch nach wie vor sind Affen eine begehrte Beute – ihr Fleisch gilt als Delikatesse und wird gut bezahlt. Wilderer schlachten in den Wäldern Afrikas ganze Affenfamilien ab. Weil die Babys nicht genug Fleisch geben, wird der hilflose Nachwuchs einem ungewissen Schicksal überlassen oder als Spielzeug oder Haustier verkauft. Pro Wildlife ermöglicht Anti-Wilderer-Einsätze in Zentralafrika, um den illegalen Handel mit Affenfleisch und lebenden Tieren in Kamerun zu unterbinden.

Akiba und Batek im Limbe Wildlife Centre© LWCRettung für die Opfer der Wilderei

Die Station nimmt laufend neue Affenbabys auf. Meist sind sie in einem erbärmlichen Zustand: krank, verletzt und traumatisiert. Erfahrene Tierärzte und Pfleger betreuen die Tiere, bis sich ihr Zustand stabilisiert hat und sie neuen Lebensmut fassen. Nach einigen Wochen werden die Affenkinder in Gruppen mit Artgenossen eingegliedert, wo sie in natürlicher Umgebung eine neue Heimat finden.

Affenkinder und ihre Geschichte

Im April 2011 wurde ein winziges Schimpansen-Baby beschlagnahmt und nach Limbe gebracht. Ein Wilderer hatte die ganze Affenfamilie getötet und wollte die Kleine an ein Hotel verkaufen. Bei ihrer Ankunft in der Auffangstation war Schimpansenmädchen Lola, wie sie getauft wurde, ausgehungert, dehydriert, fiebrig und zu schwach, um sitzen zu können. Eine entzündete Schusswunde am Arm konnte sofort versorgt werden. Solche Verletzungen beobachten wir oft bei Tieren, deren Mütter von Wilderern erschossen werden. Nun gilt es, Lola aufzupäppeln - ein 24-Stunden-Job für die Tierpfleger, die sie nachts mit nach Hause nehmen, um sie auch nachts füttern zu können. Sie ist erst sechs Monate alt und hat gerade mal vier Zähne - ein Baby eben...

Gorillakind Bolo im Limbe Wildlife Centre © G.Ohlenbostel

Ein Nesthäkchen im Affenwaisenhaus und der Liebling aller Mitarbeiter ist das Gorillamädchen Bolo. Ein Beamter befreite das winzige Gorillababy Ende 2007 von einem Wilderer, der es verkaufen wollte. Mit Hilfe der kamerunischen Armee wurde Bolo quer durch Kamerun transportiert, damit sie in der Auffangstation medizinisch versorgt und rund um die Uhr betreut werden konnte. Zunächst kümmerten sich ihre menschlichen "Pflegemütter" Sandy und Tricia liebevoll um die Kleine. Seit Herbst 2008 lebt Bolo in der kleineren der beiden Gorillagruppen: Gorillamädchen Abby, selbst noch im Teenager-Alter, kümmert sich rührend um ihren kleinen Schützling. Obwohl auch sie viel zu früh ihre Familie verlor, weiß sie offenbar instinktiv, dass sie Bolo beschützen muss.
 

Schimpansenkind Eboko im Limbe Wildlife Centre © Pro WildlifeAls Schimpansenjunge Eboko auf einem Markt gefunden wurde, wog er nur knapp vier Kilogramm – viel zu wenig für ein einjähriges Schimpansenkind. Apathisch lag er auf einem alten Sack, die Augen weit aufgerissen. Der Tierhändler riss das ausgehungerte Wesen an einem Arm hoch und bot ihn zum Verkauf an. Eboko wurde von Polizisten beschlagnahmt und in das Affenwaisenhaus gebracht. Als Erstes wurden die Schusswunden versorgt, wobei einige Kugeln in dem kleinen Körper bleiben mussten, da sie zu tief stecken. Es zeigte sich zudem, dass Ebokos linkes Bein gebrochen war – der Schimpanse muss eine wahre Tortur hinter sich haben. In den ersten Wochen litt er zudem unter Alpträumen. Tag und Nacht kümmerte sich eine Pflegerin um das Affenkind, bis es in die Schimpansen-Krabbelgruppe eingegliedert werden konnte.

Meerkatze Ebo im Limbe Wildlife Centre © LWCDas Meerkatzenmädchen Ebo war erst sechs Wochen alt, als es nach Limbe kam. Ein Jäger hatte Ebo einer Frau geschenkt, die es glücklicherweise dem Affenwaisenhaus anvertraute. Ebo brauchte zunächst viel Zuwendung, ist aber inzwischen zu einer neugierigen und sehr verspielten jungen Rotohr-Meerkatze herangewachsen. Nachdem sie Gesundheits-Checks und Quarantänezeit überstanden hat, wurde sie in die Meerkatzen- gruppe integriert. Auch hier nahmen sich umgehend ältere Tiere liebevoll der Kleinen an.

Nature Club im Limbe Wildlife Centre © Pro WildlifeAufklärung als Investition in die Zukunft

Das Limbe Wildlife Centre will mehr sein als eine Auffangstation. Neben der Rettung von Wildtieren hat es sich vor allem zur Aufgabe gemacht, die Menschen über die Bedrohung der Affen zu informieren und sie für deren Schutz zu motivieren. Die Urwaldhänge des Kamerun-Berges beherbergen eine unvergleichliche Artenvielfalt, darunter bedrohte Nigeria-Schimpansen, Preuss-Meerkatzen, Waldelefanten und Zwergkrokodile. Diese Einzigartigkeit der Natur soll den jährlich über 40.000 einheimischen Besuchern vermittelt werden. Turbulent geht es jeden Samstag bei Lehrer Wilson und seinen Schülern im Nature Club zu. Mit Spielen und Gesang vermittelt Wilson Achtung vor der Natur und allen Lebewesen. Führungen, Theaterstücke und wechselnde Aufklärungskampagnen sorgen dafür, dass sich langfristig etwas in den Köpfen der Menschen ändert – auch bei den Erwachsenen.

Ainare_Yde(c)LWCEin ganz normaler Montag im Affenwaisenhaus

Nach dem morgendlichen Rundgang durch die Station trifft sich Projektleiterin Ainare Idoiaga zur Besprechung mit ihrem Team:
Die jeweiligen Oberpfleger für Gorillas, Schimpansen, Drills und Meerkatzen berichten Neuigkeiten: In welchem Zustand sind die Gehege? Wie integrieren sich Neulinge in der Gruppe? Mit welchen originellen Ideen weckt man die Neugier der Tiere? Mit dem Cheftierarzt John bespricht Ainare dann anstehende Routineuntersuchungen und Impfungen. Der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Wilson legt Termine und Schwerpunktthemen für die nächsten Schulungen vor. Schnell und routiniert trifft das Team anstehende Entscheidungen und legt den Arbeitsplan für die kommende Woche fest.

GorillaTagesration(c)ProWildlifeMit Küchenchefin Eveline geht Ainare danach den Speiseplan für die kommende Woche durch: Über 200 Affen wollen mit abwechslungsreicher Kost versorgt werden, mit frischem Obst, Gemüse, Joghurt, Erdnüssen oder Reis mit Bohnen. Nicht nur ausgewogen und naturnah muss das Nahrungsangebot für die Tiere sein: Die aktive Suche nach begehrten Leckerbissen soll sie außerdem beschäftigen, und nicht zuletzt wird so manche Pflanze auch verzehrt, weil sie heilende Kräfte besitzt. Deshalb sammeln die Gorillapfleger Jonathan, James und Bama regelmäßig Aframomum am Fuße des Kamerun-Berges. Die Gorillas lieben die Früchte dieses Ingwergewächses nicht ohne Grund: Forscher entdeckten, dass die Pflanze einen entzündungshemmenden Wirkstoff produziert, der die Immunabwehr stärkt.

Immer wieder berichtet die Presse über das Schicksal der Affenkinder, so auch die Bild der Frau (33/2011).
 

So können Sie den Affen helfen:

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Affenschutz in Südamerika

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Wollaffe in Tarangue, Peru©Ikamaperu

Peru: Eine biologische Schatzkammer

Peru zählt zu den Ländern mit der größten Artenvielfalt. Mindestens 36 Affenarten leben hier, darunter der seltene Gelbschwanz-Wollaffe (Oreonax flavicauda), der mit nur noch etwa 250 Tieren akut vom Aussterben bedroht ist, und der Anden-Springaffe (Callicebus oenanthe). Nur wenige Länder haben eine größere Vielfalt an Primaten. Doch wenn die Tiere und ihr Lebensraum nicht geschützt werden, droht Südamerikas Affen der Untergang. Abholzung und Landwirtschaft fressen sich immer tiefer in die Regenwälder, auf ihren Spuren folgen die Wilderer. Deshalb unterstützt Pro Wildlife das Projekt Ikamaperu, das in den Orten Tarangue und Lagunas für den Schutz der biologischen Vielfalt im Einzugsgebiet des Amazonas kämpft.

Helen (Ikamaperu) mit Wollaffe©N.StarnickZuflucht für Perus verfolgte Affen

1999 gründeten Helene und Carlos Palomino von Ikamaperu eine Auffangstation für Wollaffen und Klammeraffen. Denn wie auch im übrigen Amazonasgebiet werden Affen in Peru intensiv gejagt, die Jungtiere bleiben oft hilflos zurück oder werden als "Haustiere" gehalten. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr verwaiste und kranke Jungtiere zu dem engagierten Ehepaar gebracht, das sich liebevoll und professionell um seine Schützlinge kümmert. Inzwischen leben in der Station 14 Klammeraffen und 20 Wollaffen. Sie bewegen sich tagsüber mit ihren Betreuern frei im Wald und bewohnen nachts großzügige Außengehege, die Pro Wildlife finanziert hat. Ikamaperu unternimmt mithilfe von Pro Wildlife einige Anstrengungen, um den Lebensraum der Affen zu erhalten und zu renaturieren. So wurden innerhalb der letzten Jahre rings um das Affenwaisenhaus über 30 Hektar Land gekauft und wieder aufgeforstet. Um Tierarten, wie dem seltenen Anden-Springaffen, den Wechsel zwischen den verschiedenen Waldgebieten zu ermöglichen, werden Korridore angelegt. Hauptsächlich einheimische Fruchtbäume sollen den Affen und anderen Wildtieren eine attraktive Nahrungsquelle bieten und sie dazu verleiten, diese Wege zu nutzen.

Neue Schutzgebiete

Die Einrichtung von Schutzgebieten ist ein weiteres großes Ziel von Pro Wildlife und Ikamaperu. Rings um die Station Tarangue wurden mehrere Hektar Land gekauft und renaturiert. Die Landstücke werden durch aufgeforstete Korridore mit bestehenden Wäldern verbunden, so dass die vom Aussterben bedrohten Anden-Springaffen und andere Wildtiere zwischen den verschiedenen Gebieten wechseln können. Für die Renaturierung werden Baumsetzlinge aus einer lokalen Baumschule bezogen – überwiegend Fruchtbäume, die den Affen Nahrung liefern.

Aufklärung als Langzeitschutz

Die Rettung von Affen und die Errichtung von Schutzgebieten in Peru können nur dann langfristig Erfolg haben, wenn die lokale Bevölkerung die Maßnahmen unterstützt. Deshalb setzt Ikamaperu auch auf Aufklärung und informiert darüber, wie dramatisch die Affenbestände durch die Wilderei schwinden. Ikamaperu setzt auch auf eine bessere Ausbildung der Menschen vor Ort und die Bewahrung ihrer Kultur.

Anden-Springaffen©IkamaperuDer Anden-Springaffe

Einzig in den dichten Wäldern am Rio Mayo Flusstal im Norden Perus lebt der stark gefährdete Anden-Springaffe. Springaffen leben monogam in Familiengruppen, die nur aus den Eltern und ihrem Nachwuchs von insgesamt drei bis sieben Tieren bestehen. Das Territorium wird mit Geschrei und Verfolgungsjagden gegenüber anderen gruppen verteidigt. Mit ihren starken beinen springen die Tiere mühelos von Ast zu Ast. Fellpflege und Kommunikation mit einer Vielzahl von Lauten sind wichtig für den Zusammenhalt der gruppe. Oft sieht man auch Tiere, insbesondere Paare, mit ineinander verschlungenen Schwänzen sitzen oder schlafen. Die rasante Vernichtung der ihres Lebensraumes droht die Springaffen auszurotten. Deshalb sind Schutzgebiete dringend nötig für den Fortbestand ihrer Art. Rings um die Auffangstation in Tarangue leben 23 Familien der seltenen Anden-Springaffen.

 

Affenschutz in Asien

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Zwergplumplori © U.Streicher

Handelsverbot für kleine Affen

Plumploris, kleine nachtaktive Affen aus Südostasien, werden jährlich zu Tausenden illegal gefangen und als Haustier oder zur Herstellung angeblicher Heilmittel verkauft. Vor allem in Japan und Russland gelten sie als beliebte Haustiere. Bis zu 700 Euro kostet ein Tier im illegalen Handel. Nachzuchten der kelinen Äffchen gibt es kaum - denn Plumploris sind sehr empfindliche Tiere. Sie sind nachtaktiv, auf ganz bestimmtes Futter angewiesen und stressanfällig, für ein Leben oder gar Zucht in Gefangenschaft also überhaupt nicht geeignet. Die Plumploris, die auf den Heimtiermärkten angeboten werden, sind deshalb Wildfänge.

Kiki in der Auffangstation (c) A.NekarisKiki - das Schicksal eines Plumploris

Plumplori Kiki lebt heute in der von Pro Wildlife unterstützten Rettung- und Auffangstation Ciapus auf der indonesischen Insel Java. Ihr tragisches Schicksal hat sie mit unzähligen Artgenossen gemeinsam. Denn wenn die Tierhändler einen wilden Plumplori eingefangen haben, müssen die meisten Äffchen Höllenqualen erleiden. Die Händler kneifen den sensiblen Plumploris mit einer Zange die Eckzähne ab - oder reißen sie auch ganz einfach aus. Der Grund: Die Zähne sind die einzige Waffe, mit der die Tierchen sich gegen ihre Peiniger zur Wehr setzen können. Die Natur hat sie mit einem faszinierenden Abwehrsystem bedacht: Plumploris haben eine Giftdrüse in der Ellenbeuge. Droht Gefahr, lecken die Tiere an dieser Drüse, und benetzen mit dem Gift ihre Eckzähne. So hat jeder Biss bedrohliche Folgen für ihre Feinde. Auch Kiki wurden die Zähne gewaltsam herausgebrochen, die Wunde hatte sich schon stark infisziert, als Behörden sie beschlagnahmt haben. Seit sie in der Auffangstation Ciapus lebt, erholt sie sich langsam. Und dennoch: Kiki wird nie wieder ein Leben in Freiheit führen können. Denn ohne ihre Eckzähnen ist die kleine in der Wildnis wehrlos ihren Feinden ausgesetzt.

Willis kurz vor der Auswilderung [c]A.NekarisWillis - eine kleine Erfolgsgeschichte 

Willis, ein anderer Patient der Auffangstation hatte ungeheuer viel Glück: Denn er wurde gerettet, bevor ihm die Wildfänger die Zähne entfernen konnten. Der Kleine kam zwar völlig entkräftet in der von Pro Wildlife unterstützten Rettungs- und Auffangstation Ciapus an - doch dort wurde er wieder aufgepäppelt. In wenigen Tagen darf Willis die Station verlassen, und wieder ein Leben in Freiheit führen. Dabei trägt er allerdings  einen ständigen Begleiter: einen Sender. Der dient dazu, den kleinen Affen sofort retten zu können, wenn Tierhändler ihn wieder einfangen sollten.

Welchen Schutz Plumploris haben

Die Bestände aller fünf Arten sind inzwischen stark bedroht. Auf Initiative von Pro Wildlife wurde der internationale Handel mit Plumploris strikt verboten: Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. CITES) stellt die Tiere seit 2007 unter strengen Schutz.

PlumploriAufMarkt(c)IARBeschlagnahmen auf den Tiermärkten

Damit dieser strenge Schutz auch umgesetzt wird, entwickelte Pro Wildlife gemeinsam mit der Oxford-Brookes-Universität in England Informationsmaterial in sieben Sprachen. Sie informieren über die unterschiedlichen Plumplori-Arten, ihr Aussehen und ihren gesetzlichen Schutz. In China, Kambodscha, Thailand, Malaysia, Vietnam und Indonesien verwenden inzwischen die CITES-Behörden und verschiedene Organisationen unser Informationsmaterial, um Zoll- und Polizeibeamte zu schulen und den illegalen Handel zu bekämpfen. In Indonesien unterstützt Pro Wildlife auch Vollzugs-Schulungen. Beschlagnahmen auf den Märkten sind als Abschreckung für die Händler besonders wichtig.

Quarantänekäfig für Plumploris in Ciapus © IARAuffangstation für Plumploris

In einer Primaten-Auffangstation nahe Jakarta (Java, Indonesien) finanzierte Pro Wildlife den Neubau eines Quarantänegeheges. Die Auffangstation betreut derzeit über 100 Plumploris. Seit Pro Wildlife erreichen konnte, dass die Plumploris international geschützt wurden, werden immer wieder Tiere bei Razzien und Zollkontrollen beschlagnahmt. Die Tierärztin Karmele Sanchez muss fast alle Neuankömmlinge erst einmal medizinisch versorgen: Sie haben v.a. im Mund Wunden und Infektionen. toothcuttingSlowloris(c)IARDa die kleinen Affen empfindlich beißen können und ihr Biss giftig ist, kneifen ihnen die Tierhändler nämlich die Zähne ab oder reißen sie einfach aus. Das stellt die Auffangstation vor große Probleme: So weit möglich werden die gesund gepflegten Tiere zwar wieder ausgewildert, doch die meisten bleiben als dauerhafte Pflegefälle in der Auffangstation, da sie ohne ihre Zähne kaum eine Überlebenschance in freier Wildbahn haben.
 

Helfen Sie den Plumploris!

Der Schutz von Plumploris ist Teil des Affenschutzprojektes von Pro Wildlife, das Sie mit einer Patenschaft oder einer Spende direkt unterstützen können.

Regenwaldschutz in Peru

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Wollaffe kletternd©N.StarnickLebensraum für seltene Tierarten

Das Projekt Ikamaperu wurde ins Leben gerufen, um seltene Affen und andere Wildtiere und ihren Lebensraum zu schützen. Pro Wildlife unterstützt das Projekt seit 2004. Neben dem Affenwaisenhaus in Tarangue (Provinz Moyobamba) betreiben wir gemeinsam aktiven Waldschutz im Südwesten Perus, um den Lebensraum zahlreicher seltener Tierarten zu erhalten und für die Affen einen sicheren Platz zu haben, an den sie ausgewildert werden können. Mitten im Einzugsgebiet des Amazonas sichern wir gemeinsam mit unserem Projektpartner 20.000 Hektar Primärwald mit einer einzigartigen Biodiversität.  Durch Aufklärungs- und Umweltbildungkampagnen und durch die Förderung einer Baumschule wird die lokale Bevölkerung in die Projekte einbezogen und dazu bewegt, den Schutz ihrer wertvollen Naturreichtümer selbst in die Hand zu nehmen.

Schutzgebiet nahe Lagunas, Peru©IkamaperuDas Pacaya-Samiria-Schutzgebiet

Perus größtes Naturschutzgebiet, das über zwei Millionen Hektar große Pacaya Samiria National Reserve beherbergt zahlreiche seltene Säugetierarten, darunter viele Affen und Nagetieren. Insbesondere die Fauna der Gewässer ist eine biologische Schatzkammer: Hier finden seltene Arten wie der Schwarze Kaiman und der Amazonas-Delfin Zuflucht. Die zentrale Lage des Schutzgebietes im peruanischen Amazonasgebiet und die immense Ausdehnung gewährleisten den Schutz ganz unterschiedlicher Ökosysteme, wobei die teilweise überfluteten Wälder ein besonders wertvolles Biotop darstellen. Die immergrünen Wälder mit seltenen Mahagoni-Arten, Buritie-Palmen und der Steinnuss-Palmen beherbergen Papageienschwärme, seltene Pekaris und Tapire. Rings um das Schutzgebiet erstreckt sich eine Pufferzone, die den Druck durch menschliche Aktivitäten (wie Landwirtschaft, Jagd und Abholzung) auf den Park selbst verhindern soll. Im Nordwesten des Pacaya-Samiria-Schutzgebietes, nahe der Stadt Lagunas, sichern Pro Wildlife und Ikamaperu 54 Hektar wertvollen Regenwaldes – der Kauf des Landes wurde finanziert dank eines Spendenlaufes des Tübinger Uhland-Gymnasiums. Weitere 18.000 Hektar sollen durch eine langfristige Konzession sicher gestellt werden. Die Bevölkerung vor Ort erhält als Gegenleistung für ihre Hilfe, die Affen und Wälder zu schützen, Unterstützung für den Erhalt ihrer Kultur und Bildungsmöglichkeiten. 

 

 

 

 

 

 

Affenschutz

Cantsbe Silberrücken Berggorilla Ruanda © Ian RedmondHilfe für bedrohte Affen

Fast die Hälfte aller Affenarten ist vom Aussterben bedroht. Sie werden ihres Fleisches wegen gewildert, für den Tierhandel gefangen oder durch die Abholzung der tropischen Regenwälder aus ihrem Lebensraum verdrängt. Pro Wildlife hilft vor Ort, bedrohte Primaten wie Schimpansen, Gorillas, Drills, Meerkatzen, Wollaffen und Klammeraffen zu retten und ihnen eine sichere Zukunft zu geben. Wir setzen uns dafür ein, dass die Jagd auf Affen eingedämmt wird. Um ihren Lebensraum zu bewahren, kämpfen wir für den Schutz der Urwälder weltweit. Unser Ziel: intakte Regenwälder erhalten und den Affen ihren Lebensraum zurückgeben. 2010 wurde unser Affenschutzprojekt mit dem 1. Preis der Yves-Rocher-Umweltstiftung "Trophée de Femmes" ausgezeichnet. Lesen Sie mehr...

Affenjagd in Südamerika

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Wollaffe Kapok in Tarangue, Peru © Ikamaperu

Kampf gegen Wilderei

Affen sind seit Jahrhunderten eine beliebte Fleischquelle. In Südamerika hat die Wilderei nun solche Ausmaße erreicht, dass Affenarten wie der Rote Brüllaffe in einigen Regionen bereits verschwunden sind. Allein im brasilianischen Amazonasgebiet werden jährlich bis zu 5,4 Millionen Kapuziner-, Woll-, Brüll- und Klammeraffen gewildert.

Pro Wildlife machte in seiner Studie "Going to Pot" erstmals das Ausmaß und die Folgen dieser massiven Plünderung in Mittel- und Südamerika der Öffentlichkeit bekannt.

Ohne Affen keine intakten Wälder

Gegen die modernen Waffen der Jäger, die bis in die letzten Rückzugsgebiete der Primaten vorrücken, haben vor allem größere Affenarten keine Chance. Diente Affenfleisch früher nur zur Selbstversorgung, ist die Affenjagd mittlerweile kommerziell – mit entsprechend hohen Abschussraten. Aus vielen Waldgebieten sind Affen bereits völlig verschwunden. Welche dramatischen Folgen das für den gesamten Regenwald hat, dokumentierte Pro Wildlife auch auf der Biodiversitätskonferenz 2008. In einem gemeinsamen Appell von 92 Wissenschaftlern aus aller Welt machten wir auf die verheerenden Folgen der Affenjagd auf die Tier- und Pflanzenwelt aufmerksam. Denn Affen sind wichtige Samenverbreiter für hunderte Pflanzenarten. Beispielsweise wurde nachgewiesen, dass die lokale Ausrottung der Klammeraffen in Bolivien auch einen massiven Rückgang des Mimosengewächses Inga ingoides (Foto) zur Folge hat. Noch lässt sich nicht abschätzen, inwieweit die Wälder ohne Affen fortbestehen können.

Erste Erfolge auf politischer Ebene

Pro Wildlife erreichte, dass die Vertragsstaaten der Biodiversitätskonferenz (CBD) die Jagd nun als Gefahr für die Artenvielfalt anerkennen und in einem Beschluss zum Waldschutz striktere Jagdgesetze und deren Umsetzung einfordern. Ein erster Schritt also, die Affenjagd zu begrenzen.

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