Affenschutz in Asien
Handelsverbot für kleine Affen
Plumploris, kleine nachtaktive Affen aus Südostasien, werden jährlich zu Tausenden illegal gefangen und als Haustier oder zur Herstellung angeblicher Heilmittel verkauft. Vor allem in Japan und Russland gelten sie als beliebte Haustiere. Bis zu 700 Euro kostet ein Tier im illegalen Handel. Nachzuchten der kelinen Äffchen gibt es kaum - denn Plumploris sind sehr empfindliche Tiere. Sie sind nachtaktiv, auf ganz bestimmtes Futter angewiesen und stressanfällig, für ein Leben oder gar Zucht in Gefangenschaft also überhaupt nicht geeignet. Die Plumploris, die auf den Heimtiermärkten angeboten werden, sind deshalb Wildfänge.
Kiki - das Schicksal eines Plumploris
Plumplori Kiki lebt heute in der von Pro Wildlife unterstützten Rettung- und Auffangstation Ciapus auf der indonesischen Insel Java. Ihr tragisches Schicksal hat sie mit unzähligen Artgenossen gemeinsam. Denn wenn die Tierhändler einen wilden Plumplori eingefangen haben, müssen die meisten Äffchen Höllenqualen erleiden. Die Händler kneifen den sensiblen Plumploris mit einer Zange die Eckzähne ab - oder reißen sie auch ganz einfach aus. Der Grund: Die Zähne sind die einzige Waffe, mit der die Tierchen sich gegen ihre Peiniger zur Wehr setzen können. Die Natur hat sie mit einem faszinierenden Abwehrsystem bedacht: Plumploris haben eine Giftdrüse in der Ellenbeuge. Droht Gefahr, lecken die Tiere an dieser Drüse, und benetzen mit dem Gift ihre Eckzähne. So hat jeder Biss bedrohliche Folgen für ihre Feinde. Auch Kiki wurden die Zähne gewaltsam herausgebrochen, die Wunde hatte sich schon stark infisziert, als Behörden sie beschlagnahmt haben. Seit sie in der Auffangstation Ciapus lebt, erholt sie sich langsam. Und dennoch: Kiki wird nie wieder ein Leben in Freiheit führen können. Denn ohne ihre Eckzähnen ist die kleine in der Wildnis wehrlos ihren Feinden ausgesetzt.
Willis - eine kleine Erfolgsgeschichte
Willis, ein anderer Patient der Auffangstation hatte ungeheuer viel Glück: Denn er wurde gerettet, bevor ihm die Wildfänger die Zähne entfernen konnten. Der Kleine kam zwar völlig entkräftet in der von Pro Wildlife unterstützten Rettungs- und Auffangstation Ciapus an - doch dort wurde er wieder aufgepäppelt. In wenigen Tagen darf Willis die Station verlassen, und wieder ein Leben in Freiheit führen. Dabei trägt er allerdings einen ständigen Begleiter: einen Sender. Der dient dazu, den kleinen Affen sofort retten zu können, wenn Tierhändler ihn wieder einfangen sollten.
Welchen Schutz Plumploris haben
Die Bestände aller fünf Arten sind inzwischen stark bedroht. Auf Initiative von Pro Wildlife wurde der internationale Handel mit Plumploris strikt verboten: Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. CITES) stellt die Tiere seit 2007 unter strengen Schutz.
Beschlagnahmen auf den Tiermärkten
Damit dieser strenge Schutz auch umgesetzt wird, entwickelte Pro Wildlife gemeinsam mit der Oxford-Brookes-Universität in England Informationsmaterial in sieben Sprachen. Sie informieren über die unterschiedlichen Plumplori-Arten, ihr Aussehen und ihren gesetzlichen Schutz. In China, Kambodscha, Thailand, Malaysia, Vietnam und Indonesien verwenden inzwischen die CITES-Behörden und verschiedene Organisationen unser Informationsmaterial, um Zoll- und Polizeibeamte zu schulen und den illegalen Handel zu bekämpfen. In Indonesien unterstützt Pro Wildlife auch Vollzugs-Schulungen. Beschlagnahmen auf den Märkten sind als Abschreckung für die Händler besonders wichtig.
Auffangstation für Plumploris
In einer Primaten-Auffangstation nahe Jakarta (Java, Indonesien) finanzierte Pro Wildlife den Neubau eines Quarantänegeheges. Die Auffangstation betreut derzeit über 100 Plumploris. Seit Pro Wildlife erreichen konnte, dass die Plumploris international geschützt wurden, werden immer wieder Tiere bei Razzien und Zollkontrollen beschlagnahmt. Die Tierärztin Karmele Sanchez muss fast alle Neuankömmlinge erst einmal medizinisch versorgen: Sie haben v.a. im Mund Wunden und Infektionen.
Da die kleinen Affen empfindlich beißen können und ihr Biss giftig ist, kneifen ihnen die Tierhändler nämlich die Zähne ab oder reißen sie einfach aus. Das stellt die Auffangstation vor große Probleme: So weit möglich werden die gesund gepflegten Tiere zwar wieder ausgewildert, doch die meisten bleiben als dauerhafte Pflegefälle in der Auffangstation, da sie ohne ihre Zähne kaum eine Überlebenschance in freier Wildbahn haben.



