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Japan vergiftet seine Kinder

Verseuchtes Walfleisch in Japans Schulkantinen

München, 17. Juni 2008. An Japans Schulen wird stark belastetes Wal- und Delfinfleisch angeboten und damit die Gesundheit tausender Kinder riskiert. „Delfinfleisch ist bis zu 5.000-mal stärker mit Quecksilber belastet als die japanischen Grenzwerte zulassen. Und 38 Prozent des angebotenen Walfleisches aus dem japanischen Walfang im Nordpazifik ist mit den gefährlichen Brucellose-Erregern infiziert“, berichtet Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. Quecksilber reduziert die geistige Entwicklung bei Kindern, Brucellose kann schwere Erkrankungen wie Leberschäden und Hirnhautentzündung auslösen. Dennoch lässt die japanische Regierung sogar an Grundschulen das belastete Fleisch verteilen.

Seit Jahren ist Walfleisch in Japan ein Ladenhüter, die Preise liegen im Keller. Doch Japan hält an seinem umstrittenen Walfangprogramm fest und lässt übrige Fleischbestände in einigen Präfekturen an Schulen als Mittagessen verteilen. Dass sie damit die Gesundheit der Kinder aufs Spiel setzt, nimmt die Regierung in Kauf.

„Die japanische Regierung steigert mit allen Mitteln den Absatz für Walfleisch, um damit ihre umstrittene Walfangpolitik zu rechtfertigen. Dass sie dabei soweit geht, die Schwächsten in der Gesellschaft – die Kinder – zu gefährden, ist schlichtweg skrupellos“ kritisiert Altherr. „Delfine und Wale stehen am Ende der Nahrungskette, und insbesondere die Fischfresser unter ihnen sammeln im Laufe ihrer langen Lebenszeit große Mengen an Schadstoffen an.“ Die Artenschutzorganisation setzt sich dafür ein, dass auf der kommenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (23. bis 27. Juni in Santiago, Chile) neben den eigenmächtigen Fangquoten Japans auch die Gefährdung der Bevölkerung diskutiert wird.

Quecksilber: Die schleichende Vergiftung

Dabei müsste gerade Japan sensibilisiert sein: Mitte der 1950er Jahre gab es in Japan nahe der Küstenstadt Minamata etwa 17.000 schwere Erkrankungen mit Lähmungen, Psychosen und circa 3.000 Todesfällen. Die „Minamata-Krankheit“ war ausgelöst worden, weil große Mengen Quecksilber-Verbindungen ins Meer geleitet wurden. Das japanische Gesundheitsministerium hat für Meeresprodukte den zulässigen Höchstwert von 0,4 µg/g Quecksilber festgelegt. Das Team von Professor Tetsuya Endo an der Universität Hokkaido fand in manchen Proben von Delfinfleisch aus japanischen Supermärkten aber Werte von bis zu 2.000 µg/g – also das 5.000fache des Zulässigen. Trotz der alarmierenden Ergebnisse bleibt Wal- und Delfinfleisch sogar auf den Speiseplänen von Grundschulen.

Bereits in den 1990er Jahren belegte eine Langzeitstudie auf den dänischen Färöer-Inseln, dass Kinder in ihrer geistigen Entwicklung zurücklagen, wenn ihre Mütter in der Schwangerschaft und Stillzeit Walfleisch gegessen hatten. Die Ursache: der hohe Quecksilbergehalt des Walfleisches. Auch japanische Forscher fanden schockierende Werte in inländischen Walfleischproben. Doch die Walfangländer zeigen sich von den alarmierenden Studien unbeeindruckt.

Brucellose – die unterschätzte Gefahr

Das Bakterium Brucella verursacht Infektionen bei Mensch und Tier. Brucellose kann beim Menschen Muskelschmerzen, Dickdarm-Erkrankungen, Leberschäden und Hirnhautentzündung auslösen. Die Krankheit ist von Meeressäugern auf den Menschen übertragbar. Obwohl japanische Forscher eine Durchseuchung der im Nordpazifik gefangenen Zwergwale von 38 Prozent feststellten, wird in Japan das Fleisch der Tiere weiter zum Verkauf zugelassen.

Zusendung eines Belegexemplares erbeten!

... Hintergrundinfos: Japans Walfang

Foto: Mark Votier