Finger weg vom Virunga-Nationalpark

Im Virunga-Nationalpark, Demokratische Republik Kongo, leben die letzten Berggorillas. In dem Gebiet tobte ein brutaler Bürgerkrieg; internationale Konzerne wollen die Bodenschätze ausschlachten, darunter die britische Ölfirma SOCO. Nach heftigen Protesten sagte SOCO 2014 zu, nicht im Virunga-Nationalpark zu bohren. Doch nun wurde bekannt, dass die Regierung die Grenzen des Parks versetzen will, um die Bohrungen zu ermöglichen! "Global Witness" belegt, dass SOCO auch vor Korruption und Gewalt nicht zurückschrecken.

Unterstützen Sie unsere Petition (in französischer Sprache) an den Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, sowie den Premierminister Augustin Matata Ponyo:


 

Sehr geehrter Präsident Kabila,
Sehr geehrter Premierminister Ponyo,

Mit großer Sorge verfolgen wir die Entwicklungen der letzten Jahre zum Virunga-Nationalpark, dem ältesten Nationalpark Afrikas. Die Heimat der seltenen Berggorillas und zahlreichen anderen Tieren wird von Geldgier und Kriegen bedroht. Seit Jahren interessieren sich internationale Firmen für die hiesigen Erdölvorkommen. Nicht nur für die einzigartige Flora und Fauna, sondern auch für die einheimische Bevölkerung wären Ölbohrungen verheerend. In der Vergangenheit hat die Plünderung der Bodenschätze durch ausländische Konzerne viel Gewalt und Leid in den Kongo gebracht.

Internationale Kritik gab es bereits 2008, als der britische Ölkonzern SOCO die Lizenz für Testbohrungen von der kongolesischen Regierung erhielt. Denn SOCO ist dafür bekannt, umstrittene Projekte in ökologisch wertvollen Lebensräumen durchzuführen. Aufgrund des Status des Virunga-Nationalparks als UNESCO Weltkulturerbe war die Suche nach Öl sowohl nach kongolesischem als auch internationalem Recht illegal. Trotz Widerstand internationaler Umwelt- und Artenschutzorganisationen verschaffte sich SOCO 2011 Zutritt zum Park, um Tests durchzuführen. Schon damals berichteten Ranger, dass Mitarbeiter von SOCO und Soldaten Gegner bestochen, bedroht und gar getötet haben. Alle Vorwürfe wurden bislang abgestritten, doch nun liefert die Organisation „Global Witness“ die Beweise: Der Verdacht, dass SOCO Gegner der Ölsuche bestochen hat, hat sich bestätigt:

Zahlungsbelege bezeugen Korruption und Gewalt seitens SOCO, in die vor allem der Armeemajor Burimbi Feruzi involviert ist. Und dies ist nur die Spitze des Eisberges. Zwar hat SOCO bekannt gegeben, nicht im Nationalpark zu bohren, solange Regierung und UNESCO sich nicht einigen – allerdings wird aktuell diskutiert, die Grenzen des Nationalparks zu verschieben, um den Interessen von SOCO entgegenzukommen.

Herr Präsident, Herr Premierminister, Sie haben die Pflicht, die einzigartigen Naturschätze Ihres Landes und somit auch Ihr Volk zu schützen! Wir bitten Sie eindringlich, ein für allemal den Virunga-Nationalpark und seine Bewohner zu schützen, der Korruption einen Riegel vorzuschieben und Firmen nicht die Möglichkeit zu geben, die einmaligen Naturschätze zu plündern.


Ihrer Stellungnahme entgegensehend verbleiben wir

Mit freundlichen Grüßen,