Australien torpediert internationalen Haischutz!


Folgender Protest wird in englischer Sprache an den Umweltminister von Australien, Herrn Greg Hunt, und den Australischen Botschafter in Berlin, David Ritchie, verschickt:



Sehr geehrter Herr Umweltminister,

Sehr geehrter Herr Botschafter,

Mit großer Enttäuschung habe ich erfahren, dass die Regierung Australiens einen formellen Vorbehalt gegen die Listung von Fuchs- und Hammerhaien in Anhang II der Konvention zum Schutz wandernder Arten (CMS) eingelegt hat. Dies ist umso weniger verständlich als die Bestände des Bogenstirn-Hammerhais während der letzten zehn Jahre um über 70 Prozent zurückging.

Während ich Australien zu seinem letztjährigen Sieg vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gegen Japans „Wissenschafts-“Walfang gratuliere, möchte ich meine scharfe Kritik an Australiens aktueller CMS-Politik äußern.

Formelle Vorbehalte gegen strengere Schutzmaßnahmen einzulegen ist ein Armutszeugnis und unterminiert weltweite Bemühungen, die Plünderung mariner Top-Predatoren zu reduzieren und die öffentliche Unterstützung für den Haischutz zu erhöhen. Während ich solche formalen Finten von Ländern wie Japan kenne, das systematisch versucht, jede Schutzmaßnahme für Haie oder andere ökonomisch relevante Arten zu blocken, hätte ich das nicht von Australien erwartet – ein Land, das bisher für seine gute Naturschutzpolitik bekannt war. Tatsächlich ist dies der erste Vorbehalt, den Australien jemals bei der CMS eingelegt hat.

Bereits 2014 hatte die Entscheidung Westaustraliens, Haie von einer Größe ab drei Metern systematisch töten zu lassen, für einen internationalen Protestaufschrei gesorgt. Diese Haltung wurde letztendlich aufgrund deutlicher Kritik der eigenen Artenschutzbehörde zurückgenommen.

Australische Naturschützer haben die formalen Vorbehalte ihrer Regierung gegen die CMS-Listung der Haie als einen „unerwarteten Akt von nationalem und internationalem Umwelt-Vandalismus“ bezeichnet. Dem schließe ich mich an und fordere Sie höflich auf, Ihre Entscheidung zu überdenken und stattdessen den Schutz der Meere und ihrer Bewohner uneingeschränkt zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen