Keine Wildtiere im Circus Voyage!


Die folgende E-Mail geht an das für den Circus Voyage zuständige Veterinäramt in Delitzsch (Sachsen):

Sehr geehrte Frau Mai, sehr geehrte Damen und Herren,
 
hiermit möchte ich Sie höflich auffordern, dem Circus Voyage die Erlaubnis zu entziehen, Tiere zur Schau zu stellen (Genehmigung nach §11 Tierschutzgesetz). Immer wieder werden Missstände in diesem Circus öffentlich, die stark an der Zuverlässigkeit und Sachkunde der Betreiber zweifeln lassen:
 
Stichwort öffentliche Sicherheit
: In den letzten drei Jahren lief das Nashorn Hulk in mindestens drei Auftrittsorten (Blankenburg, Goslar und gerade erst in Luckenwalde) frei umher. Der letzte Fall ereignete sich am 22. November 2014, wo binnen 1,5 Stunden die Polizei deshalb gleich zweimal gerufen wurde.  Die B.Z. zitiert die Circus-Sprecherin Bettina Richter, das freilaufende Nashorn sei ein „kleiner PR-Gag“ gewesen. Eine Gefahr sei angeblich nicht von dem 2,5 Tonnen schweren Tier ausgegangen, es sei Vegetarier und weniger gefährlich als ein Rottweiler. Angesichts der Tatsache, dass Nashörner weithin als gefährliche Tiere gelten, zeugt eine solche Verharmlosung von fehlender Sachkunde sowie grober Fahrlässigkeit, mit der die Gefährdung unbeteiligter Personen in Kauf genommen wird.
 
2010 und 2011 musste das 2,5 Tonnen schwere Flusspferd Jedi im jeweiligen Gastspielort wieder eingefangen werden – in Schwerin stand es nachts auf einer Hauptverkehrskreuzung. Offenbar lässt der Zirkus immer wieder gezielt Tiere frei, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Es ist ein Glück, dass bei all diesen Vorfällen bisher keine Menschen zu Schaden kamen.
 
Stichwort Tierschutz: Der Circus Voyage steht auch aus Tierschutzgründen regelmäßig in der Kritik: Die dauerhafte Einzelhaltung hochsozialer Tiere wie Flusspferden und Giraffen ist mit dem Tierschutzgesetz kaum vereinbar. Der frühzeitige Tod der Elefantenkühe Anja und Mausi sorgte zu Recht für öffentliche Empörung. Die Elefantin Mausi war vor ihrem Tod bereits seit Jahren chronisch krank, ein Amtstierarzt hatte bereits 2008 Manegenverbot erteilt, dennoch wurde sie bis zu ihrem Tod 2012 weitere vier Jahre von Gastspielort zu Gastspielort transportiert. Experten, die Bundestierärztekammer und Tierschutzorganisationen lehnen die Wildtierhaltung in Zirkussen als nicht artgerecht ab.
 
In der Verantwortung Ihres Veterinäramt liegt es, dem Circus Voyage die Genehmigung zur Tierhaltung zu entziehen.  Bitte ziehen Sie die Konsequenzen daraus, dass der Zirkus die Tiere nicht mit der erforderlichen Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Sachkunde zur Schau stellt!
 
Mit freundlichen Grüßen