Stoppt das Töten großer Haie in Australien!

Diese Email geht in Englisch an den Premierminister von Australien, Colin Barnett, und in Kopie an die australische Botschaft in Berlin.
 

Verehrter Herr Premierminister Barnett,

Die neue Politik Australiens, das Töten von großen Haien zu fördern, lehne ich strikt ab und fordere Sie höflich auf, Ihre Entscheidung zu überdenken.

In den letzten zehn Jahren hat die Weltöffentlichkeit verstanden, dass Haie keine Killer sind, wie in Hollywoodfilmen fälschlich dargestellt, sondern stark bedrohte Beutegreifer, die für die gesunde Meere unerlässlich sind. Über ein Drittel der Haie und Rochenarten sind bereits in der Roten Liste der IUCN als bedroht eingestuft. Immer mehr Haie werden über das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. CITES) geschützt – und immer mehr Fluglinien stoppen den Transport von Haiflossen, um eine weitere Dezimierung der Haipopulationen zu verhindern. Australiens neue Vorgehensweise, Haie zu töten, steht in starkem Kontrast zu diesen internationalen Schutzbemühungen und zu Australiens Ruf als schutzorientierte Nation.

Die Familien und Freunde von Haiopfern haben mein tiefes Mitgefühl und ich verstehe auch, dass Politiker in Westaustralien durch die zwei jüngsten tödlichen Unfälle unter Handlungsdruck geraten sind. Dennoch ist das Einrichten von Tötungszonen für große Haie keine angemessene und ökologisch zu verantwortende Maßnahme. Solche gezielten Tötungen können die Bestände bedrohter Haie schwer schädigen, z.B. des Weißen Haies und des harmlosen Sandtigerhaies.

Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie eindringlich, die neue Vorgehensweise der Haitötungen aufzugeben und stattdessen die Erforschung von Haien auszubauen. Ein besseres Verständnis der Dynamik und der saisonalen Wanderungen von Haipopulationen ist die beste Strategie für sichere und intakte Meere.

Hochachtungsvoll,