Presseinformation: Urwaldschutz

Deutsche Gelder sollen Wälder retten

Pro Wildlife: Andere Industrieländer müssen nachziehen

München/Bonn, 27. Mai 2008. Mit der heutigen Aufstockung des Budgets für den internationalen Waldschutz hat die Bundesregierung ein wichtiges Signal für den Erhalt der Regenwälder gesetzt. Pro Wildlife begrüßt die Initiative: „Wir gratulieren Bundeskanzlerin Merkel und Umweltminister Gabriel zu diesem wegweisenden Schritt. Gleichzeitig fordern wir andere Industriestaaten auf, ebenfalls Gelder bereitzustellen“, sagt Jana Rudnick von Pro Wildlife. Gerade die EU, bislang eher untätig im Kampf gegen die rasante Zerstörung der Wälder, steht nun unter Zugzwang.

Bundeskanzlerin Merkel gab heute auf der UN-Naturschutzkonferenz (CBD) bekannt, dass die Bundesregierungen ihren Etat für Waldschutz von derzeit 210 Millionen Euro jährlich deutlich erhöht. Von 2009 bis 2012 sollen pro Jahr zusätzlich 125 Millionen aus dem Staatshaushalt bereitgestellt werden. Ab 2013 soll der jährliche Beitrag sogar eine halbe Milliarde Euro betragen. „Der internationale Waldschutz wird damit zu einer Priorität der Bundesregierung. Nun gilt es, das Geld möglichst effektiv einzusetzen, um die biologischen Schatzkammern in den Tropen – die letzten Regenwälder – zu erhalten“, so Rudnick.

Die CBD-Verhandlungen zum Waldschutz verliefen bislang schleppend: „Vor allem Brasilien, Kolumbien, Kanada und Malaysia blockieren hier wichtige Einigungen, um z.B. die ökologisch herausragenden Primärwälder besonders zu schützen“ berichtet die Pro Wildlife Sprecherin von der Konferenz. „Wir erhoffen uns von dem deutschen Vorstoß auch, dass die Verhandlungen hier endlich in die richtige Richtung gehen, um die Regenwaldvernichtung zu bremsen.“

Deutschland setzt mit seiner Entscheidung wichtige Impulse: Bereits letzte Woche stellte das Bundesumweltministerium seine „Life Web Initiative“ vor, mit der Geldgeberländer gefunden werden sollen, um Waldschutzgebiete in Entwicklungsländern zu finanzieren. Die finanzielle Grundlage für dieses Projekt ist heute auf eine breitere Basis gestellt worden. Zum anderen setzt die Bundesregierung mit dem Geldsegen für Wälder die EU unter Druck, endlich auch tätig zu werden.

„Die EU hat sich bisher im internationalen Waldschutz nicht mit Ruhm bekleckert. Seit Monaten warten wir auf ein Maßnahmenpaket, um den Import illegal geschlagener Hölzer zu bekämpfen. Doch die EU-Kommission weigert sich, ihre lang erwarteten Vorschläge hierzu zu veröffentlichen“, kritisiert Rudnick. Naturschutzverbände wie Pro Wildlife verlangen seit Jahren ein Importverbot für Hölzer aus Raubbau.

Die EU sollte ihre Maßnahmen auf der derzeitigen CBD-Konferenz präsentieren, hält sie jedoch weiterhin unter Verschluss. „Das Vorgehen der EU stößt international auf großes Unverständnis. Wie können wir von den Entwicklungsländern verlangen, dass sie den Raubbau an ihren Wäldern stoppen, wenn die EU weiterhin die Tore für illegale Hölzer offenhält?“, kritisiert Rudnick. Der Schritt Deutschlands ist deshalb für sie ein umso wichtigeres Signal.