Presseinformation: Delfinarium Nürnberg

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Delfinlagune Nürnberg: Teure Tierquälerei

Pro Wildlife: Nürnberg setzt auf ein Auslaufmodell

Tuemmler_Delfinarium(c)ProWildlifeMünchen, 27. Juli 2011. Tierschützer sehen in der neuen Delfinlagune in Nürnberg keine wesentlichen Verbesserungen für die Meeressäuger: „Die Nürnberger Delfine leiden auch weiterhin daran, dass ihr Bewegungsdrang, ihr komplexes Sozialleben und ihre Kommunikation extrem beschnitten sind. Eine hübsche Gartenarchitektur ist für Zoobesucher attraktiv – den Bedürfnissen von Delfinen entspricht die Lagune aber nicht“, kritisiert Dr. Sandra Altherr, Sprecherin von Pro Wildlife. „Dass Zoodirektor Dag Encke auch künftig mit toten Delfinbabys rechnet, zeigt, dass er selbst um die Probleme weiß.“ Mit 32 Holzkreuzen erinnern Pro Wildlife und die Menschen für Tierrechte am 28. Juli vor dem Zoo Nürnberg an die bisher frühzeitig verstorbenen Delfine: „Das ist eine Katastrophenbilanz und ein Armutszeugnis für den Tiergarten Nürnberg.“

Artgerecht ist nur das Meer

„Große Tümmler legen in der Natur täglich bis zu 100 Kilometer zurück, erreichen Spitzengeschwindigkeiten bis zu 55 Kilometer pro Stunde, tauchen bis zu 500 Meter tief und leben in komplexen Familienverbänden. All dies ist ihnen in Gefangenschaft nicht möglich“, so die Biologin Altherr. Auch für Nürnberg ist die Prognose für die künftige Delfinhaltung schlecht: „Zwar bietet die neue Anlage etwas mehr Platz und die Tiere können erstmals Sonne und frische Luft erleben. Aber die Delfine haben weiterhin nur sehr begrenzte Möglichkeiten, ihren immensen Bewegungsdrang auszuleben und ihr Echolot einzusetzen.“

Wann stirbt der nächste Delfin in Nürnberg?

Delfine sind hochintelligent und leiden unter schlechten Haltungsbedingungen. Kein Wunder, dass Direktor Dag Encke bereits mit weiteren Todesfällen rechnet. Die Nürnberger Nachrichten zitieren Encke mit den Worten, es werde auch in Zukunft tote Delfinkälber geben – dass Jungtiere sterben, sei normal. „Bei freien Delfinen liegt die Überlebensrate der Kälber wissenschaftlichen Studien zufolge bei 70 bis 80 Prozent. Wie Herr Encke versucht, tote Delfinkälber im Zoo als Normalität hinzustellen, ist unverfroren“, kritisiert die Pro Wildlife Sprecherin.

Nürnberg setzt auf ein Auslaufmodell

Delfine können bis zu 50 Jahre alt werden. In Nürnberg starben bislang 32 Delfine einen frühzeitigen Tod. „Die erschreckende Todesbilanz in Nürnberg belegt, dass es nicht funktionieren kann, Delfine in Gefangenschaft zu halten. Wir bedauern, dass die 24 Millionen Euro Baukosten nicht verwendet wurden, um wild lebenden Delfinen zu helfen und ihren bedrohten Lebensraum zu retten. Stattdessen wird nun die Haltung in Gefangenschaft manifestiert. Diese Sturheit gibt es in Deutschland ansonsten nur noch in Duisburg – dabei sind Delfinarien längst ein Auslaufmodell“, so Altherr.