Presseinformation: Affen
Fortschritt beim Affenschutz
Buschfleischjagd soll weltweit bekämpft werden
München/Bonn, 27. Mai 2008. Nach der Halbzeit der UN-Naturschutzkonferenz (CBD) sind bereits erste Erfolge für den Artenschutz zu verbuchen. Die Konvention einigte sich auf Maßnahmen, um die Jagd auf Affen und andere bedrohte Wildtiere einzudämmen. „Buschfleisch“ wurde als eine zentrale Gefahr für die Artenvielfalt der Wälder anerkannt. „Nun sollen endlich Jagdgesetze verschärft und besser umgesetzt werden“, berichtet Dr. Sandra Altherr, die für die Artenschutzorganisation Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt. Mit diesem Beschluss folgt die Staatengemeinschaft dem Appell von 92 Forschern, die vor den drastischen Folgen der Affenjagd warnen.
In den zähen Verhandlungen um ein Maßnahmenpaket zum Schutz der Wälder konnte Pro Wildlife mit Liberia, Kamerun und Ghana wichtige Verbündete im Kampf gegen die Buschfleischjagd gewinnen. „Diesen afrikanischen Ländern ist es vor allem zu verdanken, dass wir nun wesentliche Fortschritte beim Schutz von Wildtieren in den Tropen erzielen konnten“, betont die Biologin Altherr.
Vorausgegangen war ein Appell von 92 Experten aus ökologie und Botanik, den Pro Wildlife anlässlich der Biodiversitätskonferenz initiiert hatte. Die Forscher machen in ihrem offenen Brief auf die verheerenden Folgen der Affenjagd auf die Primatenbestände und deren Fehlen als essentielle Samenverbreiter für hunderte tropische Baumarten aufmerksam.
Als weiteren Erfolg wertet Pro Wildlife die Tatsache, dass auch die Affenjagd in Lateinamerika in das öffentliche Blickfeld rückt. Einer Pro Wildlife-Studie zufolge werden allein im brasilianischen Amazonasgebiet jährlich bis zu 5,4 Millionen Affen gejagt. Auch in den anderen Ländern Mittel- und Südamerikas ist die Jagd außer Kontrolle geraten. Die Ergebnisse der Studie wurden auf der Konferenz vorgestellt. „Die Weltöffentlichkeit dachte bisher beim Stichwort Affenjagd nur an Schimpansen und Gorillas. Nun kann sie nicht mehr ignorieren, wie ernst die Lage auch in anderen Erdteilen ist“, so Altherr.
„Selbst wenn für den Schutz der Wälder noch in vielen Punkten keine Einigung in Sicht ist, sind die Entscheidungen zu Buschfleisch ein erfreulicher Fortschritt“, fasst die Pro Wildlife Sprecherin die Situation zusammen. Strittig bleiben weiterhin die Verhandlungen um die besondere Schutzwürdigkeit von Primärwäldern und ein Moratorium, das das Anpflanzen genetisch veränderter Bäume verhindern soll. Das Maßnahmenpaket zu Wäldern wird erst in der zweiten Wochenhälfte endgültig verabschiedet, doch über das Buschfleisch-Problem sind sich die CBD-Mitgliedsstaaten bereits jetzt einig.



