Presseinformation: Walfang / IWC
Walfang: Schlecht für Wal und Mensch
IWC diskutiert Vergiftung von Walen durch Schadstoffe und grausame Tötungsmethoden
Agadir/München, 24. Juni 2010. Die Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Agadir diskutiert, wie Schadstoffe zunehmend Wale und Konsumenten von Walfleisch vergiften. Darüber hinaus wurden auf der Konferenz neue Dokumente veröffentlicht, die zeigen, wie grausam die Jagd auf die Meeresriesen noch immer ist. Der Todeskampf mancher Tiere dauert über zwei Stunden. „Die Jagd auf Meeressäuger ist nicht mehr zeitgemäß. Sie ist grausam, das Walfleisch ist zudem stark mit Umweltgiften belastet“ sagt Pro Wildlife Sprecherin Dr. Sandra Altherr, die an der IWC-Tagung teilnimmt. „Japan hält zwar kategorisch am Walfang fest, doch nur wenige Japaner essen Walfleisch. Dass die Meeressäuger grausam sterben müssen, damit sich das Fleisch dann in japanischen Kühlhallen stapelt, ist absurd“, so Altherr.
Die Walfangkonferenz wurde bisher von dem umstrittenen Vorschlag zur Legalisierung der kommerziellen Jagd dominiert. Nachdem dieser am Mittwoch gescheitert ist, verhandeln die Teilnehmer über weitere Themen des Walfangs.
Umweltgifte belasten Wale und Menschen
Wale und Delfine stehen am Ende der Nahrungskette. In dem Maß, in dem die Weltmeere zunehmend verschmutzen, lagern die Meeressäuger auch Umweltgifte wie Quecksilber oder toxische Chlorverbindungen wie PCB ein. Dies gefährdet nicht nur das langfristige Überleben der Meeresriesen, sondern auch die Gesundheit von Menschen, die Wal- und Delfinfleisch verzehren: „Die wissenschaftlichen Beweise für die Gesundheitsrisiken sind erdrückend: Parkinson-Krankheit, Immunschwäche, neurologische Entwicklungsstörungen und Herzerkrankungen können durch den Verzehr von belastetem Wal- und Delfinfleisch verursacht werden.“ Bisher berichten japanische Medien kaum über die Gesundheitsrisiken von Walfleisch. „Wird die Schadstoffbelastung von Meeressäugern auf der IWC diskutiert, thematisieren es auch die Medien in den Walfangländern. Wir hoffen, dass dies die Nachfrage nach Walfleisch noch weiter bremst und so immer weniger Wale und Delfine getötet werden“, betont Altherr. Japans Regierung beliefert sogar Schulkantinen mit Walfleisch, damit das Fleisch überhaupt Abnehmer findet.
Von Harpunen und Gewehrkugeln durchsiebt
Auf der IWC wurden am Mittwoch Dokumente vorgelegt, die belegen, dass Wale nach wie vor äußerst grausam getötet werden. „Die gejagten Wale sind bis zu 26 Meter groß, nur ein kleiner Teil ihres Körpers ragt beim Luft holen aus dem Wasser, Seegang erschwert zusätzlich ein exaktes Zielen – all dies macht es unmöglich, Wale auf humane Weise zu töten. Walfang wird immer ein Tierschutzproblem bleiben“, sagt die Biologin Altherr. „In Einzelfällen kann es über zwei Stunden dauern und 260 Gewehrkugeln benötigen, bis der Todeskampf eines Wals beendet ist.“ Norwegen und Japan jagen Wale mit modernen Explosivharpunen, dennoch sterben viele Tiere nicht sofort. „Japan und Norwegen wollen verhindern, dass weitere Informationen über die Grausamkeit des Walfangs an die Öffentlichkeit kommen und weigern sich deshalb seit Jahren, die von der IWC geforderten Daten über Tötungszeiten zu veröffentlichen. Walfang ist und bleibt grausam und unnötig“, so die Pro Wildlife-Sprecherin. „Das muss ein Ende haben.“



