Wale und Delfine

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Walfangtagung: Schonfrist für die Meeresriesen

Pro Wildlife: „Walfangmoratorium bleibt vorerst erhalten, doch Pläne für 'kontrollierten Walfang' sind in Vorbereitung“

München/ Ulsan, den 24. Juni 2005 – Die heute in Südkorea zu Ende gegangene Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) ging für die Wale noch einmal glimpflich aus: „Das stark umkämpfte Walfangmoratorium bleibt erhalten, alle Anträge Japans auf eine Ausweitung seines Walfangs wurden abgelehnt“, berichtet Pro Wildlife Expertin Dr. Sandra Altherr von der IWC-Tagung. Doch die Bilanz der IWC ist aus Sicht von Pro Wildlife zwiespältig, die Freude über die deutlichen Absagen an die Walfangländer getrübt: „Japan wird sich hierdurch nicht von der Ausdehnung seines angeblichen Wissenschaftswalfangs abhalten lassen.“ Tokio beabsichtigt, im Antarktis-Schutzgebiet künftig die Jagd auf fast 900 Zwergwale jährlich auszuweiten und erstmals auch die bedrohten Finn- und Buckelwale zu beja-gen. Zudem entwickelt die IWC derzeit die Grundlagen für ein sog. „Bewirtschaftungsverfahren für Wale“ (engl. RMS), das bereits in den nächsten Jahren das Moratorium ablösen könnte.

Die 57. Jahrestagung der IWC ging für den Walschutz noch mal gut, da die befürchtete Mehrheit der Walfangländer nicht erreicht wurde. Trotz Japans Bemühungen, zahlreiche arme Länder aus Afrika, dem Pazifik und der Karibik als Unterstützung in der IWC zu gewinnen, behielten die Walschutzländer weiterhin die Mehrheit – u.a. dank dem Beitritt von Luxemburg, Tschechien und der Slowakei. Nur deshalb scheiterten diverse gefährliche Vorstöße der Walfangländer unter der Phalanx Japans:

  • Der Versuch Japans, unliebsame Punkte wie Schutzgebiete, Kleinwale, Tierschutz und das erst 2003 gegründete Erhaltungskomitee von der Tagesordnung zu streichen;
  • Japans Antrag auf Geheimabstimmungen (um die von durch Wirtschaftshilfe gefügig gemachten IWC-Mitgliedstaaten nicht einer öffentlichen Abstimmung auszusetzen);
  • Japans Vorschlag einer neuen Satzung inklusive eines RMS, die zahlreiche unliebsame Einschränkungen für Walfänger beseitigt hätte (z.B. Schutzgebiete, Tierschutzaspekte, DNA-basierte Kontrollen und weitere Maßnahmen zur Überwachung des Handels mit Walprodukten sowie die  Kompetenz der IWC für diverse Kleinwale);
  • Japans Antrag auf jährlich je 150 Zwerg- und Brydewale im Küstenwalfang. Für bestimmte indigene Völker, die vom Walfang abhängig sind, erteilt die IWC Fangquoten. Japans beantragter Küstenwalfang hat jedoch einen kommerziellen Hintergrund und widersprach somit dem Moratorium.
  • Japans Antrag, das Walschutzgebiet in der Antarktis aufzulösen. Hier leben die größten Walbestände – deshalb betreibt Japan ausgerechnet im Schutzgebiet seinen „Forschungswalfang“.

Japan wurde von der IWC zwar auch aufgefordert, die angekündigte Ausweitung seines „Forschungswalfangs“ in der Antarktis fallen zu lassen, kann hier aber weiterhin ein Schlupfloch der IWC-Satzung für Wissenschaft nutzen. Zudem wird die IWC künftig verstärkt an der Weiterentwicklung des RMS arbeiten, um die Kontrollen des Walfangs zu verbessern. „Die Erfahrungen aus der Vergangenheit lassen uns fürchten, dass kommerzieller Walfang auch künftig unkontrollierbar bleibt“, so Altherr abschließend.