Urwaldschutz

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Mein Freund, der Baum, ist tot...

Zum Tag des Baumes fordert Pro Wildlife Handelsbeschränkungen für Tropenhölzer

München, den 24. April 2007: Anlässlich des morgigen Tages des Baumes* macht Pro Wildlife auf die Vernichtung der Urwälder aufmerksam und fordert strenge Handelsbeschränkungen für Hölzer: „Während die Waldvernichtung v.a. in den Tropen ungebremst voranschreitet und den Klimawandel weiter forciert, lässt die EU ihre Chancen verstreichen, die Notbremse zu ziehen“, kritisiert Pro Wildlife-Sprecherin Dr. Sandra Altherr. Seit Jahren verliert sich die EU in Diskussionen – doch die Einfuhr illegal geschlagener Hölzer geht bisher ungebremst weiter. Deutschland setzt bislang lediglich auf freiwillige Absprachen. „Das ist naiv! Die Praxis zeigt, dass nur gesetzliche Regelungen effektiv sind“, so die Artenschützerin. Sie setzt auf verbindliche Handelsbeschränkungen wie z.B. durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA), das im Juni über den Schutz von 11 Baumarten entscheiden wird.

"Mein Freund, der Baum, ist tot" – der 1960er Jahre Schlager ist aktueller denn je: 13 Mio. Hektar Wälder werden nach Angaben der FAO jährlich weltweit vernichtet, v.a. in Lateinamerika, Zentralafrika und Südostasien. Obwohl ein Großteil dieser Rodungen gegen nationale Bestimmungen im Herkunftsland (z.B. 94% in Kambodscha, bis zu 80% in Brasilien und Honduras, 70% in Gabun) verstößt, importiert die EU weiterhin hemmungslos Holzprodukte: „Solange die Absatzmärkte den Import illegaler Hölzer tolerieren, sind sie für die Rodung der letzten Urwälder mitverantwortlich“, betont Altherr. Bislang existieren kaum verbindliche internationale Regelungen zum Handel mit Hölzern.

Derzeit diskutiert die EU verschiedene Optionen, um im Rahmen ihres FLEGT (Forest, Law, Enforcement, Governance and Trade)**-Aktionsplanes konkrete Schritte zum Schutz der Regenwälder festzulegen. Während Pro Wildlife und zahlreiche andere Naturschutzverbände auf ein Import- und Handelsverbot für illegal geschlagene Hölzer drängen, forciert z.B. Deutschland bislang lediglich freiwillige FLEGT-Partnerschaftsabkommen der EU mit wenigen Holzherkunftsländern. „Die bisherigen FLEGT-Abkommen sind Makulatur: Nur ein Bruchteil der Holzimporte wird hierdurch kontrolliert – Importe aus allen anderen Ländern will die EU dagegen auch zukünftig ungehindert zulassen“, moniert Altherr.

Angesichts der Passivität der EU setzt Pro Wildlife auf die kommende WA-Konferenz (3.-15. Juni 2007 in Den Haag, Niederlande). Dort wird über eine weltweite Unterschutzstellung von 11 tropischen Baumarten abgestimmt (Brasilholz, Honduras-Palisander, 2 Arten Cocobolo und 7 Arten Cedro). Bereits jetzt reglementiert das WA den internationalen Handel mit wichtigen Baumarten wie z.B. Mahagoni (seit 2002) und Ramin (seit 2004). Ein Handel darf somit nur stattfinden, wenn der Nachweis für eine legale und naturverträgliche Entnahme erbracht ist. Diesen Schutz erhofft sich Pro Wildlife nun für die 11 weiteren Tropenhölzer. „Cedro ist nach Mahagoni das wertvollste Holz im internationalen Handel. Seit der Unterschutzstellung von Mahagoni wird das bislang ungeschützte Cedro rücksichtslos abgeholzt“, berichtet die Pro Wildlife-Expertin.

Das WA entscheidet immer nur über den Schutz einzelner Arten, was ein mühsamer, aber weltweit verbindlicher Prozess ist. „Solange die EU den Handel mit Tropenhölzern nicht per Gesetz regelt, ist das WA die einzige Möglichkeit, dem Raubbau an bedrohten Arten Schritt für Schritt entgegenzutreten“, so Altherr abschließend.

* Der „Tag des Baumes“ wurde 1951  von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen.

** Im Dezember 2005 verabschiedete die EU die FLEGT-Verordnung, die freiwillige bilaterale Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Holzherkunftsländern beschloss (mit bislang nur fünf Ländern). Für alle anderen Holzherkunftsländer bleibt die EU als Absatzmarkt weiterhin offen.