Wale und Delfine

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Island: Jetzt lacht das große Geld...

Bisheriger Walfang nur Ablenkungsmanöver – mit Finn- und Seiwalen winkt Millionengeschäft in Asien

München, den 23. Oktober 2006: Mit dem ersten getöteten Finnwal seit 1989 läutet Island eine neue Ära des Walfangs ein: „Die seit 2003 gejagten Zwergwale waren Teil einer perfiden Salamitaktik, um die Reaktionen der Welt zu testen“, erläutert Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. „mit den Finnwalen lässt sich in Fernost das große Geld machen!“ Für Zwergwalfleisch gibt es keinen relevanten Absatzmarkt, nun droht die Eskalation der Jagd auf die großen Arten. Island hat sich mit diversen Tricks einen rechtsfreien Raum geschaffen, um die geltenden Fang- und Handelsverbote für Großwale zu umgehen.

Island war früher eine der aktivsten Walfangnationen der Welt und hat seit 1883 über 35.000 Wale getötet. Das seit 1986 weltweite kommerzielle Walfangverbot der Internationalen Walfangkommission (IWC) und das wenig später beschlossene absolute Handelsverbot des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) beendeten diese blutige Karriere. Seitdem sucht Island nach Auswegen und hat seinen Wiedereinstieg in das „Big Business“ systematisch vorangetrieben:

  • Den fristgerechten Einspruch gegen das Moratorium der IWC hatte Island verpasst. Ein Fehler, der bei der WA-Unterschutzstellung nicht wieder passierte: Island widersprach mit Japan und Norwegen dem Handelsverbot für Großwale, weshalb diese Staaten legal untereinander Walprodukte handeln können.
  • Dem Fangverbot entzog sich Island zunächst durch seinen Austritt aus der IWC, musste jedoch feststellen, dass Japan nur den Import von Walprodukten aus IWC-Staaten zulässt. „Also trat Island 2003 wieder in die IWC ein – mit einem einmaligen Schurkenstück: Island koppelte seinen Eintritt mit einem Vorbehalt gegen das Moratorium“, berichtet die Pro Wildlife-Sprecherin.
  • Im gleichen Jahr nahm Island den Walfang wieder auf, zunächst unter dem Deckmantel der Wissenschaft, für die es IWC-Ausnahmen gibt. Island beschränkte sich auf die weniger bedrohten Zwergwale, um den internationalen Unmut klein zu halten. Doch für Zwergwalfleisch gibt es keinen Absatzmarkt: Innerhalb Islands ist Walfleisch ein Ladenhüter, und Japans Verbraucherschützer warnen vor Produkten der mit giftigen Chemikalien hoch belasteten Tiere. Altherr betont: „Nach uns vorliegenden Informationen wurde der weitaus größte Teil der Zwergwale als unverkäuflich vernichtet. Dies ist ein massiver Verstoß gegen Vorgaben der IWC, die auch für Island gelten.“
  • Das große Geschäft lässt sich nur mit den weniger belasteten Finn- oder Seiwalen machen. Diese Arten ernähren sich von Krill, während die Zwergwale Fisch verzehren und damit durch die längere Nahrungskette Giftstoffe viel stärker ansammeln. Mit dem erlegten Finnwal stößt Island nach fast zwei Jahrzehnten die Tür zum Millionenmarkt wieder auf: „Dieses Jahr sollen neun Finnwale sterben, doch für die kommenden Jahre müssen wir mit viel höheren Zahlen rechnen“, sorgt sich die Pro Wildlife Sprecherin.

Pro Wildlife fordert Politiker und Verbraucher auf, endlich die Notbremse zu ziehen, damit der Walfang nicht weiter eskaliert. „Islands Wirtschaft lebt vom Fischexport und vom Tourismus. Es ist an der Zeit über Boykottmaßnahmen nachzudenken. Denn das ist scheinbar das einzige Mittel, Island zur Räson zu bringen“, so Altherr abschließend.