Presseinformation: Affen

Ohne Affen keine Regenwälder

Primatenjagd wird zum internationalen politischen Thema

München/Rom, 22. Februar 2008. Heute geht in Rom das 13. Treffen des Wissenschaftsausschusses (SBSTTA) der UN-Konvention über Biologische Vielfalt zu Ende – mit einem großen Erfolg für den Schutz von Affen: Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife hat erreicht, dass das internationale Wissenschaftsgremium erstmals die katastrophalen Folgen der Jagd für die Artenvielfalt anerkennt. Das Gremium appelliert nun an 190 Staaten, die Wilderei zu bekämpfen und mehr Schutzgebiete zu schaffen.

Die Jagd auf Primaten hat verheerende Auswirkungen auf die Tropenwälder: „Bis zu 5,4 Millionen Affen werden jährlich allein im brasilianischen Amazonasgebiet gejagt. Die großen Arten wie Klammer- und Brüllaffen sind vielerorts schon verschwunden – und mit ihnen wichtige Samenverbreiter für Hunderte Baumarten“, sagt Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. Der Wissenschaftsausschuss hat beschlossen, dieses Problem in seinen Empfehlungskatalog für die UN-Konferenz über Biodiversität aufzunehmen. Sie findet vom 19. bis 30. Mai 2008 in Bonn statt. 190 Staaten entscheiden dann darüber, wie sie die Wälder und ihre Vielfalt schützen werden.

In einem zuvor veröffentlichten Bericht dokumentierte Pro Wildlife die Folgen der Affenjagd in Mittel- und Südamerika. „In Gebieten, in denen die großen Affenarten als Samenverbreiter ausgerottet sind, werden von ihnen abhängige Baumarten zunehmend von anderen Pflanzen verdrängt. Langfristig verändert dies die gesamte Zusammensetzung und Struktur der Tropenwälder“, berichtet Altherr.

Auf dem Treffen des SBSTTA erörterten die Wissenschaftler, wie Wälder erhalten werden können, wie Schutzgebiete zu Lande und zu Wasser geschaffen werden und welche Auswirkungen die Landwirtschaft auf die Artenvielfalt hat. Besonders hitzige Debatten gab es darüber, welche Maßnahmen die weltweite Zerstörung der Regenwälder aufhalten können. Erst nach zähem Ringen konnte Pro Wildlife erreichen, dass das Problem der unkontrollierten Jagd und ihrer Auswirkungen auf die gesamte Artenvielfalt in den Empfehlungen für das Internationale Waldprogramm beachtet wird. Unterstützt wurde Pro Wildlife dabei unter anderem von Delegierten aus Liberia, die darauf hinwiesen, welche große Gefahr die „Buschfleisch-Jagd“ in Westafrika birgt.

„Dieses Gremium stellt die Weichen für die Beschlüsse auf der kommenden Artenschutzkonferenz in Bonn. Die Informationen von Pro Wildlife rückten das Thema in das Blickfeld. Das Ergebnis ist für den internationalen Artenschutz ein riesiger Erfolg“, so die Sprecherin abschließend. Auf der UN-Konferenz über die Biodiversität in Bonn werden 5.000 Vertreter aus 190 Ländern erwartet.

* Subsidiary Body on Scientific Technical and Technological Adv