Presseinformation: Elefanten

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Elfenbeinverkauf: Größter Elfenbeinverkauf seit 20 Jahren steht bevor

Bundesregierung unterstützt Elfenbeinimport nach China

München, 14. Juli 2008. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife wirft dem Bundesumweltministerium (BMU) vor, den Handel mit Elfenbein voranzutreiben. Pro Wildlife liegt ein brisantes Papier vor, in dem das Ministerium aktiv beim Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) dafür wirbt, China als Ziel für legale Lieferungen anzuerkennen – ausgerechnet den weltweit größten illegalen Elfenbeinmarkt. „Dies würde den ohnehin boomenden Elfenbeinschmuggel nach China noch weiter anheizen“ sagt Daniela Freyer von Pro Wildlife. Sie befürchtet, dass dadurch wieder mehr Elefanten gewildert werden. Der Ständige Ausschuss des WA entscheidet vom 14. bis 18. Juli in Genf über die Freigabe von 108 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen südafrikanischer Länder.

Pro Wildlife wurde ein Bericht zugespielt, den Vertreter der Bundesregierung im letzten Herbst nach einem Chinabesuch verfasst hatten. Er soll China bei der WA-Konferenz im Juli zu Elfenbeinimporten verhelfen. Die Delegation hatte sich ausschließlich mit Befürwortern des Elfenbeinhandels getroffen – ständig begleitet von chinesischen Beamten. „Das BMU äußert in seinem Gefälligkeitsgutachten viel Sympathie für die chinesische Elfenbeinschnitzerei und betont den Verlust von Arbeitsplätzen, wenn der Elfenbein-Nachschub ausbleibt. Der massive illegale Handel wird dagegen ausgeblendet“, kritisiert Freyer. Pro Wildlife wird sich auf der WA-Sitzung Mitte Juli dafür einsetzen, dass der Elfenbeinhandel verhindert und China nicht als Absatzmarkt anerkannt wird.

Größter Elfenbein-Verkauf seit 20 Jahren

Seit 1989 gilt ein weltweites Elfenbeinhandelsverbot, das jedoch immer mehr aufgeweicht wird. Einige afrikanische Staaten haben seither große Mengen Elfenbein eingelagert. Es stammt von Abschüssen oder von Elefanten, die eines natürlichen Todes gestorben sind. Das WA stimmte im Juni 2007 dem Verkauf solcher Lagerbestände aus Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika zu – ohne die genaue Elfenbeinmenge zu kennen. Im Gegenzug soll der Handel für neun Jahre aussetzen. Wie nun bekannt wurde, stehen 108 Tonnen zum Verkauf. „Mit solchen Elfenbeinverkäufen kann nun sogar Machthaber Mugabe seine Kassen füllen“, kritisiert Freyer. „Und das, obwohl Simbabwe für seine Wilderei berüchtigt ist.“

Legaler Elfenbeinhandel bietet Deckmantel für Schmuggler

Pro Wildlife befürchtet, dass Schmuggel und Wilderei weiter eskalieren, falls der Handel genehmigt wird. Seit das Elfenbeinhandelsverbot 1997 erstmals gelockert wurde, stieg die Zahl gewilderter Elefanten wieder an – auf derzeit etwa 20.000 Elefanten jährlich. Ist das Elfenbein einmal auf dem Markt, ist nicht mehr zu unterscheiden, ob es legaler oder illegaler Herkunft ist.

Deutsche Kehrtwende im Elefantenschutz

Bisher ist nur Japan als Absatzmarkt für Elfenbein anerkannt. China versucht seit Jahren, ebenfalls vom WA als Absatzmarkt legitimiert zu werden. Da das Land den Schwarzmarkt nicht unter Kontrolle hat, erhielt China diese Zusage bisher nicht. Auch Deutschland stand früher dem Handel mit Elfenbein kritisch gegenüber. Pro Wildlife kritisiert die drastische Kehrtwende der Bundesregierung im Elefantenschutz und wirft ihr vor, Elefanten als politischen Spielball zu missbrauchen: „Vor einem Jahr ebnete das Umweltministerium als Verhandlungsführer dem Abverkauf der Elfenbeinvorräte im südlichen Afrika den Weg. Und nun setzt es sich hinter den Kulissen für China ein, wo der Elfenbeinhandel völlig außer Kontrolle ist“, sagt Freyer. „Das BMU möchte China als Verbündeten in anderen Politikbereichen gewinnen. Ein solcher Kuhhandel ist völlig inakzeptabel.“