Wale und Delfine
Fressen Wale die Meere leer?
Pro Wildlife widerlegt absurde Argumente von Walfängern - Präsentation einer neuen Studie zum Auftakt der Walfangtagung
München, den 14. Mai 2002 – Wenn es darum geht, das Walfangverbot zu kippen, ist Walfanglobbyisten jedes Mittel recht: Neben Bestechung und Korruption führen sie zunehmend die Behauptung ins Feld, die Wale seien für den Rückgang der Fischbestände verantwortlich. Im Vorfeld der am 20. Mai beginnenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) veröffentlicht Pro Wildlife deshalb eine Studie, die dieses Argument eindeutig widerlegt: „Wir konnten Kalkulationen von japanischen Wissenschaftlern zum Fischkonsum ad absurdum führen. Die stark manipulierten japanischen Rechenmodelle haben nur ein Ziel: die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs zu rechtfertigen“, fasst Pro Wildlife-Expertin Dr. Sandra Altherr zusammen.
Seit 1986 gilt ein weltweites kommerzielles Walfangverbot. Länder mit Walfanginteressen, allen voran Japan und Norwegen, versuchen mit allen Tricks, dieses Moratorium zu unterwandern: Norwegen beruft sich auf ein formelles Einspruchsrecht und hat für 2002 das Töten von 674 Minkewalen angekündigt. Japan fängt unter dem Deckmantel der „Wissenschaft“ 540 Minkewale, 50 Brydes- und 10 Pottwale, sowie dieses Jahr erstmals auch 50 der bedrohten Seiwale. Der Karibik-Inselstaat St. Vincent & Grenadines schiebt Traditionen als Argument für die Jagd auf Buckelwale vor.
Neuerdings versuchen Japan & Co., Verbündete für eine Freigabe des Walfangs mit dem Argument zu gewinnen, Wale seien für den Rückgang der Fischbestände verantwortlich. Nach japanischen Berechnungen sollen Wale verglichen mit den Anlandungen der kommerziellen Fangflotten angeblich das Drei- bis Fünffache an Meerestieren konsumieren. „Unsere Studie hat die Behauptungen der Walfang-assoziierten Wissenschaftler systematisch untersucht und widerlegt. Die japanischen Kalkulationen sind bestenfalls als naiv, wohl eher aber als manipulativ einzustufen“, betont Biologin Altherr. „So werden überhöhte Bestandszahlen für Blau-, Pott- und Zwergwale verwendet, die längst wissenschaftlich widerlegt sind. Entsprechend aufgebläht sind die errechneten Futtermengen.“ Die Pro Wildlife Studie zeigt auch, dass die für die kommerzielle Fischerei relevanten Fischarten kaum auf dem Speiseplan von Walen stehen.
Auch eine norwegische These, dass das Töten von Walen die weltweit sinkenden Erträge der Fischfangflotten kompensieren könnte, ist absurd: So kollabierten zum Beispiel die Heringsbestände im Nordatlantik zu einer Zeit, als Norwegens Jagd auf Zwergwale einen historischen Höchststand erreichte. Die Massaker an jährlich tausenden Walen endeten erst mit dem Inkrafttreten des Walfangverbotes 1986. „Dass nun ausgerechnet die Jagd auf Zwergwale den Schutz des Herings sichern soll, ist nur eine der Behauptungen, die wir in unserer Studie widerlegen konnten“, so die Pro Wildlife-Sprecherin.
In jüngster Vergangenheit gingen erschreckend viele Länder der Propaganda Norwegens und Japans auf den Leim. Die Pro Wildlife-Studie soll nun einen Beitrag leisten, um auf der kommenden IWC-Tagung eine Freigabe des Walfangs zu verhindern.

