Elefanten

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Rasende Elefanten Gefahr für Tiere und Besucher

Tierquälerisches Rennen mit 15 Zirkuselefanten geplant – Pro Wildlife: „Geldgier darf nicht über Tierschutz siegen!“

München, den 12.5. 2000 – Das für den 16. Juli geplante Elefantenrennen auf der Galopprennbahn Hoppegarten (Brandenburg, nahe Berlin) verstößt gleich mehrfach gegen das Tierschutzgesetz. Daniela Freyer von der Münchner Organisation Pro Wildlife fürchtet zudem Verletzungsgefahren für Elefanten und Besucher: „Zirkuselefanten sind für ein Rennen völlig ungeeignet. Hinzu kommt, dass diese Tiere bekanntermaßen unberechenbar sind: Bei Elefantenpflegern kommen die meisten tödlichen Unfälle vor.“ Pro Wildlife appelliert an Brandenburgs Umweltminister Birthler, einer solchen Veranstaltung, die ausschließlich der finanziellen Sanierung eines offensichtlich maroden Unternehmens dienen soll, die Genehmigung für eine solch tierverachtende und gefährliche Aktion zu entziehen.

Der Hinweis der Veranstalter, in Indien hätten Elefantenrennen eine lange Tradition, lässt sich kaum auf hiesige Zirkuselefanten anwenden. Nach Auskunft von Elefantenexpertin Freyer lassen sich Zirkuselefanten nicht mit „sanften Methoden“ – wie es die PR-Macher der Galopprennbahn gerne darstellen –  zu einer Bewegungsart motivieren, die ihrem natürlichen Verhalten völlig widerspricht. Pro Wildlife befürchtet, dass die Tiere mit Elefantenhaken oder anderen brutalen Methoden angetrieben werden. Elefanten legen in der freien Wildbahn täglich lange Strecken zurück – auf gemächliche Weise. Zum Rennen sind die Tiere nur in höchster Gefahr bereit. Sind die Riesen erst einmal in Panik geraten, können sie nach Meinung von Elefantenexperten nicht mehr kontrolliert werden.

Zirkuselefanten fristen zudem ein extrem bewegungsarmes Leben: Fast 24 Stunden sind sie angekettet, nur für kurze Zeit während Training oder Manegenauftritt haben sie die Möglichkeit, zu laufen. „Für solch untrainierte Tiere sind unter der Belastung eines Rennens Herz- und Kreislaufprobleme nicht auszuschließen. Das wäre so, als müsse ein Büroangestellter unvorbereitet einen Marathonlauf durchstehen“, kritisiert Biologin Daniela Freyer.

Die Kritik von Pro Wildlife richtet sich auch gegen die verharmlosende Darstellung der Veranstalter: „Eine solche ausschließlich profitorientierte Show als „Liebeserklärung an die Dickhäuter“ zu bezeich-nen, ist purer Zynismus. Diese Geschäftemacherei auch noch unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit für Kinder zu tarnen, ist der Gipfel der Unverschämtheit“, so die Sprecherin. Schließlich erhofft sich die Galopprennbahn, mit allein dieser Veranstaltung die diesjährigen Einnahmen zu verdoppeln!

Die Münchner Organisation hat sich nun an den verantwortlichen Umweltminister Brandenburgs, Minister Birthler, mit der Aufforderung gewandt, die Veranstaltung abzusagen: „Die geplante Veranstaltung verstößt eindeutig gegen das Tierschutzgesetz. Durch den bereits angelaufenen Verkauf von Karten versuchen die Veranstalter, ihren Willen durchzusetzen. Doch diese rücksichtslose und tierverachtende Strategie darf nicht aufgehen.“