Affen
Buschfleisch: Afrikas Affen in Gefahr
Jagd und Abholzung bedrohen auch seltenste Arten - Pro Wildlife unterstützt Affenschutzprojekt mit 10.000 DM
München/ Limbe, den 11. Dezember 2000 – In West- und Zentralafrika spitzt sich die Situation für Schimpansen, Gorillas und andere seltene Primaten dramatisch zu. Durch Abholzung und den sog. „Buschfleischhandel“ ist das Überleben zahlreicher Bestände inzwischen ernsthaft gefährdet. Die Münchner Artenschutzorganisation Pro Wildlife kämpft gegen das Abschlachten tausender Affen und übergab nun 10.000 DM und Sachmittel an eine Auffangstation für Affenwaisen, das Limbe Wildlife Centre (LWC) in Kamerun. „Neben Gorillas, Schimpansen und Meerkatzen kümmert sich die Station auch um den seltensten Affen Afrikas, den Drill. Insgesamt werden derzeit mehr als 70 Affen im LWC versorgt“, berichtet Dr. Sandra Altherr, die die Station für Pro Wildlife-Kampagne besuchte.
Affenfleisch hat sich in West- und Zentralafrika zu einem festen Bestandteil des Speiseplans entwickelt. Bedingt durch Abholzung und Straßenbau – teilweise finanziert durch deutsche Steuergelder - können Wilderer nun auch in entlegensten Regionen und sogar Schutzgebieten erfolgreich Jagd auf Primaten machen. Dabei werden ganze Familienverbände abgeschlachtet, in der Regel überleben nur die Jungtiere, die noch nicht genügend Fleisch liefern. Die meisten dieser Waisen gehen im Wald jämmerlich zugrunde oder werden als Haustiere auf den Märkten der Großstädte angeboten. Viele von ihnen vegetieren unter erbärmlichen Bedingungen in engen Käfigen dahin.
Pro Wildlife setzt sich bei Politikern und Artenschutzgremien für eine Eindämmung des Buschfleischhandels und eine umweltverträgliche Entwicklungshilfepolitik ein. In Kamerun, im Zentrum des Buschfleischhandels, unterstützt die Artenschutzorganisation darüber hinaus eine Auffangstation. Das Limbe Wildlife Centre (LWC) beherbergt derzeit 75 Affen, darunter 23 Schimpansen, 7 Flachlandgorillas, 11 Drills und 7 Preuss-Meerkatzen. „Die Tiere, die in einem meist erbärmlichen Zustand auf der Affenstation ankommen, werden hier gesundgepflegt und – sofern möglich – auf eine Auswilderung vorbereitet“, so die Pro Wildlife-Expertin. Über diese direkte Artenschutzarbeit hinaus führt das LWC eine umfangreiche Aufklärungskampagne für die örtliche Bevölkerung durch. Allein im Oktober wurden 10.000 Schulkinder über die Gefährdung von Gorillas und anderen Affen informiert. Um diese wichtigen Edukationsmaßnahmen zu unterstützen, übergab Pro Wildlife neben einem Scheck auch Videorekorder, Diaprojektor und umfangreiches Zubehör.
Damit die Arbeit im LWC auch zukünftig erfolgreich weitergeführt werden kann, vermittelt Pro Wildlife Affenpatenschaften. Für einen Jahresbeitrag von 80 DM (Kinder zahlen 60 DM) können Tierfreunde eine Patenschaft für einen Gorilla, Schimpansen, Drill oder eine Meerkatze übernehmen. Informationen hierzu sind gegen Rückporto von 1,10 erhältlich bei: Pro Wildlife e.V., Löfflerstr. 5a, 80999 München. Pro Wildlife ist als gemeinnützig anerkannt, Mitglieds- und Patenschaftsbeiträge sind steuerlich absetzbar.



