Presseinformation: Affen

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Gefährliche Affenliebe

Fachjournal SCIENCE warnt: Schimpansen als Fernsehdarsteller gefährden den Artenschutz

München, 11. Juni 2008. Sendungen wie die Fernsehserie „Unser Charly“ sind kontraproduktiv für den Artenschutz. Wie das Fachjournal Science berichtet, sorgt der Auftritt von Schimpansen in Unterhaltungssendungen dafür, dass die Öffentlichkeit die Bedrohung dieser Tiere unterschätzt. „Schimpansen als Darsteller in Fernsehen und Werbung unterminieren die Bemühungen des Artenschutzes“, sagt Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. „Es wird der Eindruck erweckt, die Tiere seien weder bedroht noch geschützt, sondern verfügbare Entertainer.“

In den letzten 30 Jahren ist der Bestand an Schimpansen um mehr als zwei Drittel zurückgegangen. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN stuft Schimpansen als gefährdete Art ein, und der kommerzielle Handel ist weltweit verboten. Doch die starke Präsenz dieser Menschenaffen in Shows, Werbung und Fernsehserien vermittelt ein anderes Bild, wie das Team um den Affenforscher Steve Ross in Science (Band 319, S. 1487) schreibt. Demnach hielt ein Drittel der Testpersonen Schimpansen für nicht gefährdet, während sich fast alle Befragten der Bedrohung von Gorilla und Orang-Utan bewusst waren. Als Grund für diese Antwort gaben die Teilnehmer der Studie am häufigsten an, dass die Darstellung von Schimpansen in Filmen, TV-Serien und Werbung sie zu dieser Fehleinschätzung geführt habe.

Fernsehen und Firmen sollen Einsatz von Schimpansen stoppen

Pro Wildlife appelliert deshalb an Unternehmen wie Trigema und Tele2, auf Werbung mit Schimpansen zu verzichten. Auch das ZDF und ProSieben erhalten in diesen Tagen Post mit dem Aufruf, in ihren Sendungen keine dressierten Menschenaffen mehr einzusetzen. „Solche Sendungen und Spots sind nicht nur ein Tierschutzproblem. Sie erschweren auch die Arbeit von Artenschützern, das Überleben der Schimpansen zu sichern“, lautet die Kritik der Pro Wildlife-Biologin.

Schimpansen sind keine Kuscheltiere

Schimpansen sind die nächsten Verwandten des Menschen und gelten als soziale und intelligente Tiere. Gerade deshalb leiden sie unter nicht artgerechter Haltung. „Die Serie „Unser Charly“ sendet noch ein weiteres falsches Signal“, so Altherr. „Sie vermittelt den Eindruck, Affen könnten sich als lustige Haustiere in eine menschliche Familie einfügen. Aber ausgewachsene Schimpansen sind keine Kuscheltiere, sondern ausgesprochen aggressiv. Vor diesem Hintergrund ist es fragwürdig, dass es in den meisten Bundesländern immer noch erlaubt ist, privat Affen oder gar Menschenaffen zu halten.“

Pro Wildlife: Hilfe für Affen in ihrem natürlichen Lebensraum

Vom Aussterben bedroht sind Affen, weil ihr natürlicher Lebensraum zerstört wird und sie ihres Fleisches wegen gejagt werden. Pro Wildlife engagiert sich weltweit für den Schutz von Affen. In Peru und Kamerun unterstützt die Organisation Auffangstationen. Auf der UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt (CBD) in Bonn konnte Pro Wildlife kürzlich mit afrikanischen Ländern erreichen, dass die Jagd auf Affen weltweit eingedämmt und besser überwacht werden soll. Wer sich für die Rettung von Affen in ihrem natürlichen Lebensraum einsetzen möchte, kann unter www.prowildlife.de eine Patenschaft übernehmen.