Presseinformation: Affen

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Großer Sieg für kleine Affen

PRO WILDLIFE begrüßt weltweites Handelsverbot für bedrohte Plumploris aus Südostasien

Den Haag/München, den 8. Juni 2007. Heute wurde auf der 14. Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, engl. CITES) in Den Haag ein kommerzielles Handelsverbot für Plumploris beschlossen. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife, die sich seit langem hierfür einsetzt, begrüßte diese Entscheidung: „Plumploris werden in Asien zu Zehntausenden als Haustier und für die Traditionelle Medizin gefangen. Alle fünf Arten sind hochbedroht, und die heutige Entscheidung könnte sie vor der Ausrottung bewahren“, berichtet Dr. Sandra Altherr. Die kleinen nachtaktiven Affen sind kaum bekannt, allerdings hochbedroht: In Südostasien wurden sie in den letzten Jahren vielerorts bereits ausgerottet. Die 171 WA-Mitgliedsstaaten beschlossen einstimmig eine Aufnahme in WA Anhang I, was einem internationalen Handelsverbot entspricht.

Aufgrund ihrer geringen Größe und ihrer nachtaktiven Lebensweise sind Plumploris (Nycticebus spp.) nur wenig erforscht. Bisher wissen viele Leute nicht einmal, dass Plumploris Affen sind. Bis vor kurzem ging man von drei Arten aus, neue Studien belegen jedoch die Existenz von mindestens fünf Arten*. „Erst im vergangenen Herbst wurden zwei der fünf Arten auf der Roten Liste als 'stark gefährdet', die anderen drei als 'gefährdet' eingestuft“, berichtet die Biologin Altherr. Und die Bedrohung der kleinen Affen wächst:

In China, Kambodscha, Laos und Vietnam werden unzählige Plumploris zu Pasten, Pillen und Tinkturen verarbeitet – zur vermeintlichen Heilung von Wunden, Epilepsien und Asthma sowie als Potenzmittel. In Indonesien, Malaysia, Thailand und anderen Ländern dagegen finden jährlich Tausende der niedlichen Tiere als Heimtiere reißenden Absatz. „In Japan bezahlen Liebhaber bis zu 3.800 US-Dollar für ein einziges Tier. Entsprechend blüht der Schmuggel“, so Altherr. Vielerorts sind die Bestände bereits kollabiert bzw. sogar ausgerottet, verschärft wird die Situation durch die niedrige Fortpflanzungsrate von nur 1-2 Jungtieren alle zwei Jahre.

Eine Besonderheit der Plumploris ist, dass sie giftig sind: Als Verteidigungsmechanismus produzieren sie ein giftiges Sekret, das bei Gefahr per Biss in den Gegner übertragen wird. Diese Besonderheit wird ihnen zum Verhängnis, denn auf Tiermärkten werden Plumploris als „gezähmt“ verkauft, nachdem ihnen die Zähne gezogen oder heraus gebrochen wurden. Viele dieser Tiere sterben an Infektionen oder verhungern.

Bisher dulden die Behörden der meisten Herkunftsländer den Verkauf von Tausenden Plumploris. “Die heutige Entscheidung kann die Wende für diese stark gefährdeten Arten bringen: Das absolute Handelsverbot hat eine breite Aufmerksamkeit geschaffen und könnte Wilderern und Schmugglern endlich Einhalt gebieten“, betont die Pro Wildlife-Expertin abschließend.

* Bengal-Plumplori, eigentlicher Plumplori, Java-Plumplori, Borneo-Plumplori und Zwergplumplori