Wale und Delfine
Weltweiter Protesttag gegen Delfin-Massaker in Japan
Morgen Aktionen in 30 Ländern gegen die größte Delfinjagd der Welt
München, den 7. Oktober 2005: Am morgigen Samstag finden in 30 Ländern Protestaktionen gegen das weltweit größte Massaker and Delfinen und Kleinwalen statt. „Die Delfinjagd beginnt in Japan erfahrungsgemäß im Oktober. Internationale Proteste sollen die weltweite Aufmerksamkeit auf das alljährliche Blutbad lenken“, erläutert Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife, die seit vielen Jahren gegen die grausame Delfinjagd kämpft. Bis zu 20.000 Kleinwale und Delfine sterben jährlich in Japan – Die grausamen Aktionen von Fischern werden von der Regierung in Tokio nicht nur geduldet, sondern offiziell genehmigt. Die Massentötungen haben bereits zu alarmierenden Bestandsrückgängen bei verschiedenen Delfinarten geführt.
Seit 1986 gilt ein weltweites kommerzielles Fangverbot für Großwale. Als Ersatz für das in Feinschmecker-Restaurants begehrte Walfleisch werden die ungeschützten Kleinwale und Delfine gejagt, obwohl japanische Verbraucherschützer vor dem Verzehr des mit Schadstoffen belasteten Fleisches warnen.
Die kleinen Meeressäuger werden rücksichtslos verfolgt: In den vergangenen 20 Jahren starben vor Japans Küsten mehr als eine viertel Million Dall-Hafenschweinswale sowie zehntausende Delfine, darunter der bedrohte Streifendelfin. "Die Bestände können dieser Plünderung nicht standhalten", betont Altherr von Pro Wildlife.
Die Jagd ist zudem von beispielloser Grausamkeit: Die Fischer treiben mit Motorbooten die Delfinherden (auch „Schulen“ genannt) in seichte Buchten. Dort rammen sie Eisenhaken wahllos irgendwo in den Körper der Tiere, um sie so in die Boote ziehen zu können. Zum Teil werden die schwerverletzten Delfine auf Lastwagen geworfen und in Schlachthäuser gefahren. Oder die Fischer töten die Tiere noch am Strand, in dem sie mit kleinen Messern auf die Tiere einstechen. Für die hochentwickelten Meeressäuger bedeutet dies immense Leiden und Schmerzen, bis der Tod sie endlich erlöst. Das Massaker einer Herde dauern oft stundenlang.
Pro Wildlife und seine Partnerorganisationen veröffentlichten vor einigen Jahren schockierende Videoaufnahmen der Massaker und lösten damit eine Welle des Protestes in diversen Ländern Europas aus. Das Fischerdorf Futo, eines der Zentren der Delfinjagd, setzte das blutige Treiben daraufhin zwischenzeitlich aus. „Nun wetzen auch die Fischer in Futo wieder die Messer. Deshalb sind weltweite Proteste gerade jetzt so wichtig, bevor die nächste Treibjagdsaison beginnt“, erläutert Altherr.
In Deutschland, der Schweiz, Österreich, Belgien, Frankreich, England, Holland, Spanien, Irland, Italien, Kroatien, Slowenien, Ungarn, Türkei, Australien, Neuseeland, den Solomonen, den USA, Kanada, den Bahamas, Mexiko, Brasilien, Argentinien, Peru, Venezuela, Mozambique, Kenia, Hongkong, den Philippinen und sogar in Japan finden am morgigen Tag Protestaktionen statt. „Nur wenn wir alle gemeinsam Japan an den Pranger stellen und wenn die Kritik dabei sogar aus dem eigenen Land kommt, wird Tokio gezwungen, diese Barbarei endgültig zu beenden“, so die Pro Wildlife-Sprecherin.



