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Pro Wildlife fordert Ende der Eisbärjagd

Klimaerwärmung  und Trophäenjagd geben Eisbären den Rest – ZDF-Dokumentation macht auf Bedrohung aufmerksam

polar_bear_family©iStock_000004372328.jpgMünchen, 7.September 2009. Trotz dramatisch dezimierter Bestände werden jedes Jahr Hunderte Eisbären abgeschossen. Ein Großteil der ausländischen Bärentöter kommt aus Europa. “Es ist völlig unverantwortlich, dass deutsche Trophäenjäger und -händler Jagd auf die letzten Eisbären machen. Der internationale Handel mit Trophäen und Fellen muss endlich verboten werden“, fordert Pro Wildlife Sprecherin Daniela Freyer. Das ZDF macht am Dienstag, dem 8. September 2009, in einem Film von Hannes Jaenicke auf die drohende Ausrottung der Eisbären durch Klimawandel und Jagd aufmerksam.

Weltweit leben nur noch 20-25.000 Eisbären, verteilt auf 19 verschiedene Bestände, mit abnehmender Tendenz. Die von Menschen verursachte Klimaerwärmung hat dramatische Folgen für die Eisbären: Mit dem rasanten Abschmelzen des arktischen Packeises reduziert sich ihr Lebensraum, sie verlieren ihr Jagdrevier und ihre Kinderstube.

Trotz der massiven Bedrohung durch Klimawandel und Umweltgifte werden jedes Jahr Hunderte Eisbären abgeschossen: als Jagdtrophäe und für den Handel mit Eisbärfellen. Auch die Jagd der Ureinwohner, angeblich für den Eigenbedarf, hat oft kommerzielle Hintergründe und dezimiert die Bestände. In den letzten zehn Jahren wurden 980 Jagdtrophäen, über 2.000 ganze Felle sowie unzählige Fellstücke und Souvenirs aus Knochen, Zähnen und Klauen gehandelt. Besonders der Handel mit Eisbärfellen ist in jüngster Zeit massiv angestiegen auf 563 pro Jahr. Hinzu kommt der Fang lebender Tiere für Zoos und Zirkusse, in den letzten 10 Jahren waren es 23 Tiere. Insgesamt werden im Jahr durchschnittlich etwa 800 Eisbären ganz legal getötet, überwiegend in Kanada, den USA und Grönland. Die tatsächliche Todesrate dürfte noch deutlich höher liegen: In Russland werden viele Eisbären gewildert und wie viele Tiere Hobbyjäger und Einheimische tatsächlich töten, kann in der Weite der Arktis niemand kontrollieren.

Bis zu 40.000 Euro zahlen Hobbyjäger für den Abschuss. Profit machen dabei v.a. die Jagdreiseveranstalter. Seitdem die USA 2008 die Trophäeneinfuhr verbot, kommen die meisten ausländischen Eisbärentöter aus der EU – und hier vor allem aus Deutschland. „Reiche Hobbyjäger machen mit Hunden und zum Teil mit Motorschlitten grausame Hetzjagd auf die letzten Weißen Riesen. Und sie haben es dabei vor allem auf die größten, männlichen Tiere abgesehen, die für die Fortpflanzung besonders wichtig sind“, betont die Pro Wildlife-Sprecherin. „Bedenkt man, dass die Eisbären bereits durch den Klimawandel akut gefährdet sind, bedeutet jedes abgeschossene Tier einen unverantwortlichen Blutzoll.“

Pro Wildlife fordert ein internationales Handelsverbot durch die Aufnahme des Eisbären in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) im März 2010. Zusätzlich muss die EU als Hauptabsatzmarkt endlich die Einfuhr von Eisbär-Jagdtrophäen verbieten.


Filmtipp: „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Eisbären“
Sendetermin: Dienstag 8.September 2009 um 20.15 im ZDF