Wale und Delfine

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Harpune frei auf bedrohte Kleinwale

Japan eröffnet Fangsaison für Dall-Hafenschweinswale - Interne Unterlagen der Vorsaison belegen Massaker an 16.000 Tieren

München, den 5. November 2001 – Mit der zum Wochenende erfolgten Freigabe der Fangsaison setzt Japan seine Massaker an den gefährdeten Dall-Hafenschweinswalen fort. Nach Pro Wildlife nun vorliegenden internen Papieren wurden in der vergangenen Saison mehr als 16.000 der Kleinwale auf brutalste Weise abgeschlachtet: "Auch für diese Saison sind ähnlich hohe Fangzahlen zu erwarten, denn Japan setzt sich konsequent über internationale Proteste hinweg", befürchtet Dr. Sandra Altherr, Meeresexpertin von Pro Wildlife. Erst im Juli hatte die Internationale Walfangkommission (IWC) ein sofortiges Einstellen der Jagd auf Dall-Hafenschweinswale gefordert. Die Bestandsentwicklung der kleinen Walart ist alarmierend.

Seit 1986 gilt ein weltweites kommerzielles Fangverbot für Großwale. Als Ersatz für das in Feinschmecker-Restaurants begehrte Walfleisch dienen die ungeschützten Kleinwale und Delfine, die seitdem rücksichtslos verfolgt werden: In den vergangenen 20 Jahren starben vor Japans Küsten mehr als eine viertel Million Dall-Hafenschweinswale (Phocoenoides dalli) sowie zehntausende Delfine verschiedener Arten. "Die Bestände können dieser Plünderung nicht standhalten", betont Altherr von Pro Wildlife, "deshalb forderte die IWC auch wiederholt ein umgehendes Einstellen der Jagd auf verschiedene Arten."

Im Sommer letzten Jahres enthüllte die Münchner Artenschutzorganisation mit Videoaufnahmen japanischer Aktivisten die brutale Vorgehensweise der japanischen Fischer. Hunderttausende Menschen protestierten daraufhin weltweit bei der japanischen Regierung. Auf der diesjährigen Tagung der Internationalen Walfangkommission konnten die Artenschützer eine Resolution erwirken, die Japan zum Einhalten der Jagd auf den besonders intensiv bejagten Dall-Hafenschweinswal aufforderte. Doch Japan zeigt sich bislang unbeeindruckt und gab nun den Auftakt für die nächste Fangsaison frei.

In den vergangenen Jahren hatte Japan die Fangstatistiken für Kleinwale und Delfine der Internationalen Walfangkommission noch zugänglich gemacht. Doch als Reaktion auf die weltweiten Proteste gegen die grausame Jagd auf die kleinen Meeressäuger weigerte sich Japan in diesem Jahr, die Statistiken zu veröffentlichen. Pro Wildlife liegt jedoch ein interner Bericht der japanischen Regierung vor, demzufolge in der vergangenen Fangsaison 16.171 Dall-Hafenschweinswale getötet wurden. "Damit ist die Zahl der gefangenen Tiere sogar noch höher als im Vorjahr, in dem 14.807 Tiere abgeschlachtet wurden", betont die Pro Wildlife-Sprecherin. "Wenn Japan diese gnadenlose Jagd nicht umgehend einstellt, muss um das Überleben dieser Kleinwalart gefürchtet werden."