Presseinformation: Klima, Jagd, Eisbär
USA fordern Handelsverbot für Eisbären
Klimakonferenz in Kopenhagen: Klimawandel, Jagd und der Handel mit Fellen bedrohen Eisbären
München, 3. Dezember 2009. Anlässlich des UN-Weltklimagipfels in Kopenhagen vom 7. bis 18. Dezember fordert die Artenschutzorganisation Pro Wildlife Schritte zur Rettung der Eisbären. „Die Staatschefs müssen sich jetzt auf ein ehrgeiziges und verbindliches Abkommen für den Klimaschutz einigen, damit das Symbol des Klimawandels noch eine Überlebenschance hat“, sagt Pro Wildlife Sprecherin Daniela Freyer. „Darüber hinaus müssen Eisbären endlich streng geschützt werden.“ Die USA haben ein internationales Handelsverbot für Eisbären beantragt, über das die Staatengemeinschaft im März 2010 auf der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) entscheidet. „Der Schutzantrag der USA ist ein wichtiger Schritt zum Überlebender weißen Riesen: Der Handel mit Eisbärfellen und –trophäen ist unverantwortlich“, so Freyer.
Hauptbedrohung für den Eisbären ist die Erderwärmung und das Abschmelzen des Packeises am Nordpol. Entsprechend hoch sind die Erwartungen vor allem an die USA, in Kopenhagen endlich konkrete Zusagen für eine Reduktion des CO2-Ausstoßes zu machen. Eine weitere Gefährdung des Eisbären könnte die Staatengemeinschaft in wenigen Monaten stoppen – den internationalen Handel mit Fellen und Jagdtrophäen.
Handel mit Eisbärfellen blüht
Der Bestand von Ursus maritimus wird weltweit auf 20.000 bis 25.000 Tiere geschätzt. Wissenschaftler haben berechnet, dass davon in 100 Jahren 80 Prozent verschwunden sein könnten. Mit dem rasanten Abschmelzen des arktischen Packeises reduziert sich der Lebensraum der Eisbären, sie verlieren ihr Jagdrevier und ihre Kinderstube. Bereits jetzt sind zwei Drittel der untersuchten Bestände rückläufig; 2005 war es noch ein Viertel. Dennoch werden jedes Jahr Hunderte Eisbären für den kommerziellen Handel gejagt – mit steigender Tendenz: 563 Eisbärfelle und 138 Jagdtrophäen wurden alleine im Jahr 2007 verkauft, vor allem nach Japan und Europa. Die meisten Tiere stammen aus Kanada, obwohl dort mehr als die Hälfte der Eisbärbestände rückläufig sind. Grönland hat zwar 2008 die Ausfuhr von Eisbärfellen ausgesetzt, plant aber, den Handel wieder aufzunehmen und hat alleine dieses Jahr 130 Tiere zum Abschuss frei gegeben. Alle übrigen Herkunftsstaaten (USA, Russland und Norwegen) verbieten bereits, dass Eisbärenfelle zu kommerziellen Zwecken ausgeführt werden.
USA beantragt Handelsverbot
Um diesem Aderlass ein Ende zu setzen, hat die USA nun beantragt, den Eisbären unter den strengsten Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens zu stellen. Stimmt die Staatengemeinschaft dem zu, wird jeglicher kommerzieller Handel mit Eisbären verboten. „Die Eisbären sind durch den Klimawandel akut gefährdet“, so die Pro Wildlife Sprecherin. „Jedes zusätzlich abgeschossene Tier bedeutet einen unverantwortlichen Blutzoll. Das muss ein Ende haben.“
Die Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens findet vom 13. bis 25. März 2010 in Doha, Katar statt.



