Wilderei bekämpfen

Leopardenfelle(c)LAGAArtenschutzkriminalität ahnden

Artenschutzgesetze allein nützen wenig – wenn sie nicht eingehalten werden und der Staat dies duldet. Deshalb fördert Pro Wildlife Projekte in Afrika, die Wilderer, Tierschmuggler und korrupte Behörden überführen und dafür sorgen, dass Artenschutzdelikte strafrechtlich verfolgt werden. Die Wilderei ist eine der größten Herausforderungen im Artenschutz. Millionen Tiere – darunter viele geschützte Arten – werden in Afrika jährlich für den Handel mit Wildfleisch getötet: Giraffen, Affen, Elefanten, Zebras, Büffel und Antilopen landen immer häufiger auf Marktständen und in Metzgereien afrikanischer Städte. Großkatzen sterben für ihr Fell, Elefanten wegen ihrer wertvollen Stoßzähne.

Giraffe(c)AGabanyiKenia: Mit einem Artenschutzlabor auf Verbrecherjagd

Die Methoden der Wilderer und Händler werden immer raffinierter. Sie wissen, dass sie Knochen und Fell der gewilderten Tiere entfernen müssen, um unkenntlich zu machen, um welche Tierart es sich handelt. Das Fleisch gewilderter Tiere wird dann häufig als Rind oder Ziegenfleisch angeboten.

Ohne  eindeutigen Beweis ist eine rechtskräftige Verurteilung von illegalen Händlern und Wilderern unmöglich. Dies erschwert bisher die Arbeit der Wildschutzbehörden. Ein Artenschutzlabor in Kenia soll dies künftig ändern: Durch DNA-Analysen kann das Fleisch gewilderter Tiere eindeutig identifiziert und die illegalen Händler überführt werden. Pro Wildlife hat deshalb bisher gemeinsam mit den "Friends of CMS" und deutschen Geräteherstellern Laborgeräte im Wert von über 25.000 Euro nach Kenia geliefert. Weitere Spenden werden benötigt, damit das Artenschutzlabor 2012 seine Arbeit aufnehmen kann.

Razzien in ZentralafrikaElfenbeinbeschlagnahmung©LAGA

Pro Wildlife unterstützt Anti-Wilderer Projekte in verschiedenen Ländern Zentralafrikas. Der Initiator der Projekte, Ofir Drori, hat bereits große Fortschritte erreicht, um Wildtierschutzgesetze in Afrika endlich konsequent umzusetzen: Unzählige Beschlagnahmen von Elfenbein und Katzenfellen bis hin zu lebenden Gorillas und Schimpansen, Hunderte Undercover-Einsätze, Verhaftungen und Verurteilungen krimineller Tierschmuggler und Einsätze gegen korrupte Beamte sind seiner Initiative zu verdanken.

Ermittlungen in Kamerun

Nahezu jede Woche lässt das Team von LAGA (The Last Great Ape Organization) in Kamerun illegale Tierhändler in Kamerun auffliegen und lebende Affen, Elfenbein, Raubkatzenfelle oder Fleisch geschützter Tierarten beschlagnahmen. 2009 sorgte LAGA dafür, dass in Kamerun 1,2 Tonnen Elfenbein  beschlagnahmt wurden - etwa 150 Elefanten waren hierfür getötet worden. Zahlreiche illegale Elfenbeinhändlerwurden zwischenzeitlich verhaftet.

Graupapageien Box©Limbe Wildlife CentreSchlag gegen die Wildvogelmafia: Unseren Partnern in Kamerun gelingen immer wieder Beschlagnahmen hunderter Graupapageien, die illegal ins Ausland geliefert werden sollen. Seit Dezember 2007 wurden über 4.000  Tiere beschlagnahmt und in die von Pro Wildlife unterstütze Auffangstation Limbe Wildlife Centre gebracht. Dort werden sie mühevoll aufgepäppelt: Das Gefieder der Tiere ist durch den brutalen Fang mit Leimruten verklebt, bei vielen Tieren sind die Flugfedern ausgerissen. Sobald die Papageien gesund sind, werden sie zurück in die Freiheit entlassen. Nur wenige Vögel, bei denen die Flugfedern zu stark geschädigt sind und nicht nachwachsen, bleiben als Dauergäste in der Auffangstation.

Gorilla Beschlagnahmung©RALF

Razzien in der Republik Kongo

Mit Unterstützung von Pro Wildlife wurde auch in der Republik Kongo ein Anti-Wilderer-Team aufgebaut: PALF (Project to Apply the Law on Fauna). Bereits in den ersten drei Monaten fanden 60 verdeckte Einsätze statt. Ein Novum für das zentralafrikanische Land sind auch die Verurteilungen krimineller Händler von Menschenaffen zu Geld- und Haftstrafen. Damit setzten die Behörden ein deutliches Zeichen gegen kriminelle Tierhändler, die bisher nicht viel zu befürchten hatten.

Kampf gegen Wilderei im Gabun

BeschlagnahmeJan2011(c)AALFSeit 2010 unterstützt Pro Wildlife den Aufbau des Projekts AALF in Gabun. Leiter Luc Mathot sorgte bereits bei seinem ersten Einsatz zusammen mit den Behörden und dem Umweltminister für die sensationelle Festnahme von 15 illegalen Elfenbeinhändlern und die Beschlagnahme von 105 kg Elfenbein. 2011 gelang AALF der größte Menschenaffen-Aufgriff, der jemals in Afrika erfolgte: 13 Köpfe und 32 Hände von Schimpansen und Gorillas, dazu 13 Leoparden- und Löwenhäute. Ein Ring aus fünf Dealern wurde verhaftet. Der Fall sorgte für weltweite Schlagzeilen - und ist eine Abschreckung für Wilderer und Tierschmuggler.

Ausweitung in andere afrikanische Länder

Ofir Drori weitet den Einsatz gegen den illegalen Handel in immer weitere afrikanische Staaten aus und initiiert dort lokale Initiativen: Unter anderem in die  Zentralafrikanische Republik und den Chad.