Elefantenschutz in Äthiopien
Rodung im Elefantenreservat
Pro Wildlife enthüllte, dass das in Deutschland ansässige Unternehmen Flora EcoPower AG Rizinus-Plantagen zur Herstellung von Ölen für die Agrokraftststoff- und Kosmetikproduktion ausgerechnet im äthiopischen Babile Elefanten- reservat angelegt hat - das Magazin FOCUS berichtete. Pro Wildlife informierte die Medien und organisierte eine Protestaktion. Die Plantagen wurden inzwischen stillgelegt. Der Aktienkurs von Flora EcoPower fiel innerhalb eines Jahres deutlich ab – von rund 5 Euro auf weit unter 1,50 Euro.
Unter dem Motto " Biodiesel-Boom: Fluch oder Segen?" erörterte Pro Wildlife bei einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Umweltschutz Pro & Kontra der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen. Auch die zerstörerischen Aktivitäten der Flora EcoPower ernteten große Kritik von Rednern und Publikum.
Das Beispiel illustriert sehr schön die "Macht der Konsumenten". Und der Skandal könnte letztendlich sogar Positives bewirken: Damit das Elefantenschutzgebiet zukünftig besser vor solchen Übergriffen geschützt ist, könnte es jetzt zum Nationalpark erklärt werden.
Neuer Nationalpark im Norden Äthiopiens
In Äthiopien leben nur noch einige Hundert Elefanten, die auf weit voneinander entfernte Gebiete verstreut sind. Die Tiere fallen Wilderern und dem Konflikt mit Bauern um Land und Wasser zum Opfer. Besonders bedroht ist der kleine Elefantenbestand im Nordwesten des Landes, an der Grenze zu Eritrea und in unmittelbarer Nähe zum Sudan. Um den Schutz dieser Tiere zu verbessern, unterstützte Pro Wildlife ein Forscherteam dabei, ein neues Schutzgebiet zu etablieren. Der Kafta-Shiraro Nationalpark wurde im Juli 2007 ausgerufen. Mit Hilfe von Pro Wildlife konnten die Forscher der Universiät von Addis Abeba die Abgrenzung des Parks voran treiben, Gespräche mit Behörden und Bevölkerung im Umland führen, um die Akzeptanz für das Schutzgebiet zu erhöhen, dringend benötigte Ausrüstung für die Parkwächter anschaffen und erste Expeditionen in den Park unternehmen, um zu erfassen, wieviele Elefanten dort leben.
Um das Projekt langfristig zu sichern wollen die Elefantenforscher mit finanzieller Hilfe der US die Wanderungen der Elefanten mit Sende-Halsbändern überwachen und Anti-Wilderer-Patrouillen etablieren.




