DIE BUCHT: Neues zur Delfinjagd in Japan
Die Bucht von Taiji: Ein Sinnbild des Grauens
Ein idyllisch anmutender Platz - die Bucht von Taiji. Doch seit im Sommer 2009 der Dokumentarfilm mit dem schlichten Titel DIE BUCHT (englisch THE COVE) enthüllte, was sich hier regelmäßig abspielt, stehen die Bewohner des japanischen Fischerortes in der internationalen Kritik: Jedes Jahr zwischen September und März werden dort bis zu 2.000 Delfine in Treibjagden gefangen: Delfintrainer suchen die schönsten Tiere für Delfinarien heraus. Die anderen Tiere werden grausam abgeschlachtet. Das Fleisch der kleinen Meeressäuger, obwohl stark mit Giftstoffen belastet, wird in Supermärkten verkauft und an Schulkantinen verteilt. Die japanische Öffentlichkeit erfuhr bislang von all dem nichts. Doch DIE BUCHT hat vieles geändert - wann die Delfinjagd in Taiji und Japan insgesamt jedoch aufhört, lässt sich noch nicht abschätzen. Ric O'Barry's Team ist auch in der Saison 2011/2012 wieder vor Ort.
Die wichtigsten Ereignisse in und zu Taiji im Überblick:
Der Dezember 2011 war der bislang schlimmste Monat der Saison: ca. 130 Risso's und Streifendelfine wurden in der Bucht getötet, etwa 20 Tiere für Delfinarien ausgesondert.- November 2011: Am 3. November sterben in Taiji erneut 13 Rundkopfdelfine in der Todesbucht, am 13.11. folgten 10 getötete Tiere (+ 10 für Delfinarien), am 24.11. nochmals neun erwachsene und drei Jungtiere.
- Oktober 2011: In Taiji werden etwa 95 Delfine brutal getötet: In insgesamt sieben Treibjagden sterben Risso's Delfine, falsche Schwertwale und Streifendelfine; ein weiteres Tier wurde für Delfinarien ausgesondert.
- Am 1. September 2011 beginnt offiziell die neue Delfinjagdsaison in Japan - mit einer genehmigten Quote für Taiji von 2.165 Tieren. Die ersten vier Wochen werden die Delfine jedoch weitgehend verschont: Unwetter machen die Jagd mehrere Tage unmöglich, zweimal kommen die Fischerboote unverrichteter Dinge zurück. Bilanz des ersten Monats: 12 Risso's Delfine werden am 6. September getötet - 12 zuviel und trotzdem war es ein guter Monat in Taiji.
Im Frühjahr 2011 tauschen sich erstmals die Internationale Walfangkommission (IWC) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über den Giftstoffgehalt in Wal- und Delfinfleisch aus. Hierauf hat Pro Wildlife gemeinsam mit OceanCare lange hingearbeitet, denn erst wenn den Konsumenten klar wird, was sie ihrer Gesundheit mit Delfingulasch antun, wird die Nachfrage kollabieren. Immer neue wissenschaftliche Studien dokumentieren das ganze Ausmaß der Belastung. Und eine entsprechende Website zum Thema hat boomende Zugriffe aus Japan...
Am 1. September 2010 beginnt die neue Delfinjagdsaison in Japan. IAm 11. September strahlt der TV-Sender VOX erstmals "Die Bucht" im deutschen Fernsehen aus - und tausende Menschen protestieren erneut bei der japanischen Regierung. Die folgenden Wochen zeigen: Die blutige Delfinjagd geht weiter, wenn auch gegenüber früheren Jahren leicht vermindert: Insgesamt sterben in dieser Saison nach unseren Informationen etwa 675 Delfine und Kleinwale einen grausigen Tod, 155 weitere Tiere werden für Delfinarien eingefangen und trainiert.- Ab Juli 2010 kann "Die Bucht" trotz heftigen Widerstands der japanischen Fischer endlich in den japanischen Kinos gezeigt werden. Mit Erfolg: Viele Vorführungen sind ausverkauft, inzwischen läuft der Film in 35 Kinos, sein brisanter Inhalt wird in Japans Öffentlichkeit immer bekannter.
Im April 2010 wird "Die Bucht" auch erstmals in einzelnen japanischen Kinos gezeigt - dank unserer japanischen Partnerorganisation ELSA, die den Film mit japanischen Untertiteln versehen ließ. Dann wird auch die japanische Öffentlichkeit über die brutalen Geschehnisse im abgelegenen Fischerort Taiji informiert. Allerdings haben die Behörden von Taiji Anwälte beauftragt, gegen die Vorführungen zu klagen.
Am 7. März 2010 wurde die "Die Bucht" als bester Dokumentarfilm mit dem Oscar ausgezeichnet. Wir gratulieren dem Protagonisten Ric O'Barry und dem Regisseur Louie Psihoyos sehr herzlich - das haben sie verdient. Dank des Oscars zieht "Die Bucht"nun noch mehr internationale Aufmerksamkeit auf die blutigen Vorgänge in Taiji. Alle großen japanischen Medien berichten über "Die Bucht" und die internationale Kritik an der Grausamkeit der Delfinjagd - das allein ist schon ein großer Durchbruch.Im Januar 2010 erscheint in weiteren japanischen Tageszeitungen Berichte über Prof. Endos alarmierende Untersuchungsergebnisse zu Giftstoffen in Delfinfleisch. Somit wird die japanische Öffentlichkeit immer stärker mit diesem Thema konfrontiert.
Im Dezember 2009 informieren Pro Wildlife und seine Verbündeten die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Welternährungsorganisation FAO über die Giftigkeit des Delfinfleischs. Unser Datenmaterial wird nun auf einem Sondertreffen von WHO und FAO im Januar diskutiert, wodurch Japan weiter unter Druck gerät. Zeitgleich enthüllt die neue Studie des japanischen Wissenschaftlers Prof. Endo, dass die Bewohner von Taiji eine bis zu 25fach höhere Quecksilberbelastung haben, als sonst wo in Japan. Die japanischen Regierungsvertretungen in Berlin und München bekommen Tierschutzbesuch: Gleich kistenweise erhalten sie Protestbriefe gegen die grausame Jagd.November 2009: Die neue japanische Verbraucherschutzministerin wird auf einer Pressekonferenz mit dem Thema Delfinjagd und belastetes Delfinfleisch konfrontiert. Sie erhält unseren ausführlichen Report „Toxic Menu“ und verspricht, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen. Auf Initiative von Pro Wildlife fordert eine Allianz aus 49 Organisationen in einem offenen Brief die japanische Regierung auf, die Delfinjagd umgehend zu beenden und den Verkauf von belastetem Delfinfleisch zu verbieten – japanische Medien berichten.
Oktober 2009: DIE BUCHT wird – gegen den Widerstand der japanischen Regierung – auch auf dem Tokio-Filmfestival gezeigt. Die Kinobesucher zeigen sich entsetzt über die Massaker. Auch japanische Medien, die zuvor das Thema ignoriert hatten, berichten seither zunehmend über die Delfinjagd, die internationale Kritik an der Grausamkeit und die hohe Belastung von Delfinfleisch mit Giftstoffen.
Im Juli 2009 beginnt die japanische Regierung, Haarproben der Bewohner von Taiji einsammeln zu lassen, um sie auf Quecksilbergehalt zu untersuchen.
Juni 2009: Der Kinostart von DIE BUCHT in den USA und Australien löst einen Aufschrei aus – In Australien kündigte der Ort Broome seine Städtepartnerschaft mit Taiji auf. Zeitgleich konfrontiert Pro Wildlife auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission die japanische Regierung mit unserem Bericht „Toxic Menu“, der die starke Belastung von Wal- und Delfinfleisch mit Giftstoffen und die hohen Gesundheitsrisiken für Verbraucher aufzeigt. Im Oktober 2009 läuft der Film auch in den deutschen Kinos - Pro Wildlife ist einer der offiziellen Partner des Films.
Die neue japanische Regierung steht nun vor der Entscheidung, wider besseren Wissens die Gesundheit ihrer Bürger weiterhin zu gefährden oder aber der brutalen Delfinjagd ein Ende zu setzen.
Unser Ziel ist es, die Delfinjagd in Japan endgültig zu beenden – und Sie können dabei helfen:
- PROTESTIEREN Sie bei der japanischen Regierung!
- SPENDEN Sie für den Delfinschutz! Nur so können wir unsere Kampagne weiterführen!




