Staatliche Massaker an Elefanten
Abschuss von Elefantenherden
Südafrika hat 2008 Richtlinien erlassen, die die Tötung ganzer Elefantenherden theoretisch möglich machen. Bisher haben allerdings keine Tötungen stattgefunden, konkrete Abschusspläne sind ebenfalls nicht bekannt. Zwischen 1966 und 1994 waren 16.000 Dickhäuter dem grausamen "Culling" zum Opfer gefallen. Wegen weltweiter Proteste und Boykottaufrufe waren die Massaker 1994 beendet worden. In den letzten Jahren zielte nun eine weltweite Negativ-Kampagne Südafrikas darauf ab, das Bild vom Elefanten als Plattmacher zu verbreiten und den staatlich organisierten Abschuss gesellschaftsfähig zu machen. Pro Wildlife lehnt das "Culling" aus ethischen und ökologischen Gründen ab.
Die "Plattmacher"-Lüge
Die platte Botschaft, es gäbe zu viele Elefanten und diese würden den Lebensraum von Tieren und Pflanzen zerstören, ist bei genauerem Hinsehen schnell enttarnt: In Südafrika leben weniger als 20.000 Elefanten, allerdings sind sie eingepfercht in eingezäunte Gebiete, die insgesamt nur zwei Prozent der Landesfläche ausmachen. Ihre natürlichen Wanderrouten in Gebiete mit mehr Wasser- und Nahrungsangebot sind durch Zäune versperrt, künstlich angelegte Wasserlöcher sorgen dafür, dass sich die Tiere an bestimmten Stellen konzentrieren – auch um Touristen anzulocken. Das Problem einer angeblichen lokalen "Überbevölkerung" an Elefanten ist also hausgemacht - und braucht alternative Lösungsansätze: Die Öffnung von Zäunen und Wanderrouten, die Vernetzung mit anderen Schutzgebieten sowie die Schließung künstlicher Wasserlöcher, bzw. Zugang zu Wasser an anderer Stelle.

Mehr Lebensraum statt Abschuss
Der Abschuss von Elefantenherden ist nicht nur ethisch inakzeptabel sondern macht auch aus ökologischer Sicht keinen Sinn: Die getöteten Tiere würden innerhalb kurzer Zeit durch neuen Nachwuchs oder durch Elefanten, die aus anderen Gebieten zuwandern "ersetzt". Zudem sind Elefanten ein essentieller Teil verschiedener natürlicher Ökosysteme in Afrika - und diese sind einem ständigen Wandel unterworfen: Elefanten schaffen Freiflächen, auf denen Pflanzen wachsen, die anderen Pflanzenfressern als Nahrungsquelle dienen. Sie verbreiten Samen für viele Baumarten und legen mit ihren Stoßzähnen Wasserquellen frei – die auch andere Tiere nutzen. Die Wechselwirkungen zwischen Elefanten, anderen Tieren und Pflanzen sind sehr komplex und häufig noch unerforscht. Niemand weiß, welche genauen Auswirkungen der Abschuss von Elefantenherden hätte.
Nicht zu vernachlässigen ist auch, dass "Culling" stark kommerziell und politisch motiviert ist: Denn Südafrika propagiert seit langem, Wildtiere radikal als Einnahmequelle auszuschlachten. Dort werden Elefanten sogar zu Dosenfleisch und für den Lederhandel verarbeitet, das lukrativste und damit begehrteste "Produkt" aber sind die Stoßzähne: Immerhin stammte fast die Hälfte der 50 Tonnen Elfenbein, die Südafrika 2008 nach Asien verkaufte, aus früheren "Culling"-Aktionen.
Anstelle der geplanten Tötungen fordert Pro Wildlife, dass die Regierung Südafrikas den Lebensraum für Elefanten ausweitet, Schutzgebiete vernetzt sowie natürliche Wanderrouten und Regulationsmechanismen wiederherstellt.




