Erfolge im Artenschutz

Pro Wildlife auf Artenschutzkonferenz©Pro WildlifeSchutz für Arten in Not

Der internationale Handel mit lebenden Tieren, sowie mit Produkten aus ihnen stellt eine Bedrohung für zahlreiche Arten dar. Weltweit werden jedes Jahr Millionen Tiere gefangen oder getötet für den Handel mit Heimtieren, Delikatessen, Jagdtrophäen oder Luxusartikeln wie Elfenbeinschnitzereien, Krokotaschen und Pelzmänteln. Mitarbeiter von Pro Wildlife setzen sich auf den Konferenzen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens für einen konsequenten Schutz von Wildtieren und -pflanzen ein. Für viele Arten gelten dank Pro Wildlife weltweite Handelsbeschränkungen.

Gelbwangenkakadu©World Parrot TrustPapageien in Lateinamerika und Asien

Alle Papageienarten sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt (Anhang II), nur für einige wenige Arten aber gilt ein absolutes Handelsverbot (Anhang I). Die meisten Papageien dürfen also unter bestimmten Voraussetzungen gehandelt werden. Die Kontrollen, die diesen Handel auf ein "naturverträgliches" Maß reduzieren sollen, versagen leider allzu oft und der Handel mit Papageien floriert. So bringt beispielsweise ein Blaukopfara auf dem Schwarzmarkt bis zu 7.500 Euro und ein Gelbwangenkakadu etwa 1.400 Euro. Auch für Gelbkopfamazone und Blaukappenamazone erzielen Händler Höchstpreise, und die Tiere werden in Südamerika und Asien immer seltener. Pro Wildlife setzte sich mit Erfolg dafür ein, dass für diese Papageienarten ein absolutes Handelsverbot gilt.

Plumplori auf Markt in Medan, Indonesien©A.Miehs

Plumploris: Großer Sieg für kleine Affen

2007 gelang es – erstmals seit 30 Jahren – ein absolutes Handelsverbot für mehrere Affen zu erreichen. Die bedrohten Plumploris, kleine Primaten aus Südostasien, werden zu Tausenden gefangen. Sie enden als "Haustiere" oder als Rohstoff für traditionelle asiatische Medizin. Damit die Herkunftsländer die neuen Schutzbestimmungen besser umsetzen entwickelte Pro Wildlife gemeinsam mit der Oxford Brookes Universität Informationsmaterialien zu Plumploris. Diese Informationen dienen als Schulungsmaterial für Vollzugs- und Zollbeamte in Kambodscha, Vietnam, Thailand, Indonesien, Malaysia und China und stehen in sieben Sprachen zur Verfügung.

Frösche aus Zentralamerika

Agalychnis_callidryas(c)CJBalboaRotaugenlaubfrösche (Agalychnis spp.) gehören zu den begehrtesten Amphibien im Heimtierhandel. Obwohl sie in den meisten Herkunftsländern geschützt sind, importierten USA, EU und Japan Zehntausende dieser farbenfrohen Tiere. Doch im März 2010 wurden die Frösche auf Initiative von Pro Wildlife und der Regierungen von Mexiko und Honduras in Anhang II von CITES aufgenommen. Seither gelten weltweite Handelsbeschränkungen für alle Arten dieser Gattung.

Chamäleons, Schildkröten und Geckos in Madagaskar

Die Artenvielfalt Madagaskars ist einzigartig – nahezu alle dort heimischen Frösche und Reptilien kommen nur dort vor. Gerade deshalb sind sie im internationalen Tierhandel so begehrt. Pro Wildlife erreichte in enger Zusammenarbeit mit der Regierung Madagaskars ein absolutes Handelsverbot für die Flachrückenschildkröte und die Madagaskar-Spinnenschildkröte sowie eine Beschränkung des Handels mit mehreren Arten Erdchamäleons und Blattschwanzgeckos. 

Indische Dachschildkroete©R.WirthSumpfschildkröten in Asien

Während Meeres- und Landschildkröten schon längst unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens stehen, wurde der Bedrohung der Sumpfschildkröten bis Ende der 1990er Jahre wenig Beachtung geschenkt. Millionen dieser Tiere werden jährlich gefangen und auf Märkten als Delikatesse oder Heilmittel angeboten. Dutzende Arten in ganz Asien wurden an den Rand der Ausrottung gedrängt. Pro Wildlife startete 1999 eine Kampagne zum Schutz der asiatischen Schildkröten: Wir dokumentierten die rücksichtslose Plünderung der Bestände und informierten Regierungen weltweit. Pro Wildlife kämpfte mit Erfolg dafür, dass Dutzende Arten asiatischer Schildkröten international geschützt wurden.