Affenschutz in Südamerika
Peru: Eine biologische Schatzkammer
Peru zählt zu den Ländern mit der größten Artenvielfalt. Mindestens 36 Affenarten leben hier, darunter der seltene Gelbschwanz-Wollaffe (Oreonax flavicauda), der mit nur noch etwa 250 Tieren akut vom Aussterben bedroht ist, und der Anden-Springaffe (Callicebus oenanthe). Nur wenige Länder haben eine größere Vielfalt an Primaten. Doch wenn die Tiere und ihr Lebensraum nicht geschützt werden, droht Südamerikas Affen der Untergang. Abholzung und Landwirtschaft fressen sich immer tiefer in die Regenwälder, auf ihren Spuren folgen die Wilderer. Deshalb unterstützt Pro Wildlife das Projekt Ikamaperu, das in den Orten Tarangue und Lagunas für den Schutz der biologischen Vielfalt im Einzugsgebiet des Amazonas kämpft.
Zuflucht für Perus verfolgte Affen
1999 gründeten Helene und Carlos Palomino von Ikamaperu eine Auffangstation für Wollaffen und Klammeraffen. Denn wie auch im übrigen Amazonasgebiet werden Affen in Peru intensiv gejagt, die Jungtiere bleiben oft hilflos zurück oder werden als "Haustiere" gehalten. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr verwaiste und kranke Jungtiere zu dem engagierten Ehepaar gebracht, das sich liebevoll und professionell um seine Schützlinge kümmert. Inzwischen leben in der Station 14 Klammeraffen und 20 Wollaffen. Sie bewegen sich tagsüber mit ihren Betreuern frei im Wald und bewohnen nachts großzügige Außengehege, die Pro Wildlife finanziert hat. Ikamaperu unternimmt mithilfe von Pro Wildlife einige Anstrengungen, um den Lebensraum der Affen zu erhalten und zu renaturieren. So wurden innerhalb der letzten Jahre rings um das Affenwaisenhaus über 30 Hektar Land gekauft und wieder aufgeforstet. Um Tierarten, wie dem seltenen Anden-Springaffen, den Wechsel zwischen den verschiedenen Waldgebieten zu ermöglichen, werden Korridore angelegt. Hauptsächlich einheimische Fruchtbäume sollen den Affen und anderen Wildtieren eine attraktive Nahrungsquelle bieten und sie dazu verleiten, diese Wege zu nutzen.
Neue Schutzgebiete
Die Einrichtung von Schutzgebieten ist ein weiteres großes Ziel von Pro Wildlife und Ikamaperu. Rings um die Station Tarangue wurden mehrere Hektar Land gekauft und renaturiert. Die Landstücke werden durch aufgeforstete Korridore mit bestehenden Wäldern verbunden, so dass die vom Aussterben bedrohten Anden-Springaffen und andere Wildtiere zwischen den verschiedenen Gebieten wechseln können. Für die Renaturierung werden Baumsetzlinge aus einer lokalen Baumschule bezogen – überwiegend Fruchtbäume, die den Affen Nahrung liefern.
Aufklärung als Langzeitschutz
Die Rettung von Affen und die Errichtung von Schutzgebieten in Peru können nur dann langfristig Erfolg haben, wenn die lokale Bevölkerung die Maßnahmen unterstützt. Deshalb setzt Ikamaperu auch auf Aufklärung und informiert darüber, wie dramatisch die Affenbestände durch die Wilderei schwinden. Ikamaperu setzt auch auf eine bessere Ausbildung der Menschen vor Ort und die Bewahrung ihrer Kultur.
Der Anden-Springaffe
Einzig in den dichten Wäldern am Rio Mayo Flusstal im Norden Perus lebt der stark gefährdete Anden-Springaffe. Springaffen leben monogam in Familiengruppen, die nur aus den Eltern und ihrem Nachwuchs von insgesamt drei bis sieben Tieren bestehen. Das Territorium wird mit Geschrei und Verfolgungsjagden gegenüber anderen gruppen verteidigt. Mit ihren starken beinen springen die Tiere mühelos von Ast zu Ast. Fellpflege und Kommunikation mit einer Vielzahl von Lauten sind wichtig für den Zusammenhalt der gruppe. Oft sieht man auch Tiere, insbesondere Paare, mit ineinander verschlungenen Schwänzen sitzen oder schlafen. Die rasante Vernichtung der ihres Lebensraumes droht die Springaffen auszurotten. Deshalb sind Schutzgebiete dringend nötig für den Fortbestand ihrer Art. Rings um die Auffangstation in Tarangue leben 23 Familien der seltenen Anden-Springaffen.





