Affenjagd in Südamerika
Kampf gegen Wilderei
Affen sind seit Jahrhunderten eine beliebte Fleischquelle. In Südamerika hat die Wilderei nun solche Ausmaße erreicht, dass Affenarten wie der Rote Brüllaffe in einigen Regionen bereits verschwunden sind. Allein im brasilianischen Amazonasgebiet werden jährlich bis zu 5,4 Millionen Kapuziner-, Woll-, Brüll- und Klammeraffen gewildert.
Pro Wildlife machte in seiner Studie "Going to Pot" erstmals das Ausmaß und die Folgen dieser massiven Plünderung in Mittel- und Südamerika der Öffentlichkeit bekannt.
Ohne Affen keine intakten Wälder
Gegen die modernen Waffen der Jäger, die bis in die letzten Rückzugsgebiete der Primaten vorrücken, haben vor allem größere Affenarten keine Chance. Diente Affenfleisch früher nur zur Selbstversorgung, ist die Affenjagd mittlerweile kommerziell – mit entsprechend hohen Abschussraten. Aus vielen Waldgebieten sind Affen bereits völlig verschwunden. Welche dramatischen Folgen das für den gesamten Regenwald hat, dokumentierte Pro Wildlife auch auf der Biodiversitätskonferenz 2008. In einem gemeinsamen Appell von 92 Wissenschaftlern aus aller Welt machten wir auf die verheerenden Folgen der Affenjagd auf die Tier- und Pflanzenwelt aufmerksam. Denn Affen sind wichtige Samenverbreiter für hunderte Pflanzenarten. Beispielsweise wurde nachgewiesen, dass die lokale Ausrottung der Klammeraffen in Bolivien auch einen massiven Rückgang des Mimosengewächses Inga ingoides (Foto) zur Folge hat. Noch lässt sich nicht abschätzen, inwieweit die Wälder ohne Affen fortbestehen können.
Erste Erfolge auf politischer Ebene
Pro Wildlife erreichte, dass die Vertragsstaaten der Biodiversitätskonferenz (CBD) die Jagd nun als Gefahr für die Artenvielfalt anerkennen und in einem Beschluss zum Waldschutz striktere Jagdgesetze und deren Umsetzung einfordern. Ein erster Schritt also, die Affenjagd zu begrenzen.





